Mein lieber Mister Sedgwick, meinen Glückwunsch, Sie haben es mal wieder geschafft!
Dieser Vampirroman tanzt völlig aus der Reihe seiner Kollegen. Die Idee ist nicht neu, denn Sedgwick bedient sich einer Mischung aus allen Vampirsagen, vor allem aus Russland, Polen etc., die er finden konnte und mischte aus ihnen einen Vampirroman, dessen Story etwas Abwechslung zum liebesgeschwängerten Einheitsbrei bietet.
Ich möchte nicht zu viel verraten - und das kann schnell passieren, da das Buch leider nur etwas über 200 Seiten stark ist - deshalb nur so viel: Wer einen klassischen Handlungsstrang a'lá Ann Rice mit einer tragischen Liebesgeschichte wie in "Bis(s) zum Morgengrauen" erwartet ist hier völlig fehl am Platz.
Die Handlung bleibt durchgehend spannend und entwickelt sich oft anders als erwartet und im Gegensatz zu manch anderem Schinken gibt Sedgwick dem Leser die Gelegenheit mitzudenken und sich selbst - ebenso wie der Hauptcharakter - das Hirn über die aufkommenden Rätsel zu zermartern.
Vor manchen Klischees ist auch der beste Autor nicht gefeit, aber das möchte ich ihm gerne verzeihen, dafür, dass er endlich einen Vampirroman geschrieben hat, der das 0815-Schema durchbricht.
Wer mit den oben genannten Autorinnen und Konsorten nichts anfangen kann, dem kann ich das Buch nur wärmstens ans Herz legen. Wer auf der Suche nach schmalztriefenden Lovestories ist, der sollte die Finger von diesem Buch lassen, um ihm schlechte Rezensionen zu ersparen.