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Der Geldkomplex: Meinen Gläubigern zugeeignet [Audiobook] [Audio CD]

Franziska Gräfin zu Reventlow , Wiebke Puls
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

21. September 2004
Auf der Flucht vor ihren Gläubigern und vermittelt von ihrem Arzt Dr. Baumann, einem Freudianer, der sie unbedingt analysieren und von ihrem «Geldkomplex» befreien möchte, hat sich die Erzählerin dieses Briefromans in ein Sanatorium abgesetzt, einen ´Zauberberg´ der besonderen Art, bevölkert von einer tollen Truppe von Hochstaplern, Bankrotteuren und Profiteuren, versoffenen russischen Adligen und spleenigen Witwen. Dort, in bester Gesellschaft, wartet sie auf ihr Erbe. Sie hat einen baltischen Baron zum Schein geheiratet, ledig wäre er nicht erbberechtigt gewesen. Den kommenden Geldsegen wollen sie sich teilen. Als er kommt, tut sie einmal etwas Vernünftiges. Sie bringt das Geld auf die Bank. Aber die Bank geht wenige Tage später bankrott und sie hat alles verloren. Sie nimmt es leicht – mit Sigmund Freud: «Ich habe die Sache mit dem Geld niemals ernst genug genommen (...) – ich habe es entschieden ins Unterbewußtsein verdrängt, und das hat es sich nicht gefallen lassen.»

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: HörbucHHamburg; Auflage: 1., Aufl. (21. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899031652
  • ISBN-13: 978-3899031652
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.756.468 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Franziska Gräfin zu Reventlow (1871 – 1918) war die schillernde Figur der Schwabinger Bohème. Sie hatte engste Kontakte zu den Künstlern der Zeit, verdiente sich -- getrennt von ihrer wohlhabenden Familie -- ihren Lebensunterhalt als Übersetzerin, Malerin, Schauspielerin und Schriftstellerin. Sie wurde Inbegriff für eine mutige, mit allen Konventionen brechende, sexuell freizügig lebende Frau des beginnenden 20. Jahrhunderts, vor dem Ersten Weltkrieg. Das 1916 veröffentlichte, schonungslos offene, stark autobiografische Buch Der Geldkomplex ist ihr wichtigstes literarisches Werk.

Im Genre des Briefromans erzählt die Erzählerin einer Maria von ihrer notorischen Geldnot. Eingepackt in einen jovialen Plauderton beschreibt sie das Treiben in der Nervenheilanstalt, wohin sie vor ihren Gläubigern geflohen ist, schildert ihr makabres Zusammenleben mit Abenteurern, Hochstaplern, Bankrotteuren und verbitterten Witwen. Wenn nur das Geld nicht wäre; es ist ihr ärgster Feind, denn nur „es“ alleine kann ihr ihre Lebensfreude verdrießen. „Wie könnte das Leben schön sein, ohne die Geldsorgen!“ lautet ihr Motto.

Wiebke Puls, sie spielt am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und wurde 2003 mit dem Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet, liest den (Lebens)-Roman der prominenten Frau der Schwabinger Bohème. Ihre Interpretation macht deutlich, welches Elend hinter der Frau steckt, die um jeden Preis Geld besorgen musste. Einer Frau, die zwar mutig die verwandtschaftlichen Bande gelöst hat, aber nach wie vor in aristokratischer Manier davon überzeugt ist, dass Geld ihr zusteht. Wenn die Sprecherin vom Freudianer Dr. Baumann spricht, einem „Dummkopf“, der ihre Geldsorgen als verdrängte Sexualität versteht, entbehrt das Ganze nicht einer gewissen Komik.

Fazit: Ein offener Bericht über das eigene, von Geldnot absolut dominierte Leben, und das anderer Spekulanten und Stehaufmännchen. Klug bis zu einem gewissen Grad, und heute noch genauso gültig.

Lesung, Spieldauer: ca. 154 Minuten, 2 CD. --culture.text

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Geboren am 7. Mai 1867 in Kobiele Wielkie bei Radomsko; gestorben am 5. Dezember 1925 in Warschau. Reymont ließ sich 1893 in Warschau als Schriftsteller nieder, wo er 1896 seinen ersten Roman Die Komödiantin veröffentlichte. Reymont gehörte zum Kreis der Dichter der Mloda Polska (Junges Polen). Er erhielt 1924 für seinen Roman Die Bauern den Literatur-Nobelpreis. Quelle: Wikipedia -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Der 1910 erstmals erschienene Briefroman "Der Geldkomplex" von Fanny zu Reventlow (das "Franziska" verpasste man ihr erst posthum) spielt in einem Sanatorium zur Heilung zerrütteter Nerven... aber so geradlinig, wie uns das heutzutage scheint, hängen in diesem Prachtstück Geld und zerrüttete Nerven natürlich nicht voneinander ab -- auch wenn sogar ein Vertreter der 1910 erste Furore machenden Psychoanalyse mit von der Partie ist. Doch wer hier tiefschürfende Seelengrabungen erwartet, ist auf dem falschen Dampfer.

Neben der Ich-Erzählerin, die in 25 Briefen eine Freundin auf dem laufenden hält, und einem labilen Psychoanalytiker treten noch einige skurrile Mitpatienten auf -- eine Existenz gescheiterter als die andere: Ein versoffener russischer Adliger samt Hofstaat und treuloser Braut; Intriganten; eine larmoyante Witwe; ein begnadeter Gründer von Aktiengesellschaften und ständiger Bankrotteur, und noch so einige Exzentriker jener Epoche. Eine vielversprechende Gesellschaft also, was die Unterhaltung betrifft (Und es sei gleich verraten: Aus dieser erlesenen Gesellschaft konstruiert Fanny zu Reventlow eine geistreiche Romanhandlung von sprühendem Witz, die ihresgleichen sucht).
Außerdem ist da noch der "Miterbe" dabei -- ein ebenfalls dem Alkohol heftig zugeneigter exaltierter Russe, der zum Schein mit der Erzählerin verheiratet ist, um an sein Erbe zu kommen. Und um dieses Erbe geht es hier vor allem. Das heißt, zunächst geht es natürlich um den "Geldkomplex" der Erzählerin -- so bezeichnet der Psychoanalytiker Dr. Baumann deren notorischen Geldmangel, die stetige Angst vor ihren Gläubigern und die Flucht ins Sanatorium.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Anna D.
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
An einem Tag kann man dieses Buch gelesen haben. Und eigentlich will man es auch in einem durchlesen, da die Geschichte bis zum Ende auf eine gute Nachricht hoffen lässt: Frau zu Reventlow leidet in diesem Buch an einem "Geldkomplex" - der Zwang, immer über Geld nachdenken zu müssen und alles davon abhängig zu machen. So lässt sie sich in einem Sanatorium einquartieren. Nach einiger Zeit geht sie Kontakte zu anderen Patienten ein, ein etwas skuriler "Freundeskreis" entsteht. Die Gruppe analysiert andere Patienten, die eigenen Leiden sind stets Hauptthema. Jedes Gruppenmitglied versucht mithilfe von anderen Lösungen für seine Probleme zu finden. Die Umstände verzweigen sich. Frau Reventlow wartet nun auf ein vermutetes Erbe, die Auszahlung lässt auf sich warten. Dann endlich die Meldung, dass das Geld überwiesen werden soll. Man beginnt auf Kredit zu leben, bis das Geld da ist. Doch das erhoffte Erbe zeigt sich ganz anders ...

Das Buch ist in einfacher, verständlicher Sprache geschrieben. Jedes Kapitel stellt dabei einen Brief an eine Bekannte namens Maria dar. Was das Eigentümliche an dem Werk ist, ist sein intelligenter Zynismus. Und der persönliche Blick auf Geld, Geldnot und Reichtum. Jeder Charakter im Buch geht dabei anders mit Geld um. Interessant ist die offene Darstellung von Schulden und den Ängsten vor Geldnot und Gläubigern. Das ganze "geld-arme" Leben hat sich so tief in die Gedanken der Erzählerin gebrannt, dass sie im Buch eine innere Flucht versucht. Ihr ist das selber bewusst.

Selten kann man über Gläubiger, Geldnot und die Existenzängste etwas lesen.
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