Situationskomik
Die ganz sicher gewollte - Sprachwahl macht es aus, dass die Story dermassen gut in alle Zeiten passt. Der Autor spricht von den "Jungs" auf der Gasse und schildert einen Slum genauso schräg schillernd als befände er sich in Downtown New York. Dabei ist es egal, dass Paul Doherty es nicht immer so genau nimmt mit römischen Ausdrücken und Beschreibungen. Gerade deshalb gelingt ihm eine Situationskomik, die den Roman von historisch umwaberten Wälzern abhebt. Die Geschichte liest sich leicht, fliessend und der Leser kann sich auf so manches unerwartete Schmunzeln und überraschende Einsichten wie die folgenden gefasst machen.
Spannung
Die Geschichte reist über verschiedene Spannungsbögen, die vom Autor sehr geschickt geplant wurden. Der Leser "weiss", was passiert, und wenn es dann passiert, weiss er nicht mehr, ob er mit seiner Voraussage richtig lag.
Der farbenprächtige Krimi bietet exzellente Unterhaltungslektüre. Die gut recherchierten historischen Plätze begeistern mit fulminant gemalten Begebenheiten, vom Mord über die Feuersbrunst bis zum Angriff von Revoluzzern mit Putschabsichten. Mit den Protagonisten, zur Hälfte Anti-Helden, kann man sich auch in der Moderne identifizieren. Der Plot ist strategisch gut ausgeklügelt, unkompliziert und doch intrigant versponnen. Privates Glück und dunkle Machenschaften auf höchster Ebene stehen einander gegenüber - wer gewinnt? Soll es so sein wie vor 2000 Jahren oder so wie heute? Oder haben sich die menschlichen "Tugenden" vielleicht gar nicht so sehr verändert?
Zum Autor
Paul Doherty, geboren in Middlesbrough, studierte Geschichte an den Universitäten Liverpool und Oxford. In Oxford promovierte er über Edward II. und Königin Isabella. Derzeit leitet er eine Schule in London, wo er auch mit seiner Familie lebt. Doherty ist Autor von über 40 Büchern, darunter zahlreiche auch in Deutschland sehr erfolgreiche Serien historischer Kriminalromane.