Der Friedhof in Prag: Roman und über 1,5 Millionen weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle. Erfahren Sie mehr

Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 10,81

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Jetzt eintauschen
und EUR 3,30 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Der Friedhof in Prag: Roman auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Friedhof in Prag: Roman [Gebundene Ausgabe]

Umberto Eco , Burkhart Kroeber
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (85 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 26,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Montag, 27. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition EUR 19,99  
Gebundene Ausgabe EUR 26,00  
Taschenbuch EUR 11,90  
MP3 CD, Audiobook, MP3 Audio EUR 12,99  
Hörbuch-Download, Ungekürzte Ausgabe EUR 20,95 oder EUR 0,00 im Probeabo von Audible.de

Kurzbeschreibung

8. Oktober 2011
Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.

Wird oft zusammen gekauft

Der Friedhof in Prag: Roman + Das Foucaultsche Pendel: Roman + Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge
Preis für alle drei: EUR 43,85

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Hanser; Auflage: 8 (8. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446237364
  • ISBN-13: 978-3446237360
  • Originaltitel: IL CIMITERO DI PRAGA
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (85 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.231 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Umberto Eco zettelt eine Verschwörung gegen eine Verschwörung an und schreibt mal wieder einen fabelhaften Roman." Hannes Stein, Die Welt, 01.10.11

Eco hat sich, geduldig und großartig dokumentiert wie stets, als Chronist der beliebtesten Verschwörungstheorien in Europas Geschichte betätigt. Neu ist, dass hier jemand den Wahnsinn von innen beschreibt." Dirk Schümer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.11

"Es ist ein Genuss, Eco, dem Hohepriester der Ironie, in seine raffinierte, kultivierte und stilistisch glänzende Parodie irrwitzig fabulierter Trivialklassiker zu folgen. In seinem neuen grandiosen Roman analysiert Umberto Eco den Antisemitismus." Stephan Maus, Der Stern, 06.10.11

Über den Autor

Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 als Sohn eines Buchhalters in Alessandria/Piemont geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Literatur in Turin promovierte er 1954 zum Dr. phil. und war anschließend als Kulturredakteur tätig. Ab 1956 arbeitete er als Dozent und Mittelalterforscher, ab 1963 als Kolumnist. 1965 erhielt er einen Lehrauftrag in Florenz, 1966 folgte eine Professur in Mailand. Seit 1971 ist er Professor für Semiotik an der Universität Bologna. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Umberto Eco ist wohl der bekannteste zeitgenössische Semiotiker. Seine Werke wurden vielfach übersetzt und mit renommierten Auszeichnungen gewürdigt. Mit "Das offene Kunstwerk" veröffentlichte er 1973 eine der einflussreichsten Arbeiten zur modernen Ästhetik. Dem breiten Lesepublikum wurde der Autor zahlreicher literaturtheoretischer und kulturwissenschaftlicher Schriften vor allem durch seine Erzählprosa bekannt: Die Romane "Der Name der Rose" (1982) und "Das Foucaultsche Pendel" (1989) avancierten zu internationalen Bestsellern. In den Folgejahren erschienen u. a. "Die Insel des vorigen Tages" (1995), "Kant und das Schnabeltier" (2000), "Baudolino" (2001), "Die Bücher und das Paradies" (2003), "Die Geschichte der Schönheit" (2004), "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" (2004), "Quasi dasselbe mit anderen Worten" (2006), "Schüsse mit Empfangsbescheinigung" (2006), "Im Krebsgang voran" (2007) sowie "Die Geschichte der Häßlichkeit" (2007).

Gert Heidenreich, geboren 1944 in Eberswalde, lebt als freier Schriftsteller und Sprecher in der Nähe von München. Sein Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Essays und Lyrikbände sowie Übersetzungen englischer und amerikanischer Dramen. Zuletzt erschienen "Im Dunkel der Zeit" (Kriminalroman, 2007), "Das Fest der Fliegen" (Kriminalroman, 2009) sowie 2011 die Komödie "Brauchen wir Kafka?" Von 1991 bis 1995 war er Präsident des deutschen P.E.N. Er erhielt u. a. den Adolf-Grimme-Preis 1986, den Literaturförderpreis der Stadt München 1989, den Marieluise-Fleisser-Preis 1998 und den Preis Hörbuch 2000 (Hessischer Rundfunk). Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Der „sprechende Schriftsteller“ (Magazin "hörBücher") ist seit 1972 in zahlreichen Literatursendungen und Hörbuchproduktionen zu hören, u. a. in Umberto Ecos "Der Name der Rose" sowie in J.R.R. Tolkiens "Die zwei Türme", "Die Wiederkehr des Königs" und "Der Hobbit". www.gert-heidenreich.com

Jens Wawrczeck wurde 1963 in Dänemark geboren und begann bereits mit elf Jahren eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg stand er u. a. für Astrid Lindgrens "Die Brüder Löwenherz" vor dem Mikrofon. Seit Beginn der Serie ist er die Stimme von Peter Shaw in "Die drei ???". Seine schauspielerische Ausbildung erhielt Jens Wawrczeck in Hamburg, New York und Wien. Für seine Rolle als Edgar in "King Lear" bekam Jens Wawrczeck 1995 den Hersfeldpreis der Kritiker sowie den Publikumspreis. Zahlreiche Auszeichnungen folgten für seine Hörspielaufnahmen. Bis heute ist Jens Wawrczeck dem Medium Hörspiel treu geblieben und findet dort immer wieder Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Charaktere zu gestalten, wie z.B. in "Erebos" von Ursula Poznanski sowie in "Baudolino" und "Der Friedhof von Prag" von Umberto Eco. Unter seinem Hörbuchlabel AUDOBA veröffentlicht er eigene Produktionen und ist außerdem immer wieder auf der Bühne zu sehen. Aktuelles unter www.jenswawrczeck.de

Jens Wawrczeck, in Dänemark geboren, erhielt seine Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York. Seit seinen Anfängen beim NDR Schulfunk hat er in unzähligen Hörspielen mitgewirkt und war in den unterschiedlichsten Rollen zu hören. Außerdem arbeitet er sehr erfolgreich als Hörbuchsprecher. Seine eigene Hörbuchedition EDITION AUDOBA hat sich auf Literatur spezialisiert, die in Vergessenheit geraten ist. Jens Wawrczeck ist zudem regelmäßig auf der Bühne zu sehen. Er ist Mitbegründer der "Film-AusleseR", Teil des Duos "2stimmig", arbeitet sporadisch als Synchronregisseur und -autor und ist Teil des Kult-Trios "Die drei Fragezeichen". -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: MP3 CD .

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
133 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Hoevermann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Er ist eine Art abstoßender Forrest Gump des 19. Jahrhunderts: Der Meisterfälscher und Spion Simone Simonini, der 1897 (angeblich) erinnerungslos in Paris erwacht und über den sein Schöpfer Umberto Eco sagt, dass er mit ihm eine möglichst widerliche und abscheuliche Figur kreieren wollte. Das ist ihm gelungen. Virtuos gelungen. Einen widerwärtigeren Protagonisten wird man in der Weltliteratur schwerlich finden. Simonini ist käuflich, fälscht Dokumente, mordet, lügt und betrügt. Und er hasst inbrünstig. Juden, Freimaurer, Jesuiten, Deutsche, Frauen, eigentlich alle und alles. Vielleicht mit Ausnahme des Essens.

Der Sohn eines italienischen Offiziers ist geprägt vom Einfluss des judenhassenden Großvaters, der die Juden als Quelle allen Übels und Unglücks betrachtet. Damit entwickelt sich Simonini zum Träger der rassistischen, antisemitischen Vorurteile seiner Zeit. Zur Projektionsfläche alles Bösen. Die dahinter stehenden Triebkräfte sind die gleichen, die bis heute noch Rechtsradikalität und Terror hervorbringen: tief verwurzelter Hass und Geldmangel, gepaart mit intellektueller Befähigung und dem Ehrgeiz, diese auszunutzen.

Simonini lernt die grenzenlose Macht des geschriebenen Wortes kennen, die Bedeutung von Schriftstücken. Fiktionen, so die Erkenntnis, erzeugen Wirklichkeit, jedenfalls, wenn sie gut gemacht sind: "Nie, nie, niemals darf man mit echten oder halb echten Dokumenten arbeiten... Um überzeugend zu sein, muss das Dokument ganz neu geschaffen werden..." Der Erfolg ist besonders groß, wenn es auf Gerüchten basiert. Auf etwas, das man schon einmal gehört hat oder gehört zu haben glaubt - und kurz und knackig muss es sein, denn "ein diffamierendes Pamphlet muss sich in einer halben Stunde lesen lassen".

Nur scheinbar lässt sich Simonini hineinziehen in die Netzwerke der Mächtigen, verkauft sich als vermeintlich williger Spielball und Handlanger. In Wahrheit verfolgt er dabei stets eine eigene Agenda, bedient alle Geheimdienste gleichzeitig, nutzt bestehende politische Konflikte, um dazu den passenden Betrug zu erfinden - und macht einen Reibach damit. Ein boshaftes Genie, das alle hinters Licht führt, inklusive der katholischen Kirche.

Wieder einmal zeigt sich der Universalgelehrte Umberto Eco als beeindruckend versierter Erzähler. Den kompetenten Kenner der Verschwörungstheorien des 19. Jahrhunderts fasziniert allerdings nicht nur Geschichte; ihn fasziniert auch die menschliche Fähigkeit zu lügen und zu betrügen. Beides verknüpft er in seinem neuen Werk "Der Friedhof in Prag" auf imposante Weise.

Dem dahinter stehenden Rechercheaufwand muss man Respekt zollen, denn historisch entspricht - wie auch bei Forrest Gump - nahezu alles der Wahrheit. Simonini durchläuft zentrale, politische essentielle Momente des 19. Jahrhunderts; seine Aktivitäten prägen das Weltgeschehen maßgeblich mit: Er präsentiert sich als Anhänger des Nationalhelden Garibaldi, fälscht Briefe, um den jüdischen Artilleriehauptmann Dreyfus als vermeintlichen Spion der Deutschen zu entlarven. Schließlich gipfeln seine antisemitischen Hasstiraden in einem Schriftstück, das in 24 Abschnitten verfasst als "Die Protokolle der Weisen von Zion" ein Stück Weltgeschichte schreiben wird. Denn Hitler benutzte dieses Dokument als Legitimation für die Judenvernichtung. Obwohl das judenfeindliche Pamphlet bereits seit 1921 als Fälschung entlarvt ist, befeuert es bis heute Vorurteile; unter anderem beruft sich die islamistische Hamas bis heute darauf.

Auch der titelgebende "Friedhof in Prag", Leitmotiv des Romans, existiert tatsächlich: Es handelt sich um eine kleine, letzte Ruhestätte in der Prager Altstadt, genauer im Viertel Josefstadt, in der trotz eklatanten Platzmangels (die Fläche misst nur ca. 1 ha) über 12 000 Grabsteine zu finden sind. Das lebendige, alles andere als symmetrische Miteinander der Grabsteine verleihen dem Ort etwas Geheimnisvolles. Ein idealer Schauplatz!

Nur Hauptmann Simone Simonini selbst ist frei erfunden. Er begegnet den "großen Namen" seiner Zeit: Schriftstellern, Politikern und Geschäftemachern, Menschen, die die Welt veränderten: Cagliostro, Dreyfus, Dumas, Freud, Garibaldi ,Hugo, Jolys und vielen anderen.

Drei Erzählebenen nutzt Umberto Eco, um den unsympathischen Widerling plastisch werden zu lassen: Der Einblick in das Tagebuch Simoninis ist zunächst etwas verwirrend. Simoninis gespaltene Persönlichkeit verweist auf seine zerrüttete Identität und kennzeichnet ihn von vornherein als unzuverlässigen Erzähler. Der junger Psychiater Sigmund Freud, der zufällig einmal neben Simonini am Nachbartisch speist, rät ihm dazu, sein Leben schriftlich zu fixieren. Darauf lässt dieser sich ein. Seine Eintragungen werden dabei von einem zweiten Ich begleitet, kommentiert und korrigiert. Schließlich schwebt über allem ein weiterer, ein allwissender Erzähler, der kommentierend eingreift und verbindende Brücken zwischen den Einträgen baut.

"Der Friedhof in Prag" ist ein komplexes, vielschichtiges, historisch akribisch recherchiertes Buch eines wahren Meisters der Erzählkunst. Ein intellektuell und ästhetisch ansprechender Roman, eine herausfordernde Mischung aus Fakten und Fiktion um Wahrheit und Täuschung, Identität und Intrigen. Man mag dieses durchweg fesselnde Buch nicht aus der Hand geben. Es bewegt, es beschäftigt, es lässt einen nicht mehr los und führt doch immer wieder ans Bücherregal oder ins Internet, um das eine oder andere zu recherchieren.

Diese geballte Konfrontation mit Wissen fordert und garantiert ein großartiges Lesevergnügen. Und abendfüllende Diskussionen. Entstanden ist ein Werk, das wirkt wie ein weiser Kommentar zur heutigen politischen Situation, zur Propaganda Berlusconis, aber auch zu den Verschwörungstheorien, die sich um den 11. September ranken.

Angesichts des Romaninhalts und seiner jüngsten politischen Aktivitäten wundert es nicht, dass Umberto Eco aus konservativen Kreisen und seitens der katholischen Kirche einiges an Kritik einstecken musste.

Lächerlich ist der Vorwurf, Umberto Eco selbst sei judenfeindlich. "Der Friedhof in Prag" ist ein klares, ein eindeutiges Statement gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus. Allerdings macht dieses Buch auch etwas bewusst, mit erschreckender, schneidender Klarheit: Simone Simonini ist zwar der einzig erfundene Charakter, aber gleichzeitig der lebendigste von allen. Der, der alle Zeiten überdauert. Der, der nach wie vor unter uns weilt. Nur unter anderem Namen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ecce Eco 19. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Zum Inhalt dieses großartigen neuen Romans von Umberto Eco brauche ich nichts mehr zu schreiben, das haben andere Rezensenten vor mir schon ausgiebig getan. Überrascht war ich allerdings von der großen Anzahl negativer Urteile über das Buch, was in mir den Verdacht aufkommen läßt, es gebe möglicherweise zwei Versionen. Meine Ansicht über den Roman bezieht sich also auf den mit der hier bei Amazon angegeben ISBN-Nummer. Ein immer wieder gelesener Vorwurf: der Roman sein verworren, unübersichtlich. Diesen Eindruck habe ich auf keiner Seite; die Synopsis im Anhang 'Unnötige Hintergrundinformationen' ist eindeutig ironisch gemeint, wie überhaupt dieser ganze Roman meinem Eindruck nach eine Paraphrase oder Parodie auf das Genre des Historien- und Kolportageromans à la Sue, Dumas und die Feuilleton-Fortsetzungsromane des19. Jahrhunderts ist. Vorgeworfen wird von manchen Kritikern auch die in diesen Roman eingeflossene Belesenheit Ecos (gar von 'Selbstverliebtheit' ist die Rede). Kein Wunder in einer Zeit, in welcher Ignoranz, Halbbildung und Unwissenheit hoffähig geworden sind. Auch ohne über die historisch verbürgten Personen (Bixio, Joly, Brafmann etc.) näheres zu wissen (mir waren etliche bisher jedenfalls nicht bekannt) ist dieser Roman ohne Abstriche verständlich, allerdings erhöht sich das Lesevergnügen, wenn man sich beispielsweise in Wikipedia quasi als Ergänzung zusätzliche Informationen einholt.
Mein Fazit: ein durchweg spannender, kurzweiliger, amüsanter (jawohl!) Roman, durchsetzt mit sarkastischem Humor, vielleicht nicht für jeden geeignet (Achtung Ken-Follett-Fans: Hände weg!). Daher unbedingt 5 Sterne!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
95 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von jrgela
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
...das verlorengegangen oder aufgrund eines banalen Zwischenfalls nie produziert worden ist, aber es hätte sein können oder müssen."

Ich bin ein wenig traurig darüber, wie sehr sich Umberto Eco auf seinen Elfenbeinturm zurückgezogen hat. In der Manier von Canettis Professor Peter Kien stöbert er auf der Suche nach der Wahrheit in seinen unzähligen Büchern. Einen Roman daraus entstehen zu lassen scheint ihm dabei eher als Zwang auferlegt zu sein, denn man scheint irgendwie zu merken, dass Eco eigentlich gar keine Lust hat, eine Geschichte zu erzählen. Und so hält "Der Friedhof in Prag" für mich vielleicht thematisch, aber sicher nicht inhaltlich, dem Vergleich mit dem Foucaultschen Pendel, der immer wieder angestrebt wird, stand. "Das Foucaultsche Pendel" habe ich begeistert gelesen. Die Story war sicher im herkömmlichen Sinn auch nicht wirklich spektakulär. Sie hat aber getragen und so zumindest Ecos Anliegen auch ohne zusätzliches Fachwissen erkennbar gemacht. Beim Friedhof in Prag verging mir, ohne detaillierte Kenntnisse vor allem der italienischen und französischen Geschichte des 19. Jahrhunderts, zunächst ein wenig der Spaß am Lesen.
Oberflächlich betrachtet könnte die Struktur des schizoiden, unter Gedächtnisschwund leidenden, Tagebuch schreibenden Hauptdarstellers, in Verbindung mit dem übergeordneten eigentlichen Erzähler, dann auch noch als müde und wenig originell erscheinen, aber Eco sorgt mit diesem "Kunstgriff" dafür, dass ich mich überhaupt auf die Suche nach der Geschichte, die das Buch erzählen will, gemacht habe und mich dann doch einlesen konnte.
Die einzige erfundene Figur, ist der Enkel eines Jean-Baptiste Simonini, welcher den Autoren der "Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus", einen gewissen Abbé de Baruell, brieflich auf eine große Weltverschwörung der Juden aufmerksam gemacht haben soll. Dieser Brief war wohl eine Fälschung von Antisemiten, die Nutzen aus den Schriften Baruells für sich ziehen wollten. Der Fälschergeist, der somit in Verbindung mit ebendiesem Jean-Baptiste Simonini steht, stellt, in der Gestalt seines erfundenen Enkels, die Verbindungen zwischen den ansonsten im Roman auftretenden geschichtlich authentischen Personen und deren Handlungen dar. Er ist in seiner Bosheit, seiner Menschenverachtung und Verfressenheit so etwas wie das schlechte Gewissen, das hinter den Ereignissen, die zur Entstehung der "Protokolle der Weisen von Zion" geführt haben könnten steckt. Er sammelt das Material zur Verschwörungstheorie, indem er nicht nur die geschichtlichen Ereignissen der Zeit durch Intrigen und Mord beeinflussen und verfälschen hilft, sondern sämtliche Zutaten, wie Zeitgeist und Literatur aufdeckt und zu einem "Rezept" zusammenstellt, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts der russische Geheimdienst die Theorie der jüdischen Weltverschwörung gekocht haben könnte.
Über Tagespolitik, Religion und "Schwarzen Mächten" tritt alles auf und wird in Verbindung gebracht, was überhaupt nur möglich ist. Eco presst alles, was er zum Thema gefunden hat auf 500 Seiten. "Zuviel Holz fürs Feuer" kritisiert interessanterweise sein Hauptdarsteller Simonini das Buchkonzept eines Herrn Goedsche, in dem "... die Iren, die neapolitanischen Fürsten, die piemontesischen Generäle, die polnischen Patrioten und russischen Nihilisten..." angeprangert werden, dort aber, der Einfachheit halber, laut Simonini doch nur von den Juden die Rede sein sollte. Das es so einfach aber eben nicht ist, zeigt Eco damit sicher auf. Er stellt dar, wie durch Reduzierung und Vereinfachung komplexer Geschehnisse und gezielt verbreiteter Unwahrheiten, zum richtigen Zeitpunkt und zur Untermauerung bestimmter Interessenlagen, Verschwörungstheorien entstehen können, die, wie in diesem Fall, zu dem wohl denkbar größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit geführt haben. Darunter leidet dann jedoch der Roman. Die Komplexität der Ereignisse erschlägt ihn, so dass ich mich schließlich gefragt habe, ob es überhaupt noch einer ist, oder vielleicht nicht doch "nur" eine andere Art von (Verschwörungs-)Theorie.
Positiv ist, dass mich Eco dazu gebracht hat, mich über Garibaldi, Cagliostro, Dreyfus, Dumas, Hugo, Jolys Unterweltdialoge zwischen Machiavelli und Montesquieu und ich weiß gar nicht mehr worüber noch zu informieren. Kritisieren kann man, dass Eco bei all seiner geballte Recherche und seinem geschichtlichen Wissen, nicht wirklich eine Brücke zu seinen Lesern aufbaut. Sein Anliegen aufzuklären scheitert an diesem Makel, denn er erreicht von seiner erhobenen Position aus nicht die, die der Aufklärung bedürfen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen Schwer zu lesen und zu folgen
... aber hoch interessant wenn man der Geschichte bis zu Ende nachgeht, was zugegeben schwer fällt. Streckenweise sehr verwirrend. Lesen Sie weiter...
Vor 26 Tagen von Dana Weller veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Geschmackssache
Es hilft sicherlich wenn man eine gewisse Nähe zu Italien hat und sich so in die historische Komponente und manche Denkweisen der Personen hineinversetzen kann. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von markus veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der Friedhof in Prag
Da ich ein sehr großer Fan von Umberto Eco habe bin, habe ich auch dieses Buch sehr gern gelesen.
Übrigens ist Prag immer eine Reise wert.
Vor 2 Monaten von Brigitte Hertmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Brillianter Einblick in die Psychologie des Hasses
Protagonist in Ecos neuestem Roman ist der (fiktive) Urkundenfälscher, Betrüger und Spion Simon Simonini, ein charakterloses Ekel und vor allem Autor der "Protokolle der... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Mr. J veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen typischer Eco - für mich jedenfalls
kein Easy reading Buch, wie ich es von Eco jedoch gewohnt bin eine Menge an Handlungen nebeneinander, viele Charaktere, dunkle Gassen, Masken und Verwirrspiele. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Martin veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Beschwerde
Ich kann die beiden mp3-Scheiben nicht (ganz) lesen: Die Nr. 1 nur zur Hälfte, und die Nr. 2 verlangt nach kurzem Hören den Rauswurf. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Robert Schrauder veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Gut
Man muss also schon konzentriert bei der Sache sein, wenn man die CDs anhört. Aber bei Umberto Eco weiß man das ja.
Vor 4 Monaten von clevereve veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Typisch Eco
Nachdem ich den so viel gerühmten "Friedhof in Prag" als Geschenk erhalten hatte, war ich darauf gefasst, mich nach der (versuchten) Lektüre einiger seiner anderen Werke... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Anja R. veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ich habe es gelesen! Ich habe es geschafft!
Ich habe die Wörter in diesem Buch, und es sind eine ganze Menge darin,
tatsächlich alle gelesen;
wie ein Bergsteiger,
der in eine mißratene Wand... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Carambola veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Sehr gute Recherche - langweilige Verarbeitung
Wieder einmal ein richtiger Ecco: Brilliante Recherche und eine für das normal lesende Publikum recht uninspirierte Ausarbeitung. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Petfelli veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Interessante Liebesromane mit erwachsenen Protas 1361 Vor 29 Minuten
Miese Rezensionen oft haltlos und diffamierend 153 Vor 55 Minuten
Suche Liebesromane, die unter die Haut gehen (möglichst ohne Vampire) 3564 Vor einer Stunde
Ankündigung
Triff unsere Autoren
258 Vor einer Stunde
Kurze, knackige Gedichte 1954 Vor einer Stunde
An Romanleser und -autoren: Vorstellungen neuer Bücher 179 Vor 13 Stunden
Spannende Fantasy Bücher gesucht... 6 Vor 13 Stunden
Die besten, spannendsten und auch noch informativen historischen Romane 116 Vor 3 Tagen
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de