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Der Glöckner von Notre-Dame Taschenbuch – 1985

4.3 von 5 Sternen 48 Kundenrezensionen

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Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Glöckner von Notre-Dame
OT Notre-Dame de Paris. 1482 OA 1831 DE 1831 Form Roman Epoche Romantik
Der Roman Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo ist einer der letzten großen historischen Romane der Romantik in Frankreich.
Entstehung: Das Mittelalter weckte bei Hugo wie auch bei anderen Romantikern eine Sehnsucht nach dem Unbekannten. Außerdem verstand der Autor das Spätmittelalter als Epoche des Übergangs sowie kulturell-gesellschaftlicher Veränderungen. Darin sah er einen Bezug zu den historischen Ereignissen der Julirevolution 1830. Hugo gestaltete etliche Passagen seines Manuskripts neu, indem er die Volksmassen ins Zentrum des Geschehens rückte.
Inhalt: Im Mittelpunkt der Handlung stehen die junge Zigeunerin Esmeralda, eine Bettlerin und Tänzerin, sowie der verwachsene und taube Quasimodo, ein Findling, der – aufgrund der Initiative des Archidiakons von Notre-Dame, Claude Frollo – das Amt des Glöckners ausübt. Einst bekundete Esmeralda ihr Mitleid für Quasimodos Missbildung, Quasimodo ist ihr in Treue und versteckter Liebe zugetan.
Am Tag des Narrenfestes wird Quasimodo zum Narrenpapst gewählt, nachdem das Publikum dem Dichter Pierre Gringoire und seinem Mysterienspiel die Anerkennung verweigert hat. Dieser wird in der Nacht Zeuge, als Quasimodo versucht, Esmeralda im Auftrag Frollos zu entführen. Das Unternehmen wird von einer Streife königlicher Bogenschützen unter ihrem Anführer Phoebus de Châteaupers entdeckt. Claude Frollo gelingt es nicht, Esmeralda für sich zu gewinnen, da diese sich in Châteaupers verliebt. Deshalb bringt Frollo seinen Widersacher um, bezichtigt Esmeralda der Hexerei und des Mordes, worauf sie in die Hände der Inquisition gerät. Als Frollo ihr die Flucht anbietet, lehnt sie ab. Esmeralda soll hingerichtet werden. Quasimodo rettet sie vor dem sicheren Tod und flüchtet mit ihr in die Kathedrale, wo sie sicher ist und Asyl genießen darf. Unter dem Vorwand, Esmeralda retten zu wollen, bringt Frollo sie aus der Kathedrale und liefert sie der Justiz aus. Esmeralda wird als Hexe gehängt. Den wahren Drahtzieher kennt niemand, bis sich Frollo, der den Vorgang vom Kirchturm aus verfolgt und dabei von Quasimodo beobachtet wird, durch seine Freude verrät. Quasimodo stürzt ihn von einer der Turmgalerien in die Tiefe. Sein Leid überwindet Quasimodo jedoch erst, als er am Grab Esmeraldas stirbt.
Aufbau: Gemäß der eigenen Zielsetzung Hugos, Episches mit Dramatischem zu verbinden, weist der Roman Züge eines Dramas auf. In den zahlreichen episodenreichen Handlungssträngen deckt der Erzähler Zusammenhänge erst rückblickend auf, um, davon ausgehend, die Handlung weiterzuentwickeln. In epischen Ausschweifungen präsentiert der Erzähler Bilder mit teilweise visionärem Charakter. Die Verbindung von historischem, romantischem und realistischem Kolorit gelingt Hugo auf beeindruckende Weise, obwohl man ihm gerade dies oft zum Vorwurf gemacht hat.
Wirkung: Der Glöckner von Notre-Dame wurde zum Inbegriff der Romantik, mit dem sich die Ideale einer neuen Epoche durchsetzten. Hugo paart in seinem Roman Figuren von hoher Durchschnittlichkeit mit auffallend bizarren Charakteren. Diese feine psychologische Darstellung bewegte Alphonse de Lamartine (1790–1869) dazu, in Hugo einen »Shakespeare des Romans« zu sehen. Von den Vertonungen wurde die Oper Notre Dame (1914) von Franz Schmidt (1874–1939) am bekanntesten. Zuvor hatten mehrere Komponisten, darunter Ambroise Thomas (1811–96), Bearbeitungen für das Musiktheater erstellt. Die Reihe von Verfilmungen des Buchs setzte bereits 1905 ein und reicht über die Quasimodo-Darstellung Anthony Quinns in den 1950er Jahren bis hin zu einer Disney-Zeichentrickversion (1996).

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Victor Hugo (1802-1885), der große Literat der französischen Hochromantik, musste 1851 Frankreich verlassen und lebte bis 1870 in Belgien, Jersey und Guernsey. Die Jahre im Exil wurden zu seiner literarisch fruchtbarsten Zeit. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Von Ein Kunde am 16. Juli 1999
Format: Gebundene Ausgabe
Die Geschichte um den Glöckner von Notre Dame, Quasimodo, und seine Liebe zur Zigeunerin Esmeralda kennt wohl jeder, nicht zuletzt aus dem Disney-Zeichentrickfilm. Interessanter weise nahmen alle bisherigen Verfilmungen immer den Glöckner in den Titel. Victor Hugo, der die Romanvorlage geschrieben hat, nennt sein Werk einfach "Notre Dame von Paris", und zeigt damit gleich, daß er sich nicht nur auf den Glöckner festlegen möchte. Ihm ist es auch wieder gelungen eine hinreißende Geschichte um Liebe, einen verkrüppelten Menschen und die Machenschaften der Würdenträger zu schreiben. Aber wie immer bei Hugo kommt dazu, daß er einen in eine andere Zeit entführt und versucht, diese möglichst umfassend darzustellen, das heißt dann zum Beispiel für ihn auch, ein Kapitel dem Stadtbild von Paris zu widmen und dabei gegen die neue Form Partei zu nehmen. Man liest das mit Interesse und ist beeindruckt vom Wissen dieses Mannes. Man käme auch gar nicht auf die Idee, die betreffenden Kapitel, die mit der Geschichte nichts zu tun haben, zu überblättern, denn zu Hugo gehören diese Passagen. Sie wirken nie störend sondern erbauend. Das Buch hat wieder einmal sehr viel mehr zu bieten als alle Verfilmungen. Also: lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Taschenbuch
"Der Gloeckner von Notre Dame" ist einer dieser mittelalterlichen Romane, denen man bereits in seiner Jugend begegnet und von denen man nicht wieder losgelassen wird. Quasimodo, von missgestalteter Figur und taub, wird durch den Diakon Claude Frollo zum Gloeckner von Notre Dame befoerdert und ist Mittelpunkt der Gechichte. Seine ganze Liebe gilt Esmeralda, die, von atemberaubender Schoenheit, ihren Lebensunterhalt als Bettlerin und Taenzerin verdient. Fuer Quasimodo ist sie unerreichbar, bringt ihm jedoch Mitleid entgegen. Als Quasimodo Esmeralda im Auftrage Frollos, der sie ebenfalls liebt, zu entfuehren sucht, wird er daran von Chateaupers, dem Fuehrer der koeniglichen Bogenschuetzen, gehindert. Esmeralda verliebt sich in Chateaupers und beendet damit die Hoffnungen Frollos auf einen gluecklichen Ausgang seiner unerfuellten Liebe zu Esmeralda. Daraufhin bringt er Chateupers um und laesst es so aussehen, als sei Esmeralda die Taeterin, die daraufhin zum Tode verurteilt wird. Quasimodo entreisst sie dem Tode und verschanzt sich in der Kirche, wo sie Asyl gewaehrt bekommen. Frollo gelingt es durch eine List, Esmeralda aus der Kirche zu locken und sorgt dafuer, dass sie als Hexe gehaengt wird. Als Quasimodo erkennt, wer Esmeralda dem Tod zugefuehrt hat, stoesst er Frollo vom Kirchendach in den Tod. Quasimodo selbst stirbt am Grab seiner geliebten Esmeralda. Hervorragende Handlung mit ungewoehnlichen und detailliert gezeichneten Charakteren. Pflichtlektuere.
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Format: Taschenbuch
Der Insel Verlag legt hier die Übersetzung von Else von Schorn neu auf, die erstmals 1914 erschein. Else von Schorn ist allerdings in die Reihe unrühmlicher Übelsetzer einzuordnen, die sich einbilden, es besser zu können als der Autor. In dieser Übersetzung ließ nämlich von Schorn viele architekturhistorische und polemische Passagen des Romans einfach weg. Dummerweise wurde gerade aber diese schlechte Übersetzung vom Weltbild Verlag für seine Prachtausgabe mit den Originalillustrationen verwendet, wahrscheinlich, weil diese alte Übersetzung bereits frei von Rechten ist. Wer an dem Roman ernsthaft interessiert ist, lässt aber besser die Finger davon.
5 Kommentare 63 von 72 haben dies hilfreich gefunden. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Format: Gebundene Ausgabe
Nach "Die Elenden" war "Der Glöckner von Notre Dame" mein zweites Buch von Victor Hugo und wieder war ich gespannt und fasziniert, auch weil man vom Stil her dem Roman sein Alter nicht anmerkt. Es lässt sich vom Stil her angenehm flüssig lesen und man ist immer wieder angetan von der Naivität und dem Charme der Charaktere, die eben klassisch wirken und genau in die Erzählweise passen.
Peter/Pierre Gringoire bei dem die Geschichte sozusagen beginnt ist ein richtiger Clown, wirkt aber als dummglücklicher Egoist sehr glaubhaft und scheint zumindest mit der Ziege Dschali ein glückliches Los zu haben.
Die Geschichte um die unglückliche Liebe des Zigeunerzöglings Esmeralda zu dem eingebildeten, aber durchaus nachzuvollziehenden Soldaten Phoebus ist hinreichend bekannt, sowie die Besessenheit des Frollo von ihrer Unschuld und der Zuneigung des Glöckners, der sich ganz wie der geschlagene Hund verhält, der er ja auch in gewisser Weise ist.
Es ist traurig, weil man weiß, dass dieses Liebesquartett auf ein tragisches Ende hinsteuert, einfach weil niemand das bekommt was er will und sämtliche Gefühle unerwidert bleiben. Und wie weit Frollo bereit ist zu gehen, in seiner Eifersucht und blinden Wut, ist schon erschreckend.
Dieses Buch ist ein wunderbares Werk der Literatur und für mich auch lieber (Meine persönliche Meinung- es soll sich niemand auf den Schlips getreten fühlen) zu lesen, sowie auch leichter als Tolstoi und Co. Es ist sogar erstaunlich leicht zu lesen.
Ein Klassiker also mit ein paar Lachern (der taube Richter), Missverständnissen (Esmeraldas Mutter) und viel Spannung. Wobei ich das Ende (außer für Phoebus) nicht ganz so tragisch finde, aber selber lesen. Ich finde das Buch großartig und kann Hugo immer weiterempfehlen, wenn man einmal Klassisches lesen möchte.
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