Nach 13-jähriger glücklicher Ehe wagen Simone und Eric einen Neubeginn in Südfrankreich. Sie wollen sich dort ihren Traum vom eigenen Haus mitten in unberührter Natur verwirklichen. Zudem wollen sie ihre Brötchen künftig mit der Vermietung von Gärtezimmern verdienen. Das Haus ist schnell gefunden. Es handelt sich um ein heruntergekommenes altes, seit Jahren leer stehendes Weingut. Im Baumarkt lernt Eric zufällig Peter kennen, der eine Baufirma leitet und ihm rasch Unterstützung beim Wiederaufbau anbietet. Daß Peter früher im Untergrund gearbeitet, Waffen und Drogen geschmuggelt hat und heute ausnahmslos ehemalige Straftäter beschäftigt, erfährt der Leser erst später.
Als Eric vollständig in den Bauarbeiten mit den französischen Leiharbeitern aufgeht und immer weniger Zeit mit Simone und den Kindern verbringt, läßt Simone sich schließlich auf die Avancen des 10 Jahre jüngeren und Muskel gestählten Michel ein und beginnt mit ihm eine leidenschaftliche Affäre. Auch hier finden sich wieder einige feinfühlige erotische Szenen, die typischerweise aus der Feder einer Frau stammen. Diese ménage à trois geht so lange gut, bis Peter die beiden auf einer Feier überrascht und Simone mit seinem Wissen erpresst. Wie lange kann Simone diesem Druck standhalten und das Unaussprechliche vor ihrem Mann geheimhalten ?
Auf der ersten Seite erfährt man bereits, daß Simone von der Polizei festgenommen und des Mordes bezichtigt wurde. Die Szenen aus dem Untersuchungsgefängnis wechseln mit der ländlichen Idylle ab und halten den Leser auf Trab. Wer zu Tode kam, erfährt der Leser erst später.
Mir hat diser Spannungsroman ausgesprochen gut gefallen und ich habe ihn am heutigen sonnigen Sonntag in einem Rutsch gelesen. In den Niederlanden wurde die passionierte Fotografin Esther Verhoef mit zahlreichen Preisen für ihre drei Kriminalromane "Rastlos", "Der Geliebte" und "Hingabe" ausgezeichnet. "Der Geliebte" hat mir sogar noch ein wenig besser gefallen als
Hingabe: Psychothriller. Die Leser, die den Romanen von Joy Fielding und Nicci French etwas abgewinnen können, werden Ester Verhoef lieben. Für mich jedenfalls war sie eine lohnende Entdeckung.