Beate Sauers neuer Roman hat mich wieder einmal vollends überzeugt. Genauso gefährlich wie die Beeren der Tollkirsche ist die Verfolgungsjagd, die die Protagonisten Arria, Valerian und Titus durch Germanien überstehen müssen - und dazu noch fürchterlich spannend obendrein!
Alle Charaktere - auch die Nebenfiguren - sind liebevoll und erstklassig gezeichnet: Arria ist eine dickköpfige kleine Kratzbürste, die sich auf eine Gratwanderung begeben muss: einerseits möchte sie dem Mordverdacht einfach entfliehen, andererseits ist die Taberna ihr grosser Traum und sie möchte beweisen, dass sie keine Mörderin ist, denn wer würde denn schon eine Taberna besuchen, auf deren Besitzerin ein Mordverdacht lastet?. Valerian ist hochdekorierter Zenturio, der aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung aus dem aktiven Dienst ausscheiden musste und zudem an Liebeskummer leidet. Er ist in seinem eigenen Elend versunken und für seine Mitmenschen unausstehlich geworden. Titus hat bereits Valerians Vater und Onkel gedient und fungiert nun als Valerians "Diener, Pfleger und Kindermädchen"....
Trotz wirklich zahlreicher Nebencharaktere, was mich eigentlich meistens stört, verliert man als Leser nie den Überblick bzw. den Faden und die Jagd nach dem Mörder ist unheimlich spannend, obwohl ich *ausnahmsweise* schon einen kleinen Verdacht hatte.
Darüber hinaus ist "Der Geschmack der Tollkirsche" atmosphärisch sehr dicht und gewährt einen faszinierenden Einblick in das Leben der römischen Provinzen anno 95 n.Chr.
Schließlich gibt es eine (vielleicht etwas krude) Karte zu Beginn sowie ein Glossar am Ende des Buches. Und damit sollten eigentlich alle Schwierigkeiten für ein tolles Lesewochenende aus dem Weg geräumt sein ;-)!
Fazit: Die HC-Ausgabe lohnt sich auf *jeden* Fall. Gönnen Sie sich etwas Gutes und warten Sie nicht bis zur TB-Ausgabe!