Der israelische Staatsmann Dulnikker fährt mit seinem Sekretär Zev zum Erholungsurlaub; allerdings nicht wie üblich in die Schweiz, sondern in das kleine israelische Dorf Kimmelquell, dessen Bevölkerung wie vor hundert Jahren ohne Wasser und Strom und vor allem: ohne große politische Ambitionen lebt. Dulnikker fühlt sich nun "berufen", diesen Menschen die Segnungen der modernen Demokratie näherzubringen und versucht, eine provisorische Bürgerversammlung und einen Bürgermeister zu wählen. In der Naivität, mit der sich die Bürger diesen völlig unbekannten und für ihr Dorf unnützen Organisationen nähern, steckt viel Situationskomik und oft ein kaum verhohlener Seitenhieb auf die bürokratisierte und unter Küngeleien leidene Demokratie. Doch je mehr sich die Dorfbewohner mit den neuen Gepflogenheiten anfreunden, desto mehr entdeckt Dulknikker in der Natur das ruhige Landleben, das er immer stärker genießt. Als er schließlich seinen Urlaub beenden will, wird er jedoch nicht aus dem Dorf gelassen; die Dorfbewohner haben sich seine politischen Maximen inzwischen zu eigen gemacht, so daß die Entwicklung plötzlich ins Radikale umschlägt... Kishon bietet hier eine politische Satire, die zu Anfang zwar durchaus intelligent und amüsant die Schwächen der Demokratie attackiert, im Laufe des Textes aber durch Handlungsarmut und mangelnde Originalität nicht mehr überzeugen kann. Die sprachliche Schlichtheit und Dichte, die seine Kurzgeschichten immer auszeichnete, reicht hier nicht aus, um den Leser über einen längeren Zeitraum hinweg bei der Stange zu halten. Im Detail überlegen, verliert der Roman in seiner Länge an Spannung und Tiefgang. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)