Dem Zsolnay-Verlag ist es zu verdanken, das wir wieder und neu in den Genuss von Parker-Romanen
kommen. Leider geschieht das nicht in der Reihenfolge des Erscheines, so ist dieses Buch von 2002
und der erste Parker überhaupt erschien 1962. Es gibt insgesamt 24 Romane und jeder ist fantastisch.
Das liegt am kühlen, kurzen, präzisen Stil, den Richard Stark alias Donald E. Westlake in seinen furiosen
Parker Romanen entwickelt hat. Früher abgetan als Schund, stehen sie allesamt heutzutage besser da
als ihr schlechter Ruf.
Parker ist ein asozialer Einzelgänger, der andere Menschen erschiesst, weil sie seinem Ziel im Wege
stehen. Parker ist skrupellos und amoralisch. Parker hat Sex, aber liebt nicht. Parker lacht nur, wenn
es dem Zweck dient. Parker kann Geld verlieren, angeschossen werden, im Knast laden, aber schlussendlich
verliert Parker nie. An seinem Ego prallt alles ab, was uns hoch und heilig erscheint. Warum sollte man so
etwas lesen? Weil Parker, denn es ja nicht kümmert, uns durch eine Welt voller Gier, Machthaberei, Luxus,
Schmutz und Gold führt, Abglanz und Schweigen, weil Parker uns zeigt, das alles was wir für erstrebenswert
halten, erbärmlich und nichts ist. Parker lesen ist wichtig, weil es die Dinge wieder ins richtige Licht bringt.
Parker lässt uns wieder sehen. Parker lesen ist eine Profession. Dieses Buch heisst im Original "Firebreak".
Der deutsche Titel "Der Gewinner geht leer aus" deutet auf die Homogenität mit Hemingway hin. "Winner
takes nothing". Hemingway hätte seine Freude an Parker-Romanen. Sie sollten sich dieser nicht entschliessen.
Es lohnt sich. Wirklich. Tun Sie es, bevor Sie nur noch an das glauben, was Ihnen andere aufzwingen zu glauben.