Das Buch gibt dem Leser ein entscheidendes Gefühl: Es überführt den Frust der Ver- und Überschuldung in die Gewissheit, dass den Schuldner trotzdem eine erträgliche, sogar aussichtsreiche Zukunft erwartet. Dieser emotionale Rückhalt resultiert aus einer ausführlichen Darstellung von überschuldungsbegleitenden Abläufen (im Wesentlichen Weg zur Eidesstattlichen Versicherung, in die Privatinsolvenz) und vor allem der expliztien Gegenüberstellung von Schuldner- und Gläubigerpsychologie. Dies erfolgt anhand vieler Details und wird vom Autor ebenso sachlich wie lebhaft vorgetragen.
Dabei deutet der Autor dem Schuldner einen Weg weg von der Schuldnerstarre hin zur aktiven Feststellung: Der Gläubiger hat vom Schuldner (fast) nichts zu erwarten - das ist normal, durch unser Rechtssystem abgesichert und gehört in die übliche Risikosphäre des Gläubigers.
Obwohl gelegentlich sowohl sachlich als auch sprachlich salopp geschrieben und arm an Verallgemeinerungen, besticht dieses Buch durch eine gehörige Nachvollziehbarkeit und einen intensiven Lerneffekt. Dabei ist es keine juristische Schrift, obwohl es viele juristische Aspekte enthält; es ist kein leerer Zuspruch, obwohl es starke Emotionen fördert; es kann die Welt nicht verändern, obwohl es dem Schuldner hilft, nach Selbstbetrachtung aus einer anderen Perspektive den Eindruck einer anderen Welt anzunehmen.
In diesem Sinne ist das Buch toll. Deshalb empfehle ich dem am Boden liegenden Schuldner oder jenem, der den Weg aus den Schulden bereits vorbereitet, bevor er zu gehen ist, einige - oder die letzten! - Kröten in diese Schrift zu investieren.