Was passiert, wenn ein hoffnungslos unbegabter Schauspieler in einer drittklassigen Fernsehserie den eifersuechtigen Ehemann gibt? Er wird zum Star. Wenn naemlich ein hoffnungslos uebergeschnappter Kritiker ihn zum umjubelten Helden kuert. Doch wie all die anderen bemitleidenswerten Glueckspilze der heutigen Gesellschaft erlebt er bald seine unaufhaltsame Selbstzerstoerung, ist auf den Einband eines der letzten Buecher von Ephraim Kishon geschrieben.
Das Buch Der Glueckspilz ist eine intime Bilanz des Lebens des vor allem in Deutschland bekannten Satirikers. Hier offenbart er die Hoehen und Tiefen eines unterdurchschnittlich talentierten Schauspielers, eines Normalos.
Nicht wie ein Drama, sondern sinuskurvenformig verlaeuft sein satirischer Roman. So nehmen sich die Kapitelueberschriften von Tiefpunkt, die Wende bis hin zu Siegeszug, Im Himmel und Das schwarze Loch und schliesslich Happy End als Richtungsmesser fuer die Geschichte aus.
In seinem Werk kommt er zu so manch philosophischen Gedanken, der die zwischenmenschlichen Beziehungen auslotet: Ein Mann, der keine Angst vor seiner Frau hat, ist kein Mann.
Oder aber: Manchmal haelt das Schicksal haarstreubende Ueberraschungen fuer uns bereit und der liebe Gott kann auch nicht alle unsere Fragen beantworten, wahrscheinlich weil er mit seinem geliebten Universum ueberfordert ist.
Im Grunde genommen ist der Glueckspilz des Buches ein armes Wuerstchen, das seine Fehler erkennt, aber nicht umhin kann sich der menschlichen Schwaeche hinzugeben: Die Scham, die sich zu meiner Depression gesellte, gab mir den Rest. Dass sie, mein herzensgutes Hildelein, am Krankenbett meines alten Vaters sass, waehrend ich im Hotel mit 9,5 Promille in Carlas Popo biss, oh ja, ich hatte alles verdient, was das Schicksal fuer mich bereithielt.
Das Buch hat zahlreiche lustige, traurige Wendungen parat. Schliesslich laesst Kishon seinen Protagonisten am Ende folgendes Fazit ziehen. Vielleicht sogar ueber sein eigenes Leben? Auf dem letzten Absatz daemmerte mir, dass der Gelehrte keineswegs ein Hellseher war, sondern einfach nur die grundlegenden Eigenschaften eines ganz gewoehnlichen Menschen beschrieb, eines Mannes, wie ich ihn gerade im Spiegel gesehen hatte. Und so liess er mich wissen, dass meine wahnwitzige Geschichte eigentlich eine ganz alltaegliche Geschichte ist.
Kurzweiliges, nachdenkliches Vergnuegen.