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Die Story
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Jane Martello hat in ihrer Eigenschaft als Architektin einen Glaspavillon für den Garten ihrer (fast Ex-)Schwiegereltern geplant, damit bei zukünftigen Familientreffen keine Zimmerknappheit mehr auftritt. Beim Ausheben des Fundamentes stoßen sie jedoch auf menschliche Knochen und es ist sofort klar, dass es sich hierbei um Natalie Martello handeln muss, die vor 25 Jahren als 16-jährige scheinbar spurlos verschwand. Sehr schnell kommt heraus, dass sie zum Zeitpunkt ihres offensichtlich gewaltsamen Todes schwanger war. Während die Polizei also ihrer Arbeit nachgeht, wobei eigentlich keine große Aussicht auf Erfolg besteht, beginnt Jane, die damals Natalies beste Freundin war, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Doch schon bald stellt sich bei ihren Psychiater-Besuchen heraus, dass alle benötigten Informationen scheinbar in ihren verdrängten Erinnerungen zu finden sind...
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Meine Meinung
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Der Stil ist super leicht lesbar, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Geschichte in der Ich-Form von Jane Martello erzählt wird, was sie lebendiger lassen wird. Außerdem wird auch gleich zu Beginn mit dem Fund der Knochen eine gruselige und irgendwie seltsame Stimmung geschaffen. Allerdings haben mich die an fast jedem Kapitalanfang - und auch zwischendurch mal - fehlenden Gänsefüßchen gestört. Am Anfang wird man von einer wahren Flut von Personen erschlagen, da sich bei dem Familientreffen nicht nur die Kinder sondern auch deren Kinder sowie Ex-Frauen und wer weiß, wer noch alles, trifft. Ich muss zugeben, dass ich bis zum Schluss nicht alle Namen zuordnen konnte, um genau zu sein, wusste ich gerade mal die allerwichtigsten, da ich sowieso kein gutes Namensgedächtnis habe.
Immerhin sind die Personen im einzelnen recht gut, aber nicht ausschweifend beschrieben, wobei die meisten erstaunlicherweise recht unangenehm sind. Das gilt sogar streckenweise für Jane, da sie sich sehr leicht und recht häufig gehen lässt und auch mal einen Wutausbruch kriegt. Die einzig wirklich sympathischen Personen in diesem Buch sind Mutter Martello, die Polizistin und Janes neuer Freund, aber auch diese sind teilweise etwas seltsam. Nicht besonders gut kommen auch die Psychiater/innen weg, obwohl ich das Thema Therapie an sich sehr interessant finde und meine, dass man ruhig mal mehr auf die positiven Seiten eingehen könnte. Es ist jedenfalls sehr spannend, wie Jane sich langsam aber sicher der Szene in ihrem Gedächtnis nähert. Während dieser Zeit empfindet man die ganzen Zwischensequenzen, die eigentlich gar nichts mit der Hauptgeschichte zutun haben, als ausgesprochen störend, sodass die Spannung immer wieder flöten geht.
Wirklich spannend wird es dann auch erst, nachdem Jane die verschüttet geglaubte Erinnerung wiedergefunden hat, da diese nicht nur ungeheuerlich, sondern auch nicht 100%ig zuverlässig oder gar glaubwürdig ist. Man spürt recht deutlich ihre Verzweiflung, weil sie sich genötigt fühlt, etwas zu zerstören, dass ihr wichtig ist, dabei weiß sie noch nicht mal, wie sie es anpacken soll. Außerdem tauchen plötzlich lauter Unstimmigkeiten auf, die die Spannung noch weiter anheizen. Sehr erstaunlich fand ich, dass alle die Vergangenheit - insbesondere natürlich die ach so liebenswerte Natalie - in einem ziemlich rosaroten Licht sahen bzw. sehen wollten, wobei Natalie auf den Leser eher abschreckend, um nicht zu sagen, völlig unsympathisch wirkt, was durch ihre Ungeselligkeit und Unbarmherzigkeit anderen entsteht. Man fragt sich weiter die ganze Zeit, was nicht mit ihr stimmte, denn ein „normaler" Teenager würde sich nicht so seltsam benehmen.
Dem Kommentar des „Journal für die Frau", dass man nie auf den Täter kommt, kann ich nicht zustimmen, denn man wird zwar erst auf eine falsche Fährte gelockt, aber der Verdacht drängt sich einem schon irgendwann auf. Zwar wird dieser Verdacht nicht gerade zur Gewissheit, aber der Gedanke ist immerhin da. Gestört hat mich der Übergang von dem vorletzten auf das letzte Kapitel, da im einen Moment noch alles offen und im nächsten Moment schon alles erledigt ist, wobei nicht aufgeklärt wird, wie es dazu kam. Das macht den Eindruck, als hätte die Autoren keine Lust mehr gehabt weiterzuschreiben. Das Mindeste wäre jedoch gewesen, aus dem letzten Kapitel den Epilog zu machen und wenigstens eine kleine Erklärung einzubringen.