Ein hundertprozentiger Peretti-Thriller (Polizisten, Christen, Dämonen...)!!
Aber in diesem Werk kommt der Autor älter und reifer daher - und er wagt sich an das allerschwerste Thema innerhalb der frommen Branche: Die Mißstände in manchen Pfingstgemeinden.
Mit Herzblut und Tränen im Füller beschreibt (betrauert!) er Realitäten - und der betroffene Leser wird oft nicht wissen, ob er lachen oder weinen soll.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Travis Jordan, ein Ex-Pastor, der sich seiner religiösen Vergangenheit schämt:
Er hat ehrlich und engagiert gekämpft und sich aufgerieben an verdorrten Strukturen. Er hat verkraftet, wie Kranke n i c h t geheilt wurden. Er hat die psychologischen Spielchen der Pastoren durchschaut und auch selbst gespielt. Der "Gemeindekram" hängt ihm nun zum Hals heraus. Travis will nur noch eines: seine Ruhe.
Da sucht eines Tages ein Wundertäter sein kleines Heimatstädtchen Antioch heim: Engelerscheinungen, weinende Kruzifixe, Heilungen und dergleichen stehen fortan auf der Tagesordnung. Die Menschen sind begeistert und die Medien hemmungslos entzückt.
Der desillusionierte Travis ist der einzige, der gelassen und unbeeindruckt bleibt. Und der einzige, an dem Nichols, der gefährliche Wundertäter, wirklich interessiert ist.
Alles spitzt sich mehr und mehr auf einen Zweikampf der beiden zu. Nichols konfrontiert den Ex-Pastor, zwingt ihn, sich der eigenen Biographie zu erinnern. Und tatsächlich: Erschütternd ähnlich sind sich beider Erfahrungen!
Widerwillig läßt Travis sich schließlich ein auf einen Kampf, auf Nichols, auf sich selbst. Und wird dafür am Ende zum zweiten Mal mit einer Frau belohnt, die nicht "in Sprachen beten" kann...
Eines von Perettis besten Büchern, wenn nicht das beste überhaupt.
Und die vom Himmel geschickte Pflichtlektüre für Gemeindeleiter und Bibelschüler!
Achtung: Mit Gruseleffekten, als Bettlektüre nur bedingt geeignet!