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Kurz darauf allerdings liegt die frisch frisierte Dame gleich doppelt flach, ein Nacheinander eines kleinen und des großen Todes: erst im Bett ihres neuen Lovers, dann ermordet im eigenen Blut auf dem Teppich. Neben dem Mörder war Prinz wohl der Letzte, der mit Kaspari geplaudert hat. Also nimmt der Frisör die Ermittlung auf -- und kommt zu einem überraschenden Ergebnis ...
In seinem Roman-Debüt Der Frisör dreht der 36-jährige Berliner Autor Christian Schünemann so richtig auf. Und auch wenn er seine Geschichte vielleicht nicht an allen Stellen richtig geschnitten hat und bei der ein oder anderen Passage ruhig etwas mehr an Füller hätte wegnehmen können, so fällt seine Geschichte in der Gesamtheit doch überaus gefällig. Vielleicht sollte man beim nächsten Frisörbesuch auf Waschen, Färben und Föhnen verzichten und sich dafür Schünemanns mit viel Humor geschriebenen Krimi kaufen. Die ideale Lektüre übrigens auch, wenn es im Wartezimmer des Starcoiffeurs Ihres Vertrauens einmal etwas länger dauert. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Zum Inhalt: Während die Stadt München sich im Sommerloch befindet, verbringt der homosexuelle Starfrisör Tomas Prinz die heißen Nächte damit, von seinem russischen Freund Aljoscha zu träumen. Der Mord an einer seiner Stammkundinnen, der Beautyredakteurin Alexandra Kaspari, reißt ihn schließlich aus seinen friedlichen Träumen. Persönliche Motive - erstens war er vermutlich der letzte, der sich vor dem Mörder mit Alexandra Kaspari unterhielt, und zweitens war sie eine seiner Lieblingskundinnen - bewegen Tomas Prinz dazu, sich als Amateurdetektiv zu betätigen und eigene Nachforschungen anzustellen. Unterstützt wird er dabei von seiner Farbstylistin Bea, die ihm mit ihrem Astrologietick fast die letzten Nerven raubt. Für beide beginnt eine Odyssee durch die luxuriöse Welt der Zeitschriftenredakteure und Kosmetikkonzerne, in der Schein mehr zählt als Sein...
Was mir persönlich gut gefällt, ist die Ausdrucksweise des Autors! Mit einem ironischen Augenzwinkern lässt er seine Protagonisten durch das hochsommerliche München stolpern, ahnungslos wie Fliegen, die ins Spinnennetz geraten sind, aber dies noch gar nicht zur Kenntnis genommen haben. Interessant und für mich als Krimileser neu ist auch die Wahl der unterschiedlichen Tempi. So wird die in einfacher Vergangenheit erzählte Story immer wieder von den Gedanken des Ich-Erzählers unterbrochen, die im Präsens gehalten sind.
"Kriminalromane sind der Deutschen Steckenpferd nicht!" - diese Aussage, wohl in vielen Köpfen verbreitet, wird von Christian Schünemann in "Der Frisör" auf eindringliche Art und Weise widerlegt!
Christian Schünemann selbst wirkt auf dem Foto auf dem Buchrücken rein optisch jedenfalls wie eine Mischung aus dem französischen Schauspieler Alain Delon und dem deutschen Nationalfußballer Miroslav Klose. Mit diesem Buch hat er nicht nur Einfühlungsvemögen in den oftmals schwierigen Beruf des Frisörs bewiesen (Zitat: "Mein Handwerk, das weiß jeder, ist längst Kunst geworden."), sondern vor allem die Welt des deutschsprachigen Kriminalromans bereichert!
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