Im Vorwort sieht man den Autor, wie er im Liegestuhl liegend ,sein eigenes Buch haltend, den Betrachter überlegen anlächelt.
So möchte man es auch haben! Nicht nur jäten, gießen, Schnecken jagen, sondern in Muße den Garten genießen.
"Das etwas andere Gartenbuch" verspricht der Untertitel.
Was ist anders an diesem Buch ?
Wo ist der Unterschied zu anderen Gartenbüchern?
Ehrlich gesagt: ich habe es nicht herausfinden können.
Auch hier geht es um Grundlagen, planerisches Vorgehen und Gestaltungsideen.
Mit der Natur soll der intelligente Gärtner arbeiten.
Das kann man auch in "Der Biogarten" von Marie Luise Kreuter lesen, viel ausführlicher und sehr viel besser!
Macht denn ein Biogarten automatisch weniger Arbeit?
Dadurch, dass auf fast jeder Seite die Rede vom intelligenten Gärtner und vom Faulsein ist, wird das Buch nicht zur Fundgrube für gartenliebende Faulpelze.
"Ideal wäre es, eine Fachfirma diese Schwerarbeit durchführen zu lassen."
Nanu?
Natürlich ist es am allerbequemsten, die Gartenarbeit zu delegieren.Doch dann braucht man ein solches Buch nicht.
Und vorausgesetzt, der intelligente Mensch verfügt über ausreichend Geld.
Der intelligente Mensch, der sein Geld lieber für Reisen ausgibt, findet im Inhaltsverzeichnis das Stichwort "Sissinghurst". Doch auf der angegebenen Seite findet sich nicht der kleinste Hinweis auf diesen Traumgarten im Südwesten Englands.
Naja, Sissinghurst ist ja auch nicht unbedingt ein Paradebeispiel für einen Garten für Faule, trotzdem: was soll der Name im Verzeichnis?
Unter dem Stichwort "Wildsträucherhecke" finden sich zwei Einträge, Seite 30 und Seite 78. Auf Seite 30 ein großes Bild von Rhododendronblüten. Die würde ich nicht unbedingt unter Wildsträucherhecke führen, außer im Rhodo- Paradies Ammerland, wo die Bodenverhältnisse so sind, dass die Rhododendren wachsen wie andernorts das Unkraut..
Etwas mehr Information, als den Hinweis, dass der Garten eine Kulturfläche ist und Rhododendron Schatten bevorzugen, wünsche ich mir hier schon,wenigsten den, dass ich, mit meinem lehmigen Boden, die Mühe auf mich nehmen muss, Rhododendren mit Torf entsprechende Bedingungen zu schaffen. Nichts für Faule!
Auch der Verweis auf den Streit der Gärtner über das, was heimisch und nicht heimisch ist, täuscht nicht über die dünnen Informationen zum Thema hinweg. Immerhin findet sich auf Seite 30 wenigstens der Begriff "Wildsträucherhecke", auf der ebenfalls zum Stichwort angegebenen Seite 78 sucht man ihn vergeblich.
Viele Hinweise scheinen auch ein paar Seiten weiter schon wieder vergessen oder belanglos.
"Eine kleine Hecke oder ein Baum sind die ideale Umgebung" heißt es,für einen Komposthaufen nämlich. Aber dann folgt auf Seite 79 ein hübscher Plan für einen Gemüsegarten und da ist der Kompost in voller Sonne, Südlage, eingezeichnet.
Das ist Schlamperei die verärgert.
Und der intelligente Leser fragt sich, ob der renommierte Ulmer Verlag Bücher für die Hand der Laien nicht mehr lektoriert.
Und kauft dieses Buch nicht.