Was ist er, der Glaube der Christen? Da kann man sich dicke Lexika kaufen, ganze Bücherregale zusammenstellen, schier endlos lesen - oder man sucht ein kompaktes Nachschlagewerk. Da findet man Bände, die versuchen, auf vielen Seiten das Christentum auf eine Formel zu bringen; oder solche, die versuchen, hinter der kirchlichen Lehr das "Eigentliche" zu enthüllen. Oder die Dritten, die den Glauben als Katechismus in Lehrsätzen weitergeben. All das will "Der Glaube der Christen" nicht. Das 1800 Seiten starke Doppelwerk versucht, knapp zu informieren über den Stand theologischer Forschung. Das geschieht im ersten Band darstellend, im zweiten zum Nachschlagen als Wörterbuch. Das Buch ist darauf bedacht, nicht e i n e Position zu verteten, sonderen Diskussionsspektren nachzuzeichnen. Damit überholt es den "Evangelischen Erwachsenenkatechismus" und andere Glaubenshandbücher weit. Wer Entscheidungen will, muß freilich selbst in die Diskussion einsteigen. Die Stärken des Handbuches liegen darin, daß es ökumenisch ist, und darin, daß junge Theologen zu Wort kommen. Die Auswahl ist vielseitig; von feministisch bis evangelikal ist alles dabei. Auch populäre Sondertheologien wie die Feministische Kommen zu Wort, aber nicht werbend, sondern wissenschaftlich-sachlich, d.h. in Diskussion, "gegnerische" Einwände nicht überspielend. Ein Kompendium für Theologen und interessierte Gemeindeglieder. Vielseitig, informativ und anregend. Leider allerding nur klebegebunden - auch die Hardcover-Ausgabe - und deswegen nicht ganz so strapazierfähig, wie es dem Preis entspräche. Trotzdem eine Anschaffung wert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)