Es war wirklich faszinierend, die Ereignisse vom Mai 1996 aus der Sicht eines Bergführers aus dem "anderen" (Scott Fischers) Team zu lesen. Nach der Lektüre von "In eisige Höhen" (von Jon Krakauer) hat mir dieses Buch wieder einal vor Augen geführt, daß man die Dinge auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten muss, nämlich dem Anspruch von Boukreev, kein Bergführer, sondern "nur" eine Art Berater am Berg zu sein. Daraus ergeben sich für Boukreevs Verhalten bei der Katastrophe am Everest ganz neue Gesichtspunkte, die in Krakauers Buch nur sehr unzureichend Beachtung finden. Das Buch ist gut geschrieben und leicht zu lesen, manchmal ist es jedoch schwierig, den Überblick zu bewahren (wer stieg wann in welches Lager auf oder ab, wieviel Sauerstoffflaschen gab es letztendlich in Lager IV usw.). Das verstärkt allerdings noch den Eindruck, daß Boukreevs Rettungsaktionen eine beispiellose alpinistische Leistung sind.