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Der Fremdländer: Erzählungen
 
 
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Der Fremdländer: Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Gernot Wolfram
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1 (9. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421057591
  • ISBN-13: 978-3421057594
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.165.220 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gernot Wolfram
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Er hatte das eigenartige Gefühl, etwas Richtiges sei geschehen.«

Täuschungen, kleine Irritationen widerfahren den Menschen in diesen Geschichten. Sie erzählen von der Schönheit und der Schmerzlichkeit des wahrhaft Unerwarteten.

Gernot Wolframs Geschichten berichten von Menschen, die plötzlich in eine Situation des Zweifelns geraten. Mit einem Mal werden ihre Überzeugungen brüchig, stimmen nicht mehr, verändern sich. Zum Beispiel geht es um einen Journalisten, der glaubt einem Verbrechen auf der Spur zu sein, dann, weil er das falsche Foto schießt, selbst unter Verdacht gerät. Eine Gruppe israelischer Restauratoren stößt in einer Villa in der Ukraine auf die Fresken des ermordeten Dichters Bruno Schulz. Ein Exilchinese in Berlin verliert sich allabendlich im Kosmos entlegenster Radiosender, bis ihm ein Beschwerdebrief die Fäden aus der Hand nimmt. Gernot Wolfram besticht durch seine komprimierte Schreibweise, durch die feine psychologische Ausarbeitung seiner Charaktere, die nicht zuviel verrät, und durch seine Fähigkeit, Atmosphären entstehen zu lassen.

Über den Autor

Gernot Wolfram, 1975 in Zittau in Sachsen geboren, arbeitet als Autor und Publizist und lehrt an verschiedenen Hochschulen. 1995 erhielt er den Landespreis für deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg, 2002 den Walter-Serner-Preis. 2003 erschien bei DVA sein vielbeachteter Erzählungsband »Der Fremdländer« und 2005 sein Debütroman »Samuels Reise«. Für einen Auszug aus seinem neuen Roman erhielt er 2010 den Inselschreiberpreis Sylt. Gernot Wolfram lebt in Berlin und Kufstein (Österreich).

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neue Richtung, brilliant! 2. Oktober 2003
Von leloops
Format:Gebundene Ausgabe
Mit der nötigen Feinfühligkeit geht Gernot Wolfram in die kleinen, jedoch besonderen Seiten des Lebens und Erlebens ein.
Selten habe ich mich in Erzählungen so verlieren können, wie ich es bei diesem (noch sehr jungen) Autor getan habe.
Aufgefallen ist er mir in einer Lesung in Berlin. Nachdem ich erfahren habe, dass er ein Buch herausbringen wird, gab es für mich nichts weiter zu tun, als das Buch sofort nach Erscheinen zu kaufen.
Letztendlich habe ich es in einem Abend verschlungen.
Ich bezeichne dieses Buch als absolut gelungen, vollendet und durchdacht bis ins kleinste Detail, besser geht es einfach nicht. "Der Fremdländer" hat nur ein Nachteil: Man ist traurig, wenn es zu Ende ist!
ABSOLUT EMPFEHLENSWERT!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die erste, preisgekrönte Erzählung mit dem Titel "'Am Radio"' führt uns in die blitzblanke kleine Welt des Kleinen L., der als 'Exilchinese' in Berlin fremd ist und sich in dieser Fremdheit eingerichtet hat, der'wie so viele Zugereiste'genau das Fremdsein und die Anonymität der Stadt genießt. Als Ex-Übersetzer (oder vielmehr Dolmetscher) für den Großen Vorsitzenden war Fremdheit sein täglich Brot, denn der Übersetzer/Dolmetscher macht sich Fremdes vertraut, mit dem Auftrag, es dem Leser oder Zuhörer in vertrauten Worten und Wendungen zu vermitteln. Des Nachts erkundet der Kleine L. den weiten Äther, wenn er 'mit seinem Weltempfänger nach den entlegensten Programmen' sucht. Er verliert dieses Stückchen Heimat in der Fremde und seine schwerelose Anonymität, als sich der Nachbar beim ihm über sein lautes Radiohören beschwert.

"'Dörflicher Vorfall'" wurde als Handtellergeschichte verfasst. Auf knapp drei Seiten entfaltet sich eine Art Interview zwischen einem Zeugen und einem Fragenden (einem Nachbarn?, Reporter?, Polizisten?). Es beginnt mit einem Hund, der von seinem Herrchen erschossen wurde, und offenbart schließlich das Misstrauen der Alt-Dörfler gegenüber den Wochenendlern aus der Stadt, von denen sie sich ignoriert und unverstanden fühlen.

Wenn man, so wie ich, zwar Bruno Schulz und seine Geschichte und sogar seinen Heimatort Drohobycz in der Ukraine kennt, jedoch die Nachricht vom Raub seiner Fresken im Ausland verpasst hat, dann wirkt die letzte Erzählung '"Die Fresken"' wie eine meisterhafte Fiktion, nämlich wie die Umkehrung des durch 'Arisierung', Exil, Flucht, Auslagerung usw. erfolgten Kunstraubes. Doch es geht hier um einen tatsächlichen Vorfall: In einer umstrittenen Aktion entfernte die Organisation Yad Vashem 2001 aus einer Villa in Drohobycz die Fresken, die Bruno Schulz kurz vor seinem Tode für den ihn protegierenden Gestapooffizier angefertigt hatte. Hier liest es sich ein bisschen wie ein bedachtsamer Psychokrimi (Patricia Highsmith?), in dem wir in die Gedankengänge der Täter und somit auch in ihr kaum vernehmbares Unbehagen über diese Heimholung nach Israel eingelassen werden.

Die ansonsten sehr überschwängliche Kritik rügte den Autor für die Verarbeitung dieses Themas. Doch Gernot Wolfram denkt, fragt und schreibt nun einmal genau da weiter, wo andere aufhören mögen, weil es wohl doch noch ungesprochene Tabus gibt. Liebevoll stellt er seine ungewöhnlichen Figuren dar und gibt sie nie preis.
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