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Produktinformation
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Die Handlung des Films lässt sich vereinfacht in drei Teilen beschreiben: Teil 1 zeigt, wie Boston von einem unheimlichen Frauenmörder heimgesucht wird und die Polizei alle nur erdenklichen Anstrengungen unternimmt, um ihn zu fassen. Erst nach einiger Zeit, in Teil 2, bekommt man den an Schizophrenie leidenden Täter erstmals zu Gesicht und wird Zeuge seiner Taten, bis er - mehr oder weniger durch Zufall - verhaftet wird. Der letzte Teil beschreibt das Verhör, in dessen Verlauf der Mörder erstmals mit der ungeheuerlichen Wahrheit seines Geisteszustands konfrontiert wird und daraufhin in einen katatonischen Zustand fällt.
Kein Zweifel: Was seine Erzählweise betrifft, war "Der Frauenmörder von Boston" seiner Zeit weit voraus. Das zeigt sich schon anhand der innovativen Montage, bei der in einigen Szenen mehrere parallel ablaufende Handlungsstränge - sozusagen in "Echtzeit" - dargestellt werden. Dabei sieht der Zuschauer z.B. in einer Sequenz eines der toten Opfer des "Stranglers" und wird gleichzeitig, in einer anderen Sequenz, Zeuge von dessen Entdeckung durch besorgte Nachbarn. Oder ihm wird ein potentielles neues Opfer gezeigt, während er den Mörder auf seiner fieberhaften Suche beobachten kann, die ihn unvermeidlich zu diesem Opfer führen wird. Die Spannung, die daraus entsteht, ist phänomenal (wer kennt nicht den Impuls, laut in den Film zu rufen: "Geh nicht an die Tür!").
Man muss diesen Film im Zusammenhang mit dem Ort und der Zeit der Handlung sehen, nämlich Boston in den 60er Jahren. Nicht nur die Ausstattung und die Kleidung, auch die immer wieder eingestreuten Medienberichte über den erfolgreichen ersten Raumflug amerikanischer Astronauten oder die Ermordung J. F. Kennedys lassen diese Ära ganz nebenbei wieder lebendig werden.
Des weiteren demonstriert der Film eindrucksvoll und sehr realistisch die Arbeitsweise der Polizei. Natürlich lassen sich die Möglichkeiten, die den Ermittlungsbehörden damals zur Verfügung standen, bei weitem nicht mit modernen Fahndungs- und Spurensicherungsmethoden vergleichen, wodurch die Handlung aber nicht weniger interessant und spannend wird, im Gegenteil. Was den Polizisten an Computertechnik und DNA-Analysen fehlte, mussten sie durch akribische Detektivarbeit und jede Menge Lauferei wettmachen, woraus der Film einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Dynamik und Authentizität bezieht.
Der Film verzichtet wohltuend auf grelle Schockeffekte, sondern bezieht seine Spannung vornehmlich aus einer sorgsam aufgebauten unheimlichen Atmosphäre. Die Charaktere sind feiner gezeichnet, als man es von sonstigen Filmen dieser Art kennt, und die schauspielerischen Leistungen liegen durch die Bank weit über dem Durchschnitt. Allen voran glänzen Henry Fonda, souverän wie immer, und ein überragender Tony Curtis, der mit seiner Darstellung des geisteskranken Triebtäters sein Sonnyboy-Image gründlich gegen den Strich bürstet und hier die vielleicht beste Leistung seiner Karriere vorlegt.
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