Kapuscinski ist in Polen ungefähr so bekannt wie Scholl-Latour in Deutschland und beide schienen im voraus zu wissen, wo es auf der Welt für einen neutralen Journalisten "interessant" werden würde. Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Erzählweise Kapuscinskis, dessen Reportagen mal an Joseph Conrad, mal an Bruce Chatwin und mit ihrer manchmal absurden Tragikomik sogar manchmal an Ephraim Kishon erinnern. Beispielsweise bezieht sich der Titel auf die Reportage über den Krieg zwischen El Salvador und Honduras im Juli 1969, der ein Fußballweltmeisterschafts- Qualifikationsspiel zum Vorwand hatte und im Anschluß daran begann. Kapuscinski war der erste europäische Journalist vor Ort und konnte seine Depeschen ohne Militärzensur übermitteln - "im übrigen waren sie ohnehin polnisch". Gleichzeitig hörte er im Radio Berichte über die kurz bevorstehende Mondlandung - "die ganze Menschheit juble über diesen Triumph rationalen und präzisen Denkens." (S. 284/285) Diese 25 bis 35 Jahre alten, brillanten Zeitdokumente berichten im übrigen von Konflikten, die auch heute noch zumeist aktuell sind und teilweise bräuchte man nur die Namen der handelnden Personen auszutauschen, um eine Nachricht von heute zu entwerfen: Kongo, Algerien, Nigeria, Lateinamerika, Somalia etc. Die Menschheit hat seitdem für bestimmte Probleme offensichtlich keine dauerhaften Lösungen finden können. Das Buch ist ausgezeichnet, aber der manchmal durchscheinende schwarze - nicht zynische - Humor bei gleichzeitig dargestellter Ausweglosigkeit der dritten Welt aus ihren Problemen sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, obwohl gerade das erste möglicherweise das zweite erst erträglich macht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)