Das Etikett "Populärwissenschaft" wird diesem Werk meiner Meinung nach schon nicht mehr ganz gerecht. Es ist wahrscheinlich das fesselndste und anspruchsvollste Werk, welches v.Ditfurth zu Lebzeiten je geschrieben hat. Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise duch die Evolution unseres Gehirns und damit unseres Bewusstseins. Der Leser erfährt damit sehr viel über sich selber und seine Artgenossen und zweierlei wird überaus deutlich:
1. Wir haben genausowenig wie andere Lebewesen ein umfassendes Bild von unserer äußeren Umwelt, da der Zweck unseres Gehirns darin liegt uns das Überleben zu ermöglichen und NICHT darin vollständige Informationen über die Umwelt zu übermitteln.
2. Da dies auch während der gesamten Evolution unseres Gehirns so war, ist es in seinen heutigen Bestandteilen eine recht bizarre Konstruktion, denn seine archaichen Bestandteile bestehen nicht nur nach wie vor neben dem am höchsten entwickelten Neokortex als Sitz des "Verstandes", sondern sie bestimmen erst darüber, welche Umweltinformationen dieser überhaupt erhält. Wenn man die reine Gehirnentwicklung denn für ein Zeichen von "Höherentwicklung" halten will, wird somit deutlich, dass wir wenn überhaupt nur die vorläufige Krone der Schöpfung darstellen.
Ein sehr spannende Wissenschaftserzählung, in die ich immer wieder gerne reinsehe.