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Der Fremde [Taschenbuch]

Albert Camus , Uli Aumüller
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (75 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2. Juli 1997
«Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.» Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation. Der Roman bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existenzialismus.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 65 (2. Juli 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499221896
  • ISBN-13: 978-3499221897
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (75 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.109 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Die Sonne sei Schuld gewesen, er habe den Araber am Strand nicht erschießen wollen. Mit dieser Erklärung erntet der Büroangestellte Meursault vor Gericht nur Gelächter. Der Staatsanwalt fordert seinen Kopf und klagt ihn der Unmenschlichkeit an.

Meursaults grundlegende Schuld besteht jedoch darin, ein Sonderling zu sein, gesellschaftliche Spielregeln zu mißachten, am Grab seiner Mutter nicht geweint und tags drauf eine Liebschaft begonnen zu haben. Man wird lange suchen müssen nach einem Roman, in dem eine Philosophie (aus Camus' zeitgleich entstandenem Essay über das Absurde Der Mythos von Sisyphos) ähnlich elegant und überzeugend in Literatur verwandelt wird. Und erstaunlich, wie betörend klar und frisch die Sprache in Camus' frühem Meisterwerk heute noch wirkt, wie kunstvoll Aufbau und Motivführung sind.

Meersault ist ein Anti-Held par excellence: Abgesehen von kleinen sinnlichen Genüssen lebt er unauffällig, gelangweilt und passiv sein unbedeutsames Leben. Er läßt sich treiben, wenn er nichts zu sagen hat, redet er auch nicht, und als ihn Maria fragt, ob er sie heiraten wolle, ringt er sich nur ein "das ist mir einerlei" ab. Erst angesichts des Todesurteils beginnt er nachzudenken und wird sich bewußt, daß er glücklich gewesen war und es immer noch ist. Als der Gefängnispriester ihn, den Ungläubigen, zu gottesfürchtiger Buße anhält, schleudert er ihm wütend sein eigenes Glaubensbekenntnis "dieses ganzen absurden Lebens" ins Gesicht und unterwirft sich endgültig "der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt", der er sich "brüderlich" verbunden fühlt. Er hat nur noch einen Wunsch: "Am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer, die mich mit Schreien des Hasses empfangen". --Christian Stahl

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Fremde
OT L’étrangerOA 1942 DE 1948 Form Roman Epoche Moderne
Der im selben Jahr wie Camus’ philosophisches Hauptwerk Der Mythos von Sisyphos erschienene Roman Der Fremde bringt das Lebensgefühl einer Generation zum Ausdruck, die sich angesichts traumatischer Kriegserfahrungen mit der Grundfrage nach dem Sinn des Lebens konfrontiert sah. In dem frühen Meisterwerk verkörpert Camus seine Idee des Absurden in der Figur des »Anti-Helden« Meursault, dessen Einzelschicksal ins Symbolische überhöht wird.
Inhalt: Meursault, ein kleiner Büroangestellter in Algier, erzählt seine Geschichte. Nach dem Tod seiner Mutter, der ihn nicht wirklich trifft, nimmt er sich zwei Tage frei, um an der Beerdigung teilzunehmen. Nach der Rückkehr beginnt er eine Liebesbeziehung mit seiner früheren Kollegin Maria. Sein Nachbar Raymond lädt ihn als Dank für eine Gefälligkeit zu einem Strandausflug ein, bei dem es zu einer Auseinandersetzung zwischen Raymond und einem Araber, dem Bruder seiner früheren Geliebten, kommt. Meursault, der Raymonds Waffe an sich genommen hatte, um Schlimmeres zu verhindern, trifft später allein auf den Araber und fühlt sich von dessen in der glühenden Mittagssonne aufblitzenden Messer so bedroht, dass er ihn erschießt. Im anschließenden Mordprozess wird versucht, die moralische Verdorbenheit Meursaults anhand seines Verhaltens in den Tagen vor dem Mord zu beweisen. Seine Äußerung, er habe den Araber eigentlich gar nicht erschießen wollen, allein die Sonne sei Schuld daran gewesen, wird mit Gelächter quittiert. Die Tröstungen des Gefängnisgeistlichen, der ihm Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod machen will, weist er zurück. Er ist nicht bereit, Reue zu empfinden oder sie zu heucheln, und wird verurteilt. Im Angesicht der Hinrichtung erkennt und akzeptiert er die Absurdität seines Daseins.
Aufbau: Das Buch gliedert sich in den Bericht über die Ereignisse vor dem Mord und die Gerichtsverhandlung. Insgesamt beträgt die erzählte Zeit rund ein Jahr. Der erste Teil umfasst einen Zeitraum von 18 Tagen und erzählt in kurzen, aneinander gereihten Hauptsätzen die – von Meursault noch nicht als absurd empfundenen – Einzelepisoden, ohne sie in einen Sinnzusammenhang zu stellen. Der monotone Tonfall lässt Meursault sowohl bei der Beerdigung als auch beim Liebesakt als unbeteiligten Beobachter erscheinen. Gleichgültig beschreibt der Ich-Erzähler die zufälligen Begebenheiten in seinem Leben, ohne sie zu reflektieren.
Der zweite, aus fünf Kapiteln bestehende Teil des Buchs über Gefängnisaufenthalt, Gerichtsverhandlung mit Verurteilung, Auseinandersetzung mit dem Geistlichen und das Warten auf die Hinrichtung umfasst elf Monate. Erst jetzt werden die Einzelakte des ersten Teils in einen kausalen Zusammenhang gestellt, jedoch nicht von Meursault, sondern von den Juristen, die eine Gesetzmäßigkeit in seinem Handeln erkennen, welche die Wirklichkeit verzerrt. Die einzig mögliche Konsequenz aus seinem nun als absurd empfundenen Dasein sieht er im Lebensgenuss, ohne Sinn. Er fühlt sich glücklich.
Wirkung: Der »Pessimismus voll Hoffnung« ließ die literarische Sensation 1942 zum Klassiker der französischen Literatur werden. Die Figur des »absurden Helden« Meursault, der sich weigert, Lüge und Heuchelei in der Gesellschaft zu akzeptieren, fand bei Generationen von meist jungen Lesern große Sympathie. S. Na. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerter zeitoser Klassiker 3. März 2009
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Camus erzählt die Geschichte eines introvertierten jungen Mannes, dem es schwer fällt Liebe zu zeigen, vielleicht sogar zu empfinden. So lässt ihn der Tod seiner Mutter nahezu gleichgültig, eher genervt als ergriffen nimmt er an deren Beerdigung teil. Im zweiten Teil des Romans erschießt er einen jungen Algerier im Streit. Auch diese Tat berührt ihn nicht sonderlich, selbst als es im Gericht um seinen Kopf geht - der Staatsanwalt beantragt die Todesstrafe - kann sich Meursault (so der Name des jungen Mannes) nicht aus einer Lethargie befreien. Camus erzählt diese Geschichte in überwiegend einfachen, kurzen Sätzen, so wie sie sein Protagonist Meursault erzählt hätte, nur kein Wort zuviel. Ein auch heute noch enorm lesenswerter Klassiker.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein "schlichter" Roman 23. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Man kann eigentlich nicht sagen,dass sich in diesem Roman die Ereignisse ueberschlagen.Die Handlung ist schnell erzaehlt:Der franzoesische Angestellte in Algier,Mersault,beginnt seine Erzaehlung zu dem Zeitpunkt,als er erfaehrt,dass seine Mutter gestorben ist.Er nimmt an ihrem Totenbett Abschied,und laesst sich gleich am naechsten Tag mit seiner Arbeitskollegin ein,mit der er die Nacht verbringt.Einige Tage spaeter wird er von einem Freund in dessen Haus am Meer eingeladen.Am Strand begegnen die beiden einem Araber,der Streit mit diesem Freund hatte,und es kommt zu einem Handgemenge.Mersault nimmt vorsichtshalber den Revolver seines Freundes an sich,mit dem er,als er spaeter alleine demselben Araber noch einmal begegnet,diesen erschiesst,als der sein Messer zueckt.Schliesslich wird Mesault deshalb zum Tode verurteilt. So schlicht wie die Handlung,so sehr faellt die Teilnahmslosigkeit des Erzaehlers auf,fuer den sein Leben im Grunde "wie ein Film"an ihm vorbeizieht,das Leben und die Umwelt existieren auch ohne ihn.Aber trotz dieser "Sinnleere",dieser scheinbar zufaelligen Aneinanderkettung von Begebenheiten im Bericht des Erzaehlers,wird es nicht langweilig ,diesen Roman zu lesen,auch wird das Buch nicht erst dann interessant,wenn man sich ueber seine Interpretation den Kopf zerbrochen hat,auch muss man nicht erst die Biographie des Autors kennen,um den Roman zu verstehen.Im Gegenteil,man identifiziert sich sofort mit dem Erzaehler Mersault,man kann sich in dessen Denkweise hineinversetzen.Hier bietet der Roman einen Anstoss zum Nachdenken,und das ist die eigentliche Qualitaet des Romans. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman der Gleichgültigkeit 3. Januar 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Fremde" besticht vor allem durch seine Einfachheit. Die Sprache des Erzählers ist kalt, gefühllos, gleichgültig. Den Mord an einem Araber betrachtet Meursault nüchtern: die Sonne habe ihn geblendet. Er hat kein Verständnis für seine Verurteilung, kein Gefühl der Schuld, er nimmt alles aus einer Distanz wahr wie ein eher desinteressierter Fernsehzuschauer. Das ist Camus' Held, sein Protagonist sozusagen. Und so kommt es, daß auch wir Leser nicht wirklich Sympathie empfinden, nicht sein Schicksal beklagen, ihn nicht bemitleiden oder verurteilen. Wir werden selbst gleichmütig, nehmen hin, was wir lesen und stellen erst später, vielleicht viel später, fest, daß wir bewegt und beeindruckt sind. Camus' Roman ist ein Meisterwerk, nicht etwa, weil er eine bahnbrechende Philosophie vertritt oder neue Erkenntnisse liefert oder gar brilliant konzipiert ist, sondern weil er wie kaum ein anderer Roman eine Atmosphäre des Gleichmuts schafft, der sich kein Leser entziehen kann. Camus zieht uns in seinen Bann, und wenn man sich nach Jahren nicht mehr an die genaue Handlung erinnern kann, so wird man doch nicht die Stimmung in diesem Buch vergessen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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