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Der Geheimagent: Eine einfache Geschichte [Gebundene Ausgabe]

Joseph Conrad , Fritz Lorch
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

17. September 2007
«Eine anarchistische Geschichte von Trostlosigkeit, Verrücktheit und Hoffnungslosigkeit.» (Joseph Conrad)

Tropische Wildnis, unendliche See, das sind die Szenerien, mit denen sich Joseph Conrads Name verbindet. In diesem Roman, seinem nach eigenem Urteil besten, tritt eine andere, nicht weniger unerbittliche Erfahrungswelt in den Blickpunkt: der Moloch Großstadt. Ein historischer Vorfall bildet den Angelpunkt für Conrads fesselnden Kriminalroman, der den Leser mitten hineinführt ins finstere Herz der Zivilisation.

Mr. Verloc betreibt ein kleines Geschäft in einem düsteren Viertel Londons. Von Kunden wird es kaum frequentiert, doch dient es einem zwielichtigen Grüppchen als Versammlungsort. Radikale politische Ansichten werden hier diskutiert, denen Mr. Verloc meist als stummer Zuhörer lauscht. In seiner Eigenschaft als Doppelagent hat er es sich behaglich einzurichten gewusst und sein Einkommen über Jahre mit nahezu vollständiger Tatenlosigkeit verdient. Doch eines Tages verlangt sein ausländischer Arbeitgeber von ihm, ein weithin sichtbares Fanal anarchistischer Umtriebe zu inszenieren.

Im fatalen Fortgang gilt Conrads Augenmerk ganz der Innenwelt seiner Figuren. Konsequent verfolgt er die Frage, die bereits der doppeldeutige englische Titel, »The Secret Agent«, aufwirft: Was ist der eigentliche, verborgene Antrieb im Handeln jedes einzelnen? Ist nicht, so scheint es, der nackte Eigennutz stets die stärkste Kraft? Und führt das nicht zwangsläufig dazu, dass widersprüchliche Interessen im Politischen wie im Privaten ungehemmt aufeinanderprallen?

Dieser Roman, der in einer der berühmtesten Mordszenen der englischen Literatur gipfelt und von Hitchcock verfilmt wurde, verbindet hochdramatische Handlung und grundlegende Fragen nach dem Wesen des Menschen auf künstlerisch gelungenste Weise.


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Der Geheimagent: Eine einfache Geschichte + Drei Mann in einem Boot. Ganz zu schweigen vom Hund!: Roman
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Manesse (17. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717518445
  • ISBN-13: 978-3717518440
  • Originaltitel: The Secret Agent. A Simple Tale
  • Größe und/oder Gewicht: 15,7 x 9,9 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 161.208 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

«Als besonders zeitresistent in Conrads literarischem Kosmos erweist sich vor allem der Roman 'Der Geheimagent' in Fritz Lorchs präziser Übersetzung; heute würde dem Buch sicherlich sofort das schrille Etikett eines Polit-Thrillers verpasst, obwohl es darüber hinaus und ungleich wesentlicher ein Meisterstück der Figurenzeichnung ist, die Conrads großartige literarische Menschenkunde verrät.» (Neue Zürcher Zeitung)

«1907 veröffentlichte Joseph Conrad jenen Roman, der sich nicht mit den seelischen Abgründen von Menschen in Extremsituationen in den Urwäldern Afrikas oder auf asiatischen Inseln befasst, hinter deren paradiesischer Fassade sich Tod und Verzweiflung verbergen. 'Der Geheimagent' spielt in einem ganz anderen Dschungel: in den Großstadt London, und erzählt von Verrat und Korruption, von einem ganz besonders dunklen Herz der Finsternis: nämlich der Gier nach eigenem Vorteil, die Privates und Politik zersetzt und die moralischen Werte bedroht.» (NDR)

«Eine spannende, ja aufregende Geschichte, eine Kriminalgeschichte und eine politische Geschichte dazu.» (Thomas Mann)

Klappentext

»Eine spannende, ja aufregende Geschichte, eine Kriminalgeschichte und eine politische Geschichte dazu.«
Thomas Mann

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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen
4.1 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Anarchist und Spießer 9. April 2007
Format:Taschenbuch
Nein, diesmal keine Exotik. Der Mann, der so faszinierende Romane aus den Tropen schreiben konnte wie "Lord Jim" oder "Herz der Finsternis" hat diesen Roman, den er "eine einfache Geschichte" nennt, im nebligen London der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert angesiedelt. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Eine "einfache" Geschichte ist das sicher nicht. An der Oberfläche geht es um Anarchisten, die das Observatorium in Greenwich, im Süden Londons in die Luft sprengen wollen und um die Suche der Polizei nach den Tätern. Aber auf einer etwas tieferen Ebene geht es um die Sprachlosigkeit zwischen den Menschen. Da leben der "Held" dieser Geschichte, Adolf Verloc und seine Frau Winnie sieben Jahre als Ehepaar miteinander, und Winnie weiß nicht, dass ihr Mann ein Anarchist ist, der im Auftrag einer ausländischen Botschaft Attentate plant und der seinen kleinen Laden in den Armenvierteln Londons nur zur Tarnung betreibt. Und Mr. Verloc hat nicht die leiseste Ahnung von der tiefen Zuneigung seiner Frau zu ihrem jüngeren Bruder Stevie, der geistig zurückgeblieben ist und der ebenfalls in ihrem Haushalt lebt. Als Mr. Verloc den Auftrag bekommt, das Observatorium in Greenwich in die Luft zu sprengen, wählt er dazu ausgerechnet seinen geistig behinderten Schwager aus, der nicht nur die Sternwarte, sondern auch sich selbst in die Luft sprengt. Und als es dann passiert ist und die Polizei sehr schnell herausgefunden hat, wer hinter dem Anschlag steckt, da versteht Mr. Verloc nicht im Mindesten den Schmerz, den er seiner Frau zugefügt hat, sondern er sieht das Ganze als ein Unglück, wie es eben mal vorkommt. Nicht er ist schuld, sondern sein Auftraggeber, der ausländische Diplomat. Und auch seine Frau trägt in seinen Augen eine Mitschuld, weil sie die Wäsche ihres Bruders mit dessen Adresse versehen hat; ein Detail, das die Polizei schließlich auf seine Spur führte. Ganz unbekümmert um den Schmerz seiner Frau, redet er davon, was sie tun soll, während er im Gefängnis ist. Da er ein Doppelagent ist, der nicht nur für die ausländische Botschaft arbeitet, sondern auch für die Londoner Polizei glaubt er allen Ernstes, er komme mit einem blauen Auge davon. Er redet sich buchstäblich um Kopf und Kragen und merkt es nicht einmal.

Bewundernswert wie Conrad die Handlung führt. Wie er den Scheinwerfer mal auf die und mal auf eine andere Person richtet. Wie er diesen Anarchisten als einen Spießer beschreibt, der völlig unempfindlich für die Gefühle anderer ist, und sei es die seiner eigenen Frau. Da der Leser sowohl die Gedanken des einen wie des anderen kennen lernt, ahnt er schon früh, dass die Handlung eine ganz andere Richtung nehmen wird, als er ursprüglich gedacht hat.

Das Motiv der Arroganz, des sich selbst Überschätzens, das schließlich zur Katastrophe führt, kennt der Leser, der schon mehr von Conrad gelesen hat, auch aus "Nostromo" und "Lord Jim", aber im "Geheimagenten" ist es meiner Ansicht nach am besten verarbeitet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen mit einem Vorwort von Thomas Mann 1. November 2011
Format:Kindle Edition
Der "Geheimagent" ist eine Kriminalgeschichte, die sich durchaus auch als Gesellschaftssatire lesen lässt. Sie ist intelligent und unterhaltsam. Sehr hilfreich und besonders zu erwähnen ist auch das ausführliche Vorwort von Thomas Mann, aus dem Jahre 1926. Doch sollte man es vielleicht besser zuletzt lesen, um nicht schon zu viel vom Verlauf der Geschichte vorwegzunehmen. Für mich war diese Lektüre ein Gewinn.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melodramatisch 10. März 2011
Von Diethelm Thom TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"A Simple Tale" lautet der Untertitel des englischen Originals, vielleicht weil zuletzt ein tragisches, persönliches Ereignis im Mittelpunkt steht, das geradlinig und spannend erzählt wird, vielleicht aber auch, weil Conrad meint, das Phänomen des ideologisch bedingten Terrorismus letztlich auf simple menschliche Motivationen reduzieren zu können. Die Charakteristiken der vier namentlich genannten Terroristen muten vielleicht deswegen streckenweise wie Karikaturen an: Da ist die Hauptperson Verloc - ein fauler Spießer, Michaelis - ein sanfter Irrer, der Professor - ein größenwahnsinniger Spinner mit der Hand immer am Auslöser der Bombe in der Westentasche und schließlich Ossipon - ein Weiberheld und gewissenloser Amateur-Mediziner. Vermutlich hätte Conrad angesichts der heutigen Probleme mit dem Terrorismus nicht so satirisch-ironisch und herablassend darüber schreiben können.
Wichtiger scheint mir die Beziehung zwischen Verloc und seiner Frau Winnie zu sein, die ihren geistig behinderten Bruder Stevie über alles liebt und alle persönlichen Ansprüche zurückstellt, weil sie sich in dem Glauben wiegt, dass ihr Mann sich ebenfalls fürsorglich um diesen Bruder kümmert. Gerade hieraus entwickeln sich dann die tragischen Verwicklungen und es entsteht eine modern anmutende, unheilvolle Beziehungsgeschichte, in der Conrad Partei für die Frau nimmt. Sicher, wir sind im Viktorianismus - Winnie fleht am Ende Ossipon an, sie vor dem Galgen zu retten, sie will sich ihm hingeben, ihn auch nie bitten, dass er sie vorher heiratet - aus solcher Gemengelage inklusive einsamen nächtlichen Straßen im Londoner Nebel mit flackerndem Gaslicht entstehen die melodramatischen, pathetischen Szenen, die für diese Zeit so charakteristisch sind. Aber wenn man eine solche Stimmungslage mag, dann ist man bei Conrad richtig: Er erzeugt mit seinem umständlich sezierenden Stil Spannung und Tiefe - ob dies aber "arguably one of the greatest novels of the twentieth century" sei, wie es auf dem Buchrücken der Penguin-Ausgabe behauptet wird, kann dann doch bezweifelt werden.
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