Was Mister Braden uns wirklich zu sagen hat, ließe sich auf den wenigen Seiten einer Broschüre unterbringen, er zwingt die Leser allerdings, sich durch knapp 300 Seiten zu blättern. Der Autor lenkt ab, labert, er faselt, er dehnt seine Geschichte mit überflüssiger Ausführlichkeit um uns abzulenken, um zu verschleiern, dass seine ganze Entdeckung nicht schlüssig ist. Das Buch enthält dazu eine Reihe von peinlichen Fehlern, zum Beispiel die Verwechslung von hebräischen Buchstaben.
Oder: Weil es weitere Planeten geben könnte, auf denen Leben vielleicht existieren könnte, gäbe es ganz sicher Gott, extrem logisch.
Der Mensch stamme nun doch nicht vom Affen ab, denn: Die Frühformen des Homo hätten locker jeweils zwischen einer halben und einer Million Jahren gebraucht, um den Sprung in die nächste Stufe der Evolution zu schaffen. Wir seien aber bereits eine viertel Million Jahre unverändert wie wir sind, und hätten noch keinen solchen Sprung gemacht. Also: Wir sind bereits perfekt und brauchen die Evolution nicht mehr.
Oder:Er nimmt jeweils die Massenzahl der chemischen Elemente aus denen jegliches Leben auf diesem Planeten besteht und rechnet sie nach pseudo-kabbalistischer Art auf einstellige Zahlen herunter. Allerdings hat das hebräische Alphabet zweiundzwanzig Buchstaben, nicht neun. So gibt er den hebräischen Buchstaben, die eine mehrstellige Zahl symbolisieren gar nicht erst eine Chance und ergaunert sich so die Resultate.
Dann macht er aus dem Aleph ein Jod, weil ja in der mystischen jüdischen Tradition im Schöpfungsprozess aus den Mutterbuchstaben die Buchstaben des Tetragrammatons (Jod He Waw He) werden. So kommt er dann beinah auf das Tetragrammaton aber weil wir ja nicht ganz göttlich sind, hätten wir statt des zweiten He ein Gimel.
In den Basenketten unserer Gene stehe also der Name Gottes und weil wir, Mister Braden sei Dank, jetzt wissen, dass Gottes göttliche Gegenwart immer in uns ist, könnten wir ganz leicht zu guten Menschen werden, die Chance für uns alle.
Was ist mit den Menschen, die schon immer glaubten, dass sie von Gott auserwählt seien und der göttliche Atem in ihnen, und sich dennoch gegenseitig haben die Köpfe einschlagen, gern auch um andere zu missionieren, für Gott und Vaterland?
Übrigens:
Alles Leben auf diesem Planeten besteht aus Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff, nicht bloß der Mensch. Auch Tiere (Fruchtfliegen) haben eine DNS mit Doppelhelix und allem was dazu gehört. Und bei den Miezekatzen ist das atomare Massenverhältnis der chemischen Elemente genauso wie beim Menschen. Wir sind alle aus dem selben genetischen Pool geglitscht. Aber allein in der menschlichen Erbmasse steckt Gott?
Herzlichen Glückwunsch zum Kauf dieses Buches.
SEK