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Der Geschichtenverkäufer: Roman
 
 
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Der Geschichtenverkäufer: Roman [Taschenbuch]

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In Jostein Gaarders erstmals ausdrücklich für das erwachsene Publikum geschriebenem Roman Der Geschichtenverkäufer hat der Protagonist, Petter Spinnemann, schon von frühester Jugend an Angst vor der eigenen Fantasie. Bereits als Kindergartengänger hält er die Fäden seiner Umwelt -- besonders die der Kinder -- in der Hand, und ist doch nie ganz glücklich dabei: "Ich bestimmte, was sie machten und sagten. Sie wussten das nicht und die Kindergärtnerinnen auch nicht, aber wenn ich Fieber hatte und zu Hause bleiben musste, passierte im Kindergarten rein gar nichts. Die Kinder zogen ihre Overalls aus und an, an und aus. Ich beneidete sie kein bisschen. Ich glaube, sie aßen nicht einmal ihr Pausenbrot". Dabei droht die Einbildungskraft, die ein kleines, "Meter" genanntes Männchen mit Bambusstock streng überwacht, ihren Schöpfer beizeiten selbst zu überrollen: "Das Fantasieren war leicht, es war wie ein Tanz auf dünnem Eis. Ich drehte ausgefeilte Pirouetten auf einer schwachen Eishaut über vielen Tausend Faden Tiefe. Und unter der Oberfläche lag immer etwas Kaltes und Finstres auf der Lauer".

Dieses "Finstre und Kalte" holt den Helden im Verlauf der Handlung schließlich ein. Inzwischen ist er ein gefragter Ideengeber geworden, ein "Geschichtenverkäufer", der weniger begnadete Autoren mit spannenden, interessanten oder auch anrührenden Plots versorgt. Nun aber scheint die Tätigkeit dieser "Spinne", die die klebrigen Fäden des Literaturbetriebs gezogen hat, durch journalistische Recherche endgültig aufzufliegen. Der Autor wird zum Opfer seiner eigenen Geschichten. Und sein Leben scheint ernsthaft in Gefahr.

In Der Geschichtenverkäufer des 50-jährigen norwegischen Autors Gaarder (Sofies Welt) erzählt Petter endlich einmal seine eigene, "biografische" Geschichte. Aber auch da verwischen Dichtung und Wahrheit, "erinnerte Wirklichkeit" und "erinnerte Fantasie" immer wieder. Herausgekommen ist ein spannendes Buch, das sich nur oberflächlich als Kritik am Literaturbetrieb lesen lässt. Unter der Oberfläche des Eises aber ist Der Geschichtenverkäufer ein philosophisch tiefsinniger Roman auch über Identitätsstiftung und die Kraft der Imagination. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Auch eine Satire auf den Literaturbetrieb, aber eigentlich ein Roman darüber, wie Imagination Fakten und sogar Identitäten schaffen kann.«
Westfälischer Anzeiger 17.03.2007



»Der wahre ›Geschichtenerzähler‹ Jostein Gaarder hat mit diesem Roman ein Meisterwerk geschaffen.«
Peter Köhler, Der Tagesspiegel



»Jostein Gaarder besitzt die wunderbare Gabe, ernste Gedanken federleicht zu verpacken [...] Der Geschichtenverkäufer ist nicht nur ein intelligentes, sondern auch ein spannendes Buch.«
Heide Soltau, NDR Info/Kultur



»Der neue Gaarder ist eine amüsante, sanfte Satire auf den Literaturzirkus und die Kulturindustrie, die Raubbau mit dem Rohstoff Fantasie treibt.«
tz, München



»Jostein Gaarder verstrickt Phantasie und Realität so geschickt miteinander, daß man eigentlich dafür ein neues Wort erfinden müsste. Die überschäumende Phantasie seiner Hauptfigur mag für ihn selbst ein Fluch sein - für den Leser ist sie das Gegenteil. Eine amüsante und überaus kurzweilige Lektüre, clever durchdacht und wunderschön geschrieben.«
buchtips.net



»Ein Meisterwer!k«
Mach mal Pause

Kurzbeschreibung

Die Tragikomödie eines Mannes, der mit Geschichten handelt und nicht ahnt, daß sie gefährlicher werden können als das Leben.

Das Geschäft floriert: Klassenaufsätze gegen Süßigkeiten, später gegen weibliche Zuneigung. Ihm fliegt zu, was vielen Schriftstellern ständig ausgeht: Geschichten. Der Gedanke, selbst Schriftsteller zu werden, erscheint ihm absurd. Es drängt ihn einfach nichts ins Licht der Öffentlichkeit. Und so entscheidet er sich für eine Karriere hinter den Kulissen des Literaturbetriebs. Er wird Geschichtenverkäufer ... Die Geschäftsidee ist neu, der Erfolg überwältigend. Seine Kundenkartei reicht vom Gelegenheitsdichter bis zum internationalen Großschriftsteller, doch jeder glaubt, der einzige Kunde des Geschichtenverkäufers zu sein. Eines Tages aber tauchen Gerüchte auf. Von der »Spinne« ist die Rede, einem geheimnisvollen Manipulator ganzer Autorenbiographien. Urplötzlich findet sich der Ideenlieferant in eine Geschichte verstrickt, die von ihm stammen könnte. Doch diesmal ist sie bitterböse Wirklichkeit. Und das Ende liegt keineswegs auf der Hand.

Der Verlag über das Buch

»Der wahre ›Geschichtenerzähler‹ Jostein Gaarder hat mit diesem Roman ein Meisterwerk geschaffen.« Peter Köhler im ›Tagesspiegel‹

»Jostein Gaarder besitzt die wunderbare Gabe, ernste Gedanken federleicht zu verpacken [...] Der Geschichtenverkäufer ist nicht nur ein intelligentes, sondern auch ein spannendes Buch.« Heide Soltau, NDR Info/Kultur

»Der neue Gaarder ist eine amüsante, sanfte Satire auf den Literaturzirkus und die Kulturindustrie, die Raubbau mit dem Rohstoff Fantasie treibt.« tz

»Jostein Gaarder verstrickt Phantasie und Realität so geschickt miteinander, daß man eigentlich dafür ein neues Wort erfinden müsste. Die überschäumende Phantasie seiner Hauptfigur mag für ihn selbst ein Fluch sein - für den Leser ist sie das Gegenteil. Eine amüsante und überaus kurzweilige Lektüre, clever durchdacht und wunderschön geschrieben.« buchtips.net

»Ein Meisterwer!k« Mach mal Pause -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Jostein Gaarder, am 8. August 1952 in Oslo geboren, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft in seiner Heimatstadt und unterrichtete danach zehn Jahre lang als Lehrer Philosophie an Schulen und in der Erwachsenenbildung. Daneben schrieb er Romane und Erzählungen für Erwachsenen und Kinder. 1982 debütierte er mit der Novelle »Katalog«, 1986 erschien sein erster Erzählband für Erwachsene, 1987 das erste Kinderbuch. Nach seinem Welterfolg mit »Sofies Welt« 1993 konnte er seinen alten Beruf aufgeben und sich ganz auf das Schreiben konzentrieren. »Sofies Welt« wurde mittlerweile in 40 Sprachen übersetzt und weltweit viele Millionen mal verkauft. 1999 wurde das Buch verfilmt. Heute lebt Jostein Gaarder mit seiner Frau Siri, einer Theaterwissenschaftlerin, und seinen zwei Söhnen in Oslo.

Auszeichnungen in Deutschland/österreich:

1993 Luchs 84 (für »Sofies Welt«)

1994 Deutscher Jugendliteraturpreis (für »Sofies Welt«)

1995 Preis der Deutschen Schallplattenkritik (für »Sofies Welt«)

1995 Jugendbuch des Monats März der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur (für »Das Kartengeheimnis«)

1996 Jugendbuch des Monats September der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«)

1996 Das Goldene Kabel (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«)

1996 Platz 2 der Jungen Jugendbuch Jury (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«)

1997 Preis der Deutschen Schallplattenkritik (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«)

1997 österreichischer Jugendbuchpreis der Jury der jungen Leser (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«)

1997 Buxtehuder Bulle (für »Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort«) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Auszug aus Der Geschichtenverkäufer. von Jostein Gaarder. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auf dem Weg durch Aurlandsdalen kam mir ein Gedanke. Er war mir ganz neu und hing damit zusammen, daß ich kurz zuvor im Club 7 einen jungen Autor kennengelernt hatte. Er war nur vier oder fünf Jahre älter als ich. Ich hatte ihn zu einer Flasche Wein eingeladen, und wir hatten uns einen ganzen Abend lang unterhalten. Er trug zwar eine fetzige John-Lennon-Brille, die richtige Menge Haare und Bart und einen korrekt verschlissenen Cordanzug, aber er war noch mindestens ebenso kindlich wie meine Altersgenossen, die Abiturienten. Ich zog eine Notiz hervor, die ich mir früher an diesem Tag gemacht hatte, es handelte sich um drei oder vier dicht beschriebene Seiten mit einem raffinierten Romansujet. Ich ließ ihn meinen Text überfliegen, und er war begeistert. Er musterte mich neidisch, dann überschüttete er meinen Entwurf mit wildem Lob. Was mich nicht überraschte: Ich wußte, daß die Romanidee großartig war. Trotzdem machte es mir keine Freude, gelobt zu werden, schon gar nicht von einem so jungen und unerfahrenen Autor; deshalb hatte ich ihm meine Notizen nicht gezeigt. Wenn du den Wein bezahlst, kannst du die Idee haben, sagte ich. Er glotzte mich an. Ich verspreche dir, niemandem zu erzählen, woher du sie hast, aber das kostet dich den Wein und fünfzig Kronen. Er gab mir das Geld zurück, das ich bereits für den Wein bezahlt hatte, und legte noch einen Hunderter dazu. Im Club 7 mußte der Wein bezahlt werden, bevor die Flasche geöffnet wurde. Als ich das Geld einsteckte, entdeckte ich Meter. Er stolzierte wütend zwischen den Tischen einher, fuhr vor unserem Tisch herum und drohte mir mit dem Stock.
Heute ist der junge Mann mit der John-Lennon-Brille einer der führenden Autoren des Landes, vor nicht allzu langer Zeit wurde sein fünfzigster Geburtstag gefeiert. Ich bin ihm später noch viele Male begegnet, inzwischen fließen mir zehn Prozent der Honorare aus seinen Buchverkäufen zu. Aber das wissen nur er und ich.
In Aurlandsdalen blieb ich lange vor einem großen Hexenkessel stehen, der Vetlahelvete genannt wird, Kleine Hölle; hier ging mir zum ersten Mal auf, daß ich mir mit meinen vielen Ideen vielleicht doch meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Mit ihnen besaß ich etwas, das vielen anderen nicht gerade zuflog. Ich war nicht eitel und wollte auch nicht berühmt werden, aber ich brauchte Geld und hatte nicht vor, mir einen Sommerjob zu suchen. Nach dem 15. September würde ich zudem über keinerlei Einkommen mehr verfügen, das hatte mein Vater absolut klargestellt. Ich würde sicher studieren, hatte er gesagt, und alle Studenten hätten Anspruch auf ein Studiendarlehen. Vater wußte nicht, daß ich von einem Studiendarlehen niemals würde leben können, schon die Kosten für die Mädchenbesuche sprengten den Rahmen dessen, was ich von der staatlichen Darlehenskasse erwarten konnte. Wenn ich kein Geld hätte, könnte ich mich außerdem nicht mehr frei bewegen. Diese Vorstellung sagte mir überhaupt nicht zu.
Meine plötzliche Eingebung streifte mich eigentlich nur kurz, so, wie Eingebungen eben durch unser Bewußtsein jagen. Wenn ich es überhaupt erwähne, dann nur, weil ich so genau Zeit und Ort des ersten Auftauchens meiner Idee nennen kann. Sie kam mir, als ich in die Vetlahelvete hinunterstarrte. Ich weiß noch, daß ich sie gut fand, mehr noch: ich hielt sie für eine Metaidee, eine Idee, die alle anderen Ideen, die ich je gehabt hatte, umfaßte und ihnen den gebührenden Platz zuwies.
Heute läge es nahe, diese Wanderung durch Aurlandsdalen als Ausgangspunkt für meinen Pakt mit dem Teufel zu betrachten.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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