Ok, es ist schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe und ich habe auch so viel davon wie nur irgendwie ging wieder verdrängt.
Aber ich muss einfach die Öffentlichkeit vor diesem Unsinn bewahren.
Auf der Rückseite wird groß geworben mit 'Für alle Fans von Dan Brown'.
Dass man sich auf das, was da auf der Rückseite steht, nicht wirklich verlassen kann, ist ja bekannt. Aber ich wundere mich, dass Dan Brown nicht höchstpersönlich alle Buchhandlungen abklappert, um seinen Namen auf diesem Buch eigenhändig zu schwärzen, damit dieser nicht mit diesem bodenlos schlechten Werk in Verbindung gerät.
Die Geschichte an sich ist ok. Man erfährt einiges über Kalender, ihre Entstehung etc. Damit kennt sich der Herr Napier offensichtlich aus.
Aber irgendwie wünscht man sich, er hätte lieber einen eigenen Kalender verfasst, als dieses Buch.
Im Folgenden eine kleine Auflistung der schlechten Dinge an diesem Buch (nicht alle, denn ich habe, wie bereits erwähnt, die Hälfte schon wieder verdrängt):
1. Die Geschichte in der Geschichte nervt tierisch. Das mag ja schön gedacht gewesen sein, aber es funktioniert nicht.
2. Der Böse in den eigenen Reihen (weiß nicht mehr, wer es war) ist ganz offensichtlich ein Versuch, geläufige Krimi-Elemente in das Buch zu integrieren. Und noch offensichtlicher ist, dass Bill Napier nicht einmal im Ansatz dazu in der Lage gewesen wäre, sich da selbst etwas auszudenken.
3. Gegen Ende werden nur noch sinnlos einzelne Möchtegern-Coole-Krimi-Thriller-Elemente aneinander gereiht. Es gibt keinen Zusammenhang mehr und man möchte das Buch essen, damit es zu dem wird, was es eigentlich schon ist: S******e. Entschuldigung für die Ausdrucksweise, doch dieses Buch hat mich aggressiv gemacht.
4. Es wird immer langweiliger. Die erste Hälfte geht sogar noch. Doch ich hatte gegen Ende ernsthafte Das-Buch-weiterlesen-wollen-Motivations-Probleme. Dass ich mich durchgequält habe, verzeihe ich mir bis heute nicht.
5. Charakterentwicklung? Wenn es so etwas wie negative Charakterentwicklung geben würde - Herr Napier hätte davon Gebrauch gemacht. Und nicht nur, dass sie sich nicht entwickeln (das müssen sie ja gar nicht mal so sehr in dieser recht kurzen Zeitspanne), aber es gibt nicht wirklich so etwas wie einen halbwegs ausgeprägten Charakter in diesem Buch.
6. Jeder von den Guten weiß alles. Jedes noch so kleine Geheimnis und jeder Hinterhalt werden durchschaut, als wären es frisch geputzte Fensterscheiben. Bei all der Allwissenheit muss man davon ausgehen, dass eine der Hauptfiguren der gut verkleidete Gott ist.
Naja, lassen wir das. Nicht, dass mir nachher wieder bereits längst verdrängte Erinnerungen hochkommen.
Aber, da ich die negativen Eigenschaften so ausführlich dargestellt habe, nun auch noch das Positive.
Im Folgenden also eine kleine Auflistung der guten Dinge an diesem Buch:
Fazit: Auch wenn ich versuche, das Gute an den Büchern zu sehen, die ich lese, hier gelingt mir das nicht. 'Der 77. Grad' ist das pure Aufspringen auf einen fahrenden (von dem bereits erwähnten Dan Brown und dessen Erfolg ins Rollen gebrachte) Zug. Es hat nichts mit unterhaltender Literatur zu tun, sondern ist dazu gemacht, um ein Bisschen Geld aus dem bereits erwähnten Zug herausquetschen zu können.
Bitte, nicht lesen. Lieber kaufen und wegschmeißen. Aber nicht lesen.
P.S. Herr Napier, ich habe bestimmt nichts gegen Sie. Nur schreiben Sie bitte keine Bücher mehr. Nie wieder.