Inhalt:
Marlene und ihre drei Freundinnen haben ein Kleeblatt von jungen Männern geheiratet. Nach 25 Jahren scheint nur noch Marlene das große Los gezogen zzu haben: Werner trägt sie immer noch auf Händen, ihre zwei Kinder sind gesund und intelligent, Werner sieht noch gut aus, ist selbstständig und verdient gutes Geld.
Ihre Freundinnen hatten weniger Glück: Karolas Mann Andreas verließ sie und ihre zwei kleinen Töchter, um auf Abenteuerreisen zu gehen. Annette schuftet in einer kleinen Buchhandlung, Ullas Sohn macht nur Scherereien.
Trotzdem vermisst Marlene etwas: das Gefühl gebraucht zu werden, und sie entwickelt Depressionen. Da organisiert Annette eine Lesung mit einer Autorin, deren Schwester von einem rätselhaften Mann entführt und umgebracht wurde. Marlene liest das Buch, und kann 'Mona Tagebuch' durchaus nachempfinden'
Mein Fazit:
Die Geschichte ist eine interessante Mischung aus Thrillerelementen und Psychoanalyse. Man liest in kurzen Abschnitten wechselhaft über Marlenes Leben in der letzten Woche vor ihrer Entführung und über die Begleitumstände, und über die Zeit während der Entführung und ihre Befreiungsversuche. Der Schreibstil ist sehr unmittelbar, Marlenes Gefühlsleben wird sehr intensiv vermittelt.
Auch wenn ich dem Roman als sehr spannend und fesseln empfunden habe und in einem Zug gelesen habe, hat mich weder das Motiv noch die Auflösung des Falles überzeugt. Es bleiben zu viele offene Fragen, über Andreas und seine Kräuterhexe. Karolas Kehrtwendung ist ebenfalls kaum glaubwürdig, und wenn der Killer vorher wochenlang seine Opfer beobachtet hat, wie konnte er dann bei Marlene so einen Fehler machen (besonders nach den Pannen bei Nummer 5). Und zum Schluss spaziert Marlene einfach so aus dem Haus- keine verriegelten Türen, Schlösser oder sonstige Hindernisse.
Und die Polizei führt noch nicht einmal ein ordentliches Protokoll? Lässt sie einfach gehen? Der Ehemann guckt sich in aller Seelenruhe die DVDs an? Jeder vernünftige Mensch hätte sofort die Polizei informiert, eventuell noch eine Sicherheitskopie gebrannt.
Wenn man sich von wirklich großen Logiklücken nicht stören lässt, bleiben sehr interessante Charakterprofile und eine durchaus glaubhaft geschilderte Frauenfreundschaft samt Problemen, wortlosem Verstehen und gelegentlichem Zickenkrieg. Die Beziehung zu den Männern ist leider nicht so glaubwürdig gelungen, und gerade zu Anfang ist es aufgrund der Vielzahl der Charaktere schwer zu verstehen wer mit wem und warum.
Als Roman oder Frauengeschichte interessant, als Thriller nicht ganz gelungen, aber immer noch ein solides Lesevergnügen.