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Das Waldhotel Forellenhof, betrieben von der Familie Buchner, liegt am Rande des Schwarzwaldes. Es ist ein reiner Familienbetrieb: Otto Buchner kümmert ich um das Personal, Anna Buchner um den Einkauf. Sohn Jörg ist überall zur Stelle, wo man ihn braucht und Großvater Franz ist für die berühmte Forellenzucht zuständig. Eigentlich ist alles genau aufgeteilt und läuft wie geschmiert. Doch in der Hochsaison kann es bei so vielen Gästen dann doch mal ganz schön turbulent zugehen...
Bildbewertung:
Ein wahrhaft großer Klassiker der TV-Seriengeschichte vergangener Tage, mit einem unvergleichlichen Charme und voller nostalgischer Momente, kommt nun endlich auch, mit allen seinen acht Folgen, Dank "In-Akustik" zur längst überfälligen Veröffentlichung auf DVD.
Im September 1965 konnten die deutschen Fernsehzuschauer diese im Auftrag des damaligen Südwestfunks produzierte Fernsehserie erstmals im heimischen "Pantoffelkino" erleben. Die turbulenten und humorvollen Alltagsgeschichten, rund um das gemütliche Landhotel der Familie Buchner und der ganzen Familie, am Rande des westlichen Schwarzwaldes, wurden sofort begeistert von den Zuschauern angenommen. Für den Autor Heinz Oskar Wuttig (1907-1984) war es die zweite große TV-Serienproduktion für die er das Buch schrieb. Zuvor hatte er schon mit der neunteiligen Fernsehserie "Alle meine Tiere", aus den Jahren 1962 bis 1963 einen überwältigenden Erfolg in der Gunst der deutschen Fernsehzuschauer erlangt. Wenn auch einiges in seiner neuen Serie "Der Forellenhof", nach ähnlichem Muster gestrickt war wie schon beim Vorgänger "Alle meine Tiere" und ein wohl nicht gerade wohlwollender Kritiker jener Tage die Serie spöttisch in "Alle meine Forellen" umbenannte, tat das dem Erfolg und der Beliebtheit der Serie keinerlei Abbruch.
Einschaltquoten in den Spitzenwerten von bis zu 97 % bei der Erstausstrahlung sind heute kaum noch vorstellbar. Nicht ohne Grund wurde die Serie später auch oft als die "Mutter aller deutschen Familienserien" bezeichnet. Der Schauspieler Helmut Förnbacher alias "Klaus Buchner" in der Serie, erinnerte sich in einem mit ihm geführten Interview an diese Zeit und berichtet von allein in Deutschland 250 Fanclubs, die er hatte.
Drehort für die Außenaufnahmen der Serie war das real existierende Hotel mit dem damaligen Namen Fischkultur". Die Innenaufnahmen zur Serie entstanden in einem Baden-Badener Studio. Laut Helmut Förnbacher waren die damaligen Hotelbesitzer total beleidigt, als sie sahen, wie ihr Hotel von innen in der Serie dargestellt wurde. Beinahe hätte die damalige Filmcrew keine weiteren Aufnahmen mehr vor dem Hotel "Fischkultur" machen dürfen. Aber nach dem großen Erfolg der Serie benannte sich das Hotel "Fischkultur" umgehend in "Forellenhof" um, in den man noch heute als Gast einkehren kann.
Neben den wunderbar herzerwärmenden und bestens unterhaltenden Geschichten, bietet die Serie auch ein Wiedersehen mit vielen der ganz großen Mimen jener Tage. Als Hotelchef "Otto Buchner" und seine Frau "Anna" erleben wir Hans Söhnker (1903-1981), auch bekannt aus der Serie "Salto Mortale" dort als "Zirkusdirektor Kogler" und Jane Tilden (1910-2002). Großvater Otto Buchner wird in seiner resoluten mit liebenswerter Sturheit des Alters geprägten Art, einmalig von Adolf Dell (1890-1977) gespielt. Die Kinder der Buchners "Jörg", "Klaus" und "Christa" werden durch Gerhart Lippert, Helmut Förnbacher und Helga Anders (1948-1986) wunderbar gelungen und stimmig dargestellt. Viele andere Darsteller wie u.a.a. Tilly Lauenstein (1915-2002) als Schwägerin des Hotelchefs, Franz-Otto Krüger (1917-1988) in der Rolle des Oberkellner Charlie oder auch Albert Venohr (1902-1979) als Chefkoch setzen Glanzpunkte und bilden mit allen anderen Darstellern in dieser Serie ein bestens besetztes und aufspielendes Schauspielerensemble bis hinein in die kleinste Nebenrolle.
Das von den drei DVDs dieser Veröffentlichung, mit seiner Gesamtlaufzeit von ca. 480 Minuten im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1) zu sehende Bild, zeigt keine Anzeichen für eine größere Restaurierung des Filmmaterials aus den Jahren 1964/65. So kommt das Bild in seiner Qualität mit den zu erwartenden, aber durchaus zu verschmerzenden üblichen kleineren Mängeln einer Produktion eben dieser Zeit, von den DVDs dieser Veröffentlichung zur Ansicht. Das Schwarz-Weiß der Bilder ist recht gut ausgeprägt und zeigt auch die Zwischentöne und Graustufen recht gut. Der Kontrast ist in seinen Einstellungen gut ausgeprägt. Leichte bemerkbare Schwächen bei den Schärfeeinstellungen gibt es in wechselnder Intensität und Häufigkeit bei den einzelnen Episoden. Die Bearbeitung der alten Filmaufnahmen für das Medium DVD kann leider nicht vollständig überzeugen. Besonders unangenehm fiel mir, besonders bei schnelleren Bewegungen im Bild, eine zum Teil auftretende Klötzchenbildung auf. Unruhen oder Rauschen im Bild fallen hingegen erfreulich gering bei der Wiedergabe der DVDs dieser Veröffentlichung auf.
Die übersichtlich gestalteten DVD - Menüs sind animiert und mit der Titelmusik der Reihe von Rolf-Hans Müller (1928-1990) unterlegt. Etwas vermisse ich die Möglichkeit, mehrere Titel einer DVD hintereinander abspielen zu können. Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind die einzelnen Folgen mit Kapitelmarkern versehen, so dass auch die Möglichkeit von Kapitelsprüngen besteht. Extras finden sich keine auf dieser DVD-Box.
Tonbewertung:
Der Ton im deutschen Dolby Digital 1.0 Mono ist in seinen qualitativen Eigenschaften im guten mittleren Bereich angesiedelt. Ihm sind die vergangenen mehr als vierzig Jahre seit seiner Aufnahme schon anzumerken. Die Verständlichkeit der Dialoge der Darsteller bleibt aber immer gegeben. Höhen und Tiefen sind nicht besonders stark ausgeprägt, so bleibt der Ton in doch recht schlichten linearen Einstellungen. Die Musik zur Serie kommt von Rolf-Hans Müller, der auch schon die Musik zu so bekannten TV-Serien wie "Alle meine Tiere", "Salto Mortale" oder "Moselbrück" schuf. Untertitel oder weitere Sprachfassungen gibt es nicht bei dieser Veröffentlichung. Im Gesamteindruck kann der Ton, auch mit seinen leichten altersbedingten Schwächen, überzeugen.
Gesamturteil:
Schön nun endlich auch diese wunderbare und einzigartige, sehr gelungene TV-Serie mit allen ihren Folgen auf DVD zu haben. Auch das in Anbetracht des Alters der Serie zu verschmerzende nicht mehr immer ganz so gute Bild und der Ton, mindern in keiner Weise die Freude am Ansehen der acht Episoden von den drei DVDs dieser durch "IN-AKUSTIK" und "ARD-Video" zur Veröffentlichung gebrachten DVD-Box.
Autor: Torsten