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Der Geschichtenerzähler: Roman [Gebundene Ausgabe]

Mario Vargas Llosa
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

31. Juli 1990
Seit seiner ersten Reise nach Yarinacocha, an einem schwer erreichbaren Seitenarm des Amazonas gelegen, fühlt sich der peruanische Autor Mario Varga Llosa von der Welt der Urwaldindianer in Bann geschlagen. Besonders faszinierend ist für ihn die Gestalt der Geschichtenerzählers. Von Zeit zu Zeit taucht dieser auf, und die Stammesangehörigen lauschen nächtelang seinen Erzählungenun Mythen. Im Verlauf einer äußerst spannenden Romanerzählung versucht der Autor, die Funktion des Geschichtenerzählers zu ergründen. Ist er der Bewahrer letzter Weisheiten, unentbehrlich für das Selbstverständnis einer Kulturgemeinschaft, die um ihr Leben kämpft?


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (31. Juli 1990)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518403117
  • ISBN-13: 978-3518403112
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 401.958 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der deutsche Leser, der mit liebender Neugierde über Grenzen zu treten bereit ist, um mit dem Autor ein Stück Urlandschaft seines Landes zu entdecken, die im Unbewußten des weißen Städters unerforscht ruhte, wird einen Gewinn buchen und vielleicht an Hamlets Worte zu seinem Freund denken: >Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.<« (Curt Meyer-Clason )

Über den Autor

Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman Die Stadt und die Hunde erschien. Der peruanische Romanautor und Essayist ist stets als politischer Autor aufgetreten und ist damit auch weit über die Grenzen Perus hinaus sehr erfolgreich. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Das grüne Haus, Das Fest des Ziegenbocks, Tante Julia und der Schreibkünstler und Das böse Mädchen.
Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard, Princeton und Oxford. 1990 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático (FREDEMO) bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag in der Stichwahl. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück.
Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur. Heute lebt Mario Vargas Llosa in Madrid und Lima.

 

 


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Annäherung an eine Amazonaskultur auf emotionale Art 22. Februar 2003
Format:Taschenbuch
Der Ich-Erzähler des Romans "Der Geschichtenerzähler", der aus Peru stammt und in Florenz humanistischen Studien nachgeht, sieht in einem Geschäft zu Beginn des Romans eine Photoausstellung über ein indianisches Volk der Amazonasregion, die Machiguengas.Dies veranlasst ihn, seine Erlebnisse niederzuschreiben.

Er kennt die Machiguengas von den Erzählungen seines Freundes und Komilitonen Saul zu gemeinsamen Studienzeiten in Lima. Saul war tief berührt von dieser Kultur und beschäftigte sich mit dem Eingriff der Zivilisation in das Leben und den Lebensraum von amazonischen Stämmen.

Der Ich-Erzähler reiste selbst in den Amazonas-Urwald und trifft dort christliche Missionare und Linguisten, die mit den Machiguengas zusammenleben und sie studieren. Der chronologische Erzählfluss der Geschichte dieser Annäherung an die Machiguengas wird immer wieder von laengeren Mythen des amazonischen Volkes unterbrochen. In diesen phantasiereichen Passagen nähert sich der Leser den mythischen Gestalten und das "uns" fremde Denken fasziniert.
Tritt eine neue Erscheinung auf, so wird in diesen Geschichten oft die naheliegenste Erklärung zum Glauben erhoben. Zu Beginn fand ich das sehr befremdlich, doch mit dem Lesen des Buches begreift man, dass das eigene Weltbild ebenso auf "einfachen", heuristischen Erklärungen und übernommenen "Wahrheiten" besteht.

Auch wenn man von unserem gebildeten Standpunkt solche Kulturen als primitiv bezeichnet, und das tut der Erzähler des Buches ebenso, und eine Zerstörung dieser Lebensformen durch unsere industrielle Gesellschaft unausweichlich erscheint, so gelingt es dem Erzähler dennoch, uns den sehr grossen Verlust beim Verschwinden solcher Kulturen nahe zu bringen.

Der Roman weckt ein starkes Argument für Toleranz in uns, das Mitgefühl.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Schelli TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In diesem Werk verschwimmt die Lebensgeschichte des Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa mit der Geschichte einer fiktiven Person, die in der Ich-Form erzählt, und die durchaus Llosa selbst sein könnte.

Mit einer samtig weichen und dennoch präzisen Sprache (an dieser Stelle sei der hervorragenden Übersetzerin Elke Wehr gedankt!) entführt uns Llosa in eines der großen Probleme der peruanischen Gesellschaft - in das des Umgangs mit den Amazonaskulturen in Peru.

Zitat Llosa bzw. dessen fiktiven Ichs:
"Sollten sechzehn Millionen Peruaner auf die natürlichen Ressourcen von drei Vierteln ihres Territoriums verzichten, damit sechzig- oder achtzigtausend Amazonas-Indianer einander seelenruhig weiterhin mit Pfeilen abschießen, Schrumpfköpfe herstellen und die Boa constrictor anbeten konnten?"

Unser fiktiver Llosa berichtet aus seinem Leben bis hin zu seinem Ruhestand, den er u.a. in Florenz verbringt, wo ihm in einer Galerie eine Fotographie eines Geschichtenerzählers der Machiguengas auffällt. Geheimnisvoll sind sie diese Erzähler der Mythen der Machiguengas, deren ganz konkrete Aufgabe "Llosa" niemals so ganz verstehen wird. Das Bild jedoch bringt längst vergangene Erinnerungen, so dass sich der Roman in der Folge in zwei Handlungsstränge aufteilt: 1. Das Leben des "Llosa" und seine Kontakte mit den Amazonas-Indianern, und 2. die Mythen der Machiguengas. Bei letzterem bedient sich der Nobelpreisträger der Aufzeichnungen von Padre Joaquin Barriales, O.P.

Die eigentliche Geschichte beginnt in den 1950er Jahren in Lima, wo Llosas fiktives Ich an der Philosophischen Fakultät studiert, und wo er einen Kommilitonen namens Saul Zuratas kennenlernt. Dieser hat einen großen Leberfleck im Gesicht, was ihm den Spitznamen Mascarita und eine weitgehende soziale Isolation einbringt. Brillant ist, wie Llosa diesen Zeitabschnitt Perus Atmosphäre einhaucht. Die Eindringlichkeit Llosas Formulierungen ist gewaltig, und so wissen wir nie so richtig, ob nicht Llosa doch aus seinem eigenen Leben erzählt.
Jedenfalls bringt Mascarita dem fiktiven Llosa besagtes gesellschaftliches Problem der Amazonas-Völker näher, wobei es ihm die Machiguengas besonders angetan haben. Mascarita plädiert für den vollkommenen Rückzug der weißen Gesellschaft Perus, damit die Mchiguengas ungestört deren Leben führen können.
In der Folge kommt "Llosa" mit diesem Indianerstamm sowie ethnologischen, linguistischen Forschern und Missionaren vor Ort, wie auch mit alten Abschriften vergangener Missionare in Berührung. Die Machiguengas werden "Llosa" bis zum Ende dieses Romanes und damit dessen gesamtes restliches Romanleben nicht mehr loslassen....

Im zweiten Handlungsstrang wird es für den Leser faszinierend und durchaus auch anstrengend. Zu verwirrend ist die animistische Gedankenwelt der Machiguengas, in die wir förmlich reingestossen werden. Ist Tasurinchi nun Gott, Bote oder ein guter Geist? Kientibakori ist jedenfalls der böse Widerpart Tasurinchis. Mit gemischten Gefühlen sehen wir die christlichen Einflüsse, die auch die Dreifaltigkeit betreffen ("Ich bin der Atemhauch Tasurinchis, ich bin der Sohn Tasurinchis, ich bin Tasurinchi. Ich bin alle diese drei Dinge zugleich.")
Wenn der Leser kein Freund der Ethnologie ist, wird diese Hälfte des Romanes eine harte Geduldsprobe. Erst langsam schält sich die Bedeutung der Geschichtenerzähler der Machiguengas heraus, die die Lieder und Mythen dieses Volkes bewahren, die von der Entstehung der Welt und des eigenen Volkes singen, aber auch den traumatischen Kontakt mit den nicht-indogenen "weissen" Bewohnern Perus behandeln. Sklaverei, Krankheiten und Tod sowie die Vergewaltigung der Natur durch die Weissen haben ihre Spuren bei den Machiguengas und deren Lebensweise hinterlassen.

Womit wir letztlich zu "Llosas" Freund Mascarita kommen, der sich verstärkt und nahezu fanatisch für die Selbstbestimmung der Machiguengas einsetzt. Und lange müssen wir warten, bis wir den wahren Grund für den Titel dieses Romanes erfahren dürfen.

Ohne alle Fragen vollständig beantwortet zu haben, schließt Llosa diesen Roman meisterhaft, und der Leser schließt sein Buch recht nachdenklich und auch beinahe ehrfürchtig.....
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastische Brücke in eine andere Welt 8. August 2011
Format:Taschenbuch
In "Der Geschichtenerzähler" bewerkstelligt Vargas Llosa etwas vom Schönsten, was Literatur leisten kann: Er geleitet in eine andere Welt, die uns ohne kundige Führung unweigerlich verschlossen bliebe. In seiner unnachahmlichen Art: dicht, kunstvoll verwoben, spannend aus dem Wesen seiner Erzählung heraus - ohne vordergründige "Action": Die magisch-spirituelle Kultur des peruanischen Urwaldvolkes der Machiguengas wäre nicht mehr lebbar in unserer industrialisierten Welt. Aber sie macht den Blick weider frei auf universale Werte, denen sich keine Gesellschaft auf Dauer verschließen kann: Ein kindlich ernstes Interesse an der Schöpfung. Ein feines Gefühl für ein ausgewogenes - heute würden wir sagen: nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur. Seine "Welt-erklärung" hat der Stamm in bildstarke Geschichten gemünzt. Interessant, in wie vielen Anklängen sie jenen Mythen gleichen, die europäische Ur-Kulturen überliefert haben. Und bezeichnend, wie sicher sie über alle Kulturen und Altersstufen hinweg ansprechen: Ich habe meinen Kinden den einen oder anderen Machiguenga-Mythos vorgelesen. Etwa jenen von Inaenka, der verräterisch hinkenden Verkörgerung tödlicher Krankheit in der Gestalt einer Frau, deren Kopf eine Blase ist, aus der sie ihre Opfer mit siedendem Wasser begießt. Meine Kids konnten die Geschichte nicht oft genug hören. (Ich auch nicht.)
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1.0 von 5 Sternen Nicht mein Geschmack
Mir persönlich hat an diesem Buch - ich habe es sowohl in Deutsch, als auch in Originalsprache gelesen - nur das erste und letzte Kapitel gefallen, wo Vargas Llosa als... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Tagen von L. Wach veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Großartige Erzählung
Eine höchst beeindruckende Lektüre ist Llosas "Der Geschichtenerzähler". Vielschichtig, verblüffend und zeitweise atemberaubend. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von J. Reimann veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Annäherung an eine fremde Amazonaskultur auf emotionale Art
Der Erzähler des Romans "Der Geschichtenerzähler", der aus Peru stammt (ebenso wie der Autor) und in Florenz humanistischen Studien nachgeht, sieht in einem Geschäft... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2003 von "p-arachno"
5.0 von 5 Sternen Perus Kulturen....
"Der Geschichtenerzähler" von Mario Vargas Llosa ist ein faszinierendes Werk über Peru und die ethnischen Gruppen dieses Landes. Lesen Sie weiter...
Am 19. Dezember 1999 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Blick auf Perus zwei Kulturen
Mario Vargas Llosa ist wohl der bedeutendste zeitgenössische Autor Perus. Und dieses ist wohl sein ‚peruanischstes' seiner Werke. Lesen Sie weiter...
Am 15. September 1999 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Interessant, doch bisweilen anstrengend zu lesen
"Alle Gesichter richteten sich, wie die Radien eines Kreises, auf den Mittelpunkt, eine männliche Gestalt, die im Zentrum des Kreises der gebannt lauschenden... Lesen Sie weiter...
Am 23. Juni 1999 veröffentlicht
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