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Der Geschmack von Chlor
 
 
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Der Geschmack von Chlor [Broschiert]

Bastien Vivès , Kai Wilksen
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 144 Seiten
  • Verlag: Reprodukt; Auflage: 1., Auflage (3. Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941099485
  • ISBN-13: 978-3941099487
  • Größe und/oder Gewicht: 25,2 x 19 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 38.575 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wäre Comiczeichnen olympische Disziplin, dann gewänne Vivès für Le goût du chlore mit einigen Längen Abstand eine Goldmedaille." Roger Aeschbacher FAZ

Kurzbeschreibung

Schwimmen! Und das regelmäßig! Der dringliche Rat seines Physiotherapeuten stößt beim schmalbrüstigen Protagonisten von Bastien Vivès 'Der Geschmack von Chlor' auf wenig Gegenliebe. Bis der junge Mann im Hallenbad die Bekanntschaft einer echten Athletin macht, die sich seiner ungelenken Schwimmversuche annimmt. Der Widerwillen weicht bald einer Vorfreude auf den regelmäßigen Termin und einer vagen Hoffnung... Berührend und mit bemerkenswert präziser Beobachtungsgabe erzählt Bastien Vivès von der zufälligen Begegnung zweier Menschen. Er zeichnet, als bewege er sich selbst mit seinen Figuren im Bassin - den Geschmack von Chlor auf der Zunge.Schwimmen! Und das regelmäßig! Der dringliche Rat seines Physiotherapeuten stößt beim schmalbrüstigen Protagonisten von Bastien Vivès "Der Geschmack von Chlor" auf wenig Gegenliebe. Bis der junge Mann im Hallenbad die Bekanntschaft einer echten Athletin macht, die sich seiner ungelenken Schwimmversuche annimmt. Der Widerwillen weicht bald einer Vorfreude auf den regelmäßigen Termin und einer vagen Hoffnung...
Bastien Vivès erzählt von der zufälligen Begegnung zweier Menschen berührend, mit bemerkenswert präziser Beobachtungsgabe, und er zeichnet, als bewege er sich selbst mit seinen Figuren im Bassin den Geschmack von Chlor auf der Zunge.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die gute Schwimmerin 18. Juni 2010
Von Riyad Salhi TOP 1000 REZENSENT
Bastien Vives fertigte dieses Buch im Sommer 2007 an, da war er 23 Jahre alt. Ein Wunderkind auf dem Papier, in Wirklichkeit noch sehr jungenhaft, fast möchte man, dass er jeden Abend um 22 Uhr zu Hause ist. Er ist jetzt schon ein voll ausgereifter Künstler, hat eine eigene, unverwechselbare Stimme, gleich mehrere grafische Stile, die er auf virtuose Weise beherrscht, und er ist ein Beobachter von Gesten und Blicken, von Bewegungen im Raum, und vor allem: Dieses Mädchen im Schwimmbad, das würde auch ich gerne kennen lernen. Heute! Auch ich wäre jeden Mittwoch dort. Auch ich würde in ein Tief fallen, wenn sie plötzlich einen Typen mitbringt. Auch ich habe mich ein ganz klein wenig in eine Frau verliebt, die sehr viel jünger ist als ich und dazu noch nur grafisch existiert. Wie macht Bastien Vives das?

Die Handlung von "Der Geschmack von Chlor" ist in etwa genau so ergiebig wie eine kurze Erzählung von Peter Stamm oder eine beliebige Seite von "Die Obdachlosigkeit der Fische" von Wilhelm Genazino. Der Inhalt ist auch nicht wesentlich, was bezaubert und melancholisch stimmt ist die Ausführung, und natürlich die Qualität der Zeichnungen. Ein etwa Zwanzigjähriger geht wöchentlich ins Schwimmbad, dort ist alles mehr oder weniger Türkis oder Hellblau: Das Wasser, die Kacheln, die Wände, die Glasdecke. Rückenkraulen soll er wegen einer Wirbelsäulenverkrümmung, tut sich aber schwer damit, weil er die genauen Bewegungsabläufe nicht kennt. Sein Blick fällt auf eine fette Frau am Beckenrand. Dahinter schreitet: Sie. Im Schwarzen Arena-Badeanzug. Sie wird sein Fix- und Orientierungspunkt sein. Erst auf Seite 43 wird er ein Wort an sie richten. Sie bringt ihm das Schwimmen neu bei. Er lernt schnell.

Nein, sie plappern nicht über Gott und die Welt wie in Filmen von Eric Rohmer. Vielmehr sprechen sie über das Schwimmen, über wenig anderes, und sonst auch nicht viel, denn sie schwimmen, kraulen, tauchen. Und doch spüre ich, wie sehr er ihre Nähe sucht und braucht, ohne dass Vives einen inneren Monolog dafür benötigt. Kommen Sie sich näher? Ja, aber nur Millimeter. Es geht um diese Millimeter. Sie werden sich nicht küssen, und weder erfahren wir seinen noch ihren Namen. Zum Schluss bleibt ein Geheimnis: Was hat sie ihm unter Wasser mitgeteilt? Und warum - verdammt noch mal - hat er sie nie nach Hause begleitet? Warum so vorsichtig? Dabei weiß ich: Genau so wäre es auch bei mir gewesen. Mit zwanzig müsste man schon so sein wie mit dreißig, dann wäre vieles einfacher.

95 Prozent des Buches: Schauplatz Schwimmbad. Geschätzte 80 Prozent: Im Wasser. Auf den Seiten 104 bis 132 schwimmt er alleine. Wir sehen, wie er sich abstößt, seine Arm- und Beinarbeit, wie er Luft holt, immer wieder zum Balkon schaut (sie kommt nicht), keine Luft mehr bekommt, und dann sieht er etwas... Wir erfahren nicht, ob sie es ist. Die Panels sind per Hand gezogen, etwas zittrig, wie auch die Kacheln zittrig sind, doch sonst wirkt die Ausstattung sehr aufgeräumt, jedoch ist die Kolorierung so konsequent, farblich begrenzt und doch vollkommen ausreichend, so schön, wie kein Schwimmbad auf der Welt wohl sein könnte. Ein Blick auf andere Arbeiten von Bastien Vives bestätigen das hohe Niveau seiner Grafik. In meiner kleinen Comic-Bibliothek mache ich gleich Platz frei für Bastien Vives. Hoffentlich wird viel von ihm in den kommenden zehn, zwanzig Jahren ins Deutsche übersetzt. Oder ich lerne endlich Französisch.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bemerkenswertes Debut 2. Juli 2010
Von Jameson
Von seinem Physiotherapeuten wird ein schwächlicher Patient zum Schwimmen geschickt. Widerwillig nimmt der Mann den Rat an und unternimmt unsportliche und ungelenke Schwimmversuche. Zufällig macht er im Schwimmbad die Bekanntschaft mit einer ehemaligen Wettkampfschwimmerin, die ihm hilft, seinen Schwimmstil zu verbessern. So lernt er immer mehr von ihr, bis sie eines Tages in männlicher Begleitung im Schwimmbad erscheint.

Bastian Vivès legt in der vorliegenden Story sehr viel Wert auf Atmosphäre und Stimmungen. So fühlt man als Leser mit dem Patienten, der sich zunächst in einer dunklen und trostlosen Nacht mit einem Freund zum Schwimmen verabredet. Vivès muss auch ansonsten häufiger ein Schwimmbad besucht haben, denn neben der Haupthandlung um den Patienten, dessen Namen der Leser ebenso wenig erfährt wie den Namen der Schwimmerin, fügt er immer wieder Details ein, wie man sie von einem Besuch des Schwimmbades kennt. So gibt es überfüllte Zeiten, in denen ein Schwimmen kaum möglich ist, ein Mann, der ihn beim Duschen haargenau inspiziert oder auch Leute, die sich nur an den Beckenrand setzen, und erst gar nicht ernsthaft schwimmen wollen.
So leidet man als Leser fast schon mit den Patienten bei seinen ersten Schwimmversuchen. Chlor beißt in den Augen und das Wasser steigt ihm in die Nase. Auch mit der Kondition des Patienten wird es nur langsam und nach den ersten Trainingseinheiten mit der Schwimmerin besser. Parallel hierzu versteht er sich auch mit der Schwimmerin immer besser. Sehnsüchtig wartet er mittwochs, bis sie endlich das Schwimmbad betritt. Immer wieder wandert sein Blick zum Balkon, auf dem er sie immer zuerst sehen kann.
Als sie ihm eine Botschaft unter Wasser zukommen lässt, die er nicht entschlüsseln kann, ist er auf den nächsten Mittwoch und die angekündigte Auflösung gespannt.
Ich möchte an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wie Vivès seine Story zu Ende erzählt. Es sei lediglich versichert, dass es eine Menge Interpretationsspielraum gibt und genau den sollte jeder Leser dieser Story für sich ausüben, da gerade hierin unter anderem der Reiz liegt.
Ebenso beeindruckend ist die atmosphärische Dichte dieser Story, die Vivès mit nahezu lakonischen Dialogen und der zeichnerischen Gestaltung des Schwimmbades erreicht. Gerade dieses Schwimmbad wirkt so steril, dass man als Leser mit ins Schwimmbecken eintaucht und den Geschmack von Chlor auf der Zunge hat.
Vivès steht erst am Anfang seiner Karriere. Dennoch hat er schon zahlreiche Stories geschrieben und gezeichnet. Ich bin mir sicher, dass Reprodukt hiervon noch einige veröffentlichen wird. Die Entscheidung, als deutsches Erstlingswerk, diese preisgekrönte Story zu veröffentlichen, war auf jeden Fall richtig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
poetische Melancholie 18. Februar 2012
Schwimmen, das ist nicht seine Welt. Deswegen hört er auch nur widerwillig auf seinen Physiotherapeuten. Aber dieses Mal muss es sein. So begibt sich unser 'Held' ins das städtische Hallenbad. Eigentlich ist es hier ganz schön, der große Raum mit dem Glasdach. Doch schwinnen, das scheint eine eigene Welt zu sein und er will da nicht so recht reinpassen. Das ändert sich, als er eine junge Frau bei einem seiner Besuche bemerkt. Schön und atletisch, scheint das Wasser ihr Element zu sein. Dann schafft es sein Freund auch noch, ein Gespärch mit der Schwimmerin zu beginnen, als er ihn zu einem der Termine im Schwimmbad begleitet. Als sie ihn nächste Woche wegen seinem Freund anspricht, kommen auch diese beiden ins Gespräch. Es geht ums schwimmen. Sie gibt ihn Tipps ' und während er besser wird, beginnen sie auch langsam über andere Themen zu reden.

Wie im richtigen Leben ist auch die Geschichte dieser Graphic Novle viel zu schnell vorbei. Ganz plötzlich, ohne Erklärungen. Aber es passt zu der melancholischen Grundstimmung der Handlung. Von Anfang hat durchzieht diese Graphic Novel ein Gefühl von Traurigkeit und Isolation. Dazu passen die Bilder von unserem einsamen Schwimmer ' besonders, wenn er taucht und die anderen Menschen durch einen Wasserschleiher betrahchtet.

Dass hier nicht viel Gesprochen wird und ganze Seiten ohne Dialog auskommen, unterstricht diese Wirkung nur noch. Aber sie zeigt auch, dass eine Geschichte auch ohne viele Worte viel zu sagen hat.

Der Stil von Bastien Vivès ist hier noch etwas skizzenhafter als in seinen anderen Werken. Die schemenhaften Wahrnehmungen von anderen Menschen mögen sicher gut zu der Einstellung des Schwimmers passen, aber sie können auch nicht jedermanns Sache sein. Wer sich aber darauf einlässt, bekommt eine poetische Geschichte, die doch sehr real ist und deswegen viele Leute ansprechen dürfte.

Ein kleines Meisterwerk, vielleicht nicht ganz so bewegend wie das großartige 'In meinen Augen', aber trotzdem ein wunderbarer Comic, den man gelesen haben sollte.
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