Johannes Stüttgen hat hier akribisch seine ganz persönlichen Erlebnisse als Student, Freund und "Mitstreiter" von Joseph Beuys aufgeschrieben. In einem Monsterwerk, in dem jede einzelne Seite zum gut nachvollziehbaren, spannenden Miterlebnis wird. Beuys' vielfältig oszillierende Persönlichkeit wird spürbar und man kriegt mehr als eine Ahnung von der Bedeutung seines Einflusses auf die Entwicklung von Kunst und Kultur in der westlichen Welt. Kurze Randnotizen von relevanten zeitgeschichtlichen Ereignissen, die jeweils zeitgleich stattgefunden haben, ermöglichen der LeserIn eine bequeme Einordnung ins eigene Geschichtsbild, bzw. helfen ein solches zu erweitern und abzurunden. Mein Freund, ein ehemaliger Beuys-Schüler, meint, das Buch wäre außerdem das beste Kunststudium, das man zur Zeit finden kann. Womöglich hat er recht.