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Der Gehülfe: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Der Gehülfe: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Gebundene Ausgabe]

Robert Walser
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (17. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518399837
  • ISBN-13: 978-3518399835
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 275.606 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Gehülfe
OA 1908 Form Roman Epoche Moderne
Der Gehülfe ist Robert Walsers zweiter Roman. Wie schon in seinem ersten, Geschwister Tanner (1907), steht auch hier ein junger Mann im Mittelpunkt, der sich bis zum Ende des Romans kaum entwickelt. Sein Unterwerfungsbedürfnis mit narzisstischen und masochistischen Zügen ist charakteristisch für Walsers Hauptfiguren. Autobiografische Spuren sind hier leichter aufzufinden als in Walsers anderen Werken.
Entstehung: Von Juli 1903 bis zum Jahresanfang 1904 war Walser als Buchhalter und Sekretär bei dem Maschinentechniker Carl Dubler in Wädenswil bei Zürich angestellt. Hier wurde er Zeuge des schnellen Untergangs der Geschäfte seines prahlerischen Chefs. Fünf Jahre später verarbeitete Walser in Berlin seine Eindrücke aus dieser Zeit in dem Roman Der Gehülfe, den er in nur sechs Wochen anlässlich eines Romanwettbewerbs niederschrieb.
Inhalt: Der 24-jährige Joseph Marti wird nach längerer Stellenlosigkeit als kaufmännischer Angestellter in das technische Büro des Ingenieurs und Erfinders C. Tobler nach Bärenswil vermittelt. Tobler hat sein gesamtes Vermögen in Erfindungen investiert, für die sich niemand interessiert. Neben den zu führenden Korrespondenzen, in der Regel diktierte hochtrabende Bittschreiben, erstrecken sich Martis Pflichten auch auf häusliche und familiäre Dienste. Dafür bewohnt er das Turmzimmer der repräsentativen toblerschen Villa Abendstern und genießt die großzügigen Mahlzeiten gemeinsam mit der Familie. Je unaufhaltsamer Toblers Bankrott wird, umso mehr wird aus dem kaufmännischen Angestellten ein Diener des Hauses, der von seinem zahlungsunfähigen, hochstaplerischen Prinzipal statt Lohn ein sonntägliches Taschengeld erhält. Ein halbes Jahr nach Dienstantritt verlässt Marti am Neujahrsmorgen das ruinierte toblersche Anwesen. Damit sieht sich der nach Zugehörigkeit und familiärer Bindung sehnende Gehülfe erneut zurückgeworfen auf eine unsichere Existenz, die geprägt ist von Ungewissheit und Ortslosigkeit.
Aufbau: In dem geschlossenen Roman, der mit dem Dienstantritt des Gehülfen beginnt und mit seinem Weggang endet, gibt es zahlreiche Naturbeschreibungen; der Verfall des Hauses entspricht den geschilderten Jahreszeiten.
Hervorzuheben ist die Erzählsituation des Romans. Nur scheinbar dominiert das personale Erzählen aus der Sicht des Gehülfen Marti. Ein allwissender Erzähler mischt sich nicht nur mit Andeutungen und Kommentaren ein, sondern ironisiert, karikiert und pointiert das eben Erlebte, Gesagte oder Gedachte. Die Sehnsucht des Protagonisten nach einer Autorität und die damit einhergehende Selbstentfremdung finden so auch auf formaler Ebene ihre Entsprechung.
Wirkung: Der Gehülfe ist bis heute der erfolgreichste der drei Romane Walsers. Christian R Morgenstern empfahl das Manuskript dem Verleger Bruno Cassirer, der noch im Erscheinungsjahr eine zweite und ein Jahr später eine dritte Auflage druckte. 1976 wurde Der Gehülfe verfilmt und im Schweizer und deutschen Fernsehen gezeigt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

1903 hat Robert Walser bei Carl Dubler, einem hochstaplerischen Erfinder mechanischer Geräte in Wädenswil am Zürichsee, diesen "Wirklichkeitsroman, der ja eigentlich kein Roman ist, sondern nur ein Auszug aus dem schweizerischen täglichen Leben" (R. W.), erlebt und ihn vier Jahre später anläßlich eines Romanwettbewerbs zu Papier gebracht.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vielschichtig, genau, aktuell 26. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Ein vielschichtiger Roman, der auch heute spielen könnte, in der heutigen Arbeitswelt. Man sollte sich nicht täuschen lassen durch
die klare-leichte Sprache, die dazu verleitet, den Roman schnell "herunterzulesen", nein,
er braucht Zeit, Muße, erst dann entdeckt man die Doppelbödigkeit, die
Ironie, die Spannung auf jeder Seite. Kein Roman für "Aktion-Liebhaber", vielmehr
für "genaue" Leser, die Lesen als Bereicherung empfinden.
Abschließend ein Zitat von Robert Walser: "Man lebt nicht, wenn man nicht für etwas lebt."
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wie kommt es, dass man beim Namen Walser immer nur an Martin Walser denkt? Das Schicksal wollte es so, dass der Schweizer Robert Walser stets im literarischen Schatten seines deutschen Namensvetters stehen sollte. Bis heute ist das Werk Robert Walsers ein Geheimtipp unter Kennern. Unter seinen drei Romanen ragt der mittlere besonders heraus: In "Der Gehülfe" verarbeitete der Autor, aus dem Abstand eines längeren Aufenthaltes in Berlin, seine Vergangenheit als Angestellter bei einem Erfinder am beschaulichen Zürichsee. Walsers Held Joseph Marti betritt die Erfinderwerkstatt des Herrn Tobler mit einer seltsamen Mischung aus Neugier und Angst: Fortwährend kämpft er gegen diese widerstrebenden Gefühle an. Er bemerkt wohl, dass die Erfindungen des aufbrausenden und über seine Verhältnisse lebenden Erfinders Tobler längst Schnee von gestern sind. Doch er nimmt es hin, schweigt, lässt sich einlullen und muss nun zusehen, wie sein Herr und Meister sehenden Auges in die Katastrophe schlittert. Der Roman, den Max Liebermann als "kotzlangweilig" beschrieb, tuckert in der Tat recht beschaulich daher. Walsers Stil ist gemächlich, zart, aber auch humorvoll und bisweilen sarkastisch. Der große Erfolg blieb Walser versagt; erst in den 70er Jahren wurden seine Romane wieder entdeckt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Stringent, klar und in genügsam heiterem Ton ist dieses Buch geschrieben. Unterhaltsam ist es durch die feinsinnige Beobachtung und seine Umwegigkeit, die auf Mittel (z. B. Spott) verzichtet, die ein den einfachsten Weg entlangerzählender Autor gewählt hätte.

"Der Gehülfe" führt uns in die Villa eines unlängst zu Geld gekommenen Ingenieurs, der vermittels vielleicht bahnbrechender Erfindungen das große Geschäft zu machen trachtet. Im Hause wird auf großem Fuße gelebt, in der Schreibstube jedoch ordentlich und beflissen gearbeitet. Dafür ist der titelgebende Angestellte verantwortlich, in dem sich offensichtlich Robert Walser "unkenntlich" gemacht hat. Ohne Bissigkeit, seltsam naiv und dabei doch so treffsicher beschreibt er durch die Augen der Schreibkraft eine kleine Welt, in der man bald nicht mehr zu sagen wüsste, was eigentlich am kuriosesten ist: Der Angestellte selbst, wie die Dame des Hauses behauptet; seine durchaus nicht immer gering zu schätzenden Tätigkeiten; die Erfindungen des Ingenieurs oder dessen Quijotismus mitsamt Machtgebaren und ausgehöhlter Pose.

In dieser Kuriosität steckt die Ernsthaftigkeit des Buches, in der Grundfröhlichkeit die Trübnis, in der nahezu vollkommenen Kommentarlosigkeit der Kommentar. Mithin entsteht eine letzlich doch sehr geriebene Offenbarung menschlicher Konten.
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