Die Novelle „Der Glückliche" des seit 1996 in Irland lebenden Schweizer Autors Hansjörg Schertenleib lässt uns in die faszinierende Welt des This Studer eintauchen- This, der Jazz-Trompeter, an dessen Seite das Leben weniger Gewicht hat als an der Seite anderer. Denn This ist einer, der hält das Glück aus, wenn es ihm begegnet. Virtuos führt uns Schertenleib durch die grüne Sommerstille in Amsterdams Kanälen, in die Euphorie der Jazz-Clubs, hinweg über verschachtelte Altstadthausdächer: This Studer verbringt mit seiner Frau ein Wochenende in der Grachtenstadt, wo er ein paar Auftritte im „ Kapitein Bird" hat. Auf seinen Streifzügen begegnen ihm Erinnerungen, an die erste Liebe, an die erste L.P. Da treffen wir auf This, wie er als Vierzehnjähriger heimlich im Spind seiner Lehrerin herumstöberte und „L'étranger" von Camus fand. In seinem Essay „L'été" schrieb Albert Camus: „Es gibt eine gewisse Grösse, die nicht nach Erhabenheit strebt. Und wer diese Grösse sucht, verlässt die besseren Kreise und begibt sich auf die Strasse". Das ist This Studer. Einer, der sich die Frage, ob es etwa nicht doch das Ziel eines Lebens sein könnte, mit leeren Händen dazustehen, nicht mehr beantworten muss. Einer, der das Leben zu sehr liebt, um einfach nur glücklich sein zu wollen.
In einer Welt, wo uns das Glück täglich als Dutzendware in die Hände gedrückt wird, wo wir uns das Glück tausendfach vom Helpdesk herunterladen können, stellt uns Hansjörg Schertenleib den Glücklichen vor, mit seinem wunderbaren Buch voll Musik und Leidenschaften, Vertrauen und Zuversicht.
Fünf Fixsterne für diese Novelle