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Der Flug der Pelikane
 
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Der Flug der Pelikane [Gebundene Ausgabe]

Benjamin Lebert
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was tun, wenn einen die Frau verlässt? Irgendjemand hat es ihm mal gesagt: nicht trauern, sondern eine Liste mit Dingen machen, die man schon immer tun wollte. Solche Dinge wie durch Südamerika trampen oder ein Mountainbike kaufen. Als seine Freundin Eleanor ihn kurz nach seinem vierundzwanzigsten Geburtstag verlässt, stellt Anton genau solch eine Liste auf. „Onkel Jimmy, Pfannkuchen, New York“ steht darauf an neunter Stelle.

Jimmy hatte vor vielen Jahren mal was mit Antons Mutter. Die Freundschaft zu dem vitalen Mexikaner, der einen kleinen Imbiss in New York betreibt - Jimmy’s Grill & Luncheonette in der 22sten Straße -, ist nie ganz abgerissen. So reist Anton nach New York und findet Unterschlupf und Arbeit bei Jimmy, der in seinem Laden auf 30 Quadratmetern nicht nur 150 verschiedene Gerichte anbietet, sondern auch ein großes Herz für alle Gestrandeten der Großstadt hat.

Der junge Ich-Erzähler taucht mehr und mehr in den quirligen Alltag von Jimmys Geschäft ein und teilt zunehmend auch dessen große Leidenschaft: the great escape of 1962. Jimmy ist fasziniert, ja fast schon besessen von dem legendären Ausbruch dreier Gefangener aus dem Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz. Er weiß alles über diesen Ausbruch, hat alle Zeitungsausschnitte gesammelt und kennt alle Details über die felsig raue Gefängnisinsel vor San Francisco, die einstmals ein Nistplatz für Pelikane war. So vermischen sich für Anton diese spektakuläre Flucht aus Alcatraz, die bunte New Yorker Gegenwart und die eigene Vergangenheit miteinander. Sie verbinden sich zu einer scheinbar absichtslosen Collage auf der traumverlorenen Suche nach einer neuen Chance, einem neuen Anfang.

„Heute ist alles verzettelt und fliegt in alle Richtungen weg. Man kann sich nirgendwo festhalten“, hat Benjamin Lebert einmal in einem Interview gesagt. Sein vierter Roman kommt an der Oberfläche leicht plaudernd daher, scheint aber auf den darunter liegenden Ebenen direkt diesem Lebensgefühl tiefer Entwurzelung entsprungen zu sein. Doch nicht nur für den verzweifelten Ich-Erzähler, sondern auch für den Leser gibt es schließlich etwas Hoffnung; denn neben aller haltlosen Melancholie spricht vor allem auch eine unbeirrbare Herzenswärme aus seiner Geschichte. -- Ulrike Künnecke, Literaturtest

kulturnews.de

Mit "Crazy" wurde er als 16-Jähriger zum Bestsellerautor, doch danach hatte Benjamin Lebert mächtig zu kämpfen: erst Schreibblockade, dann eher mittelmäßige Romane, und als Jungautor wird er vermutlich selbst in 20 Jahren noch gehandelt. Auch in seinem vierten Buch "Flug der Pelikane" geht es ums so genannte Erwachsenwerden: Nachdem er seine Beziehung mit Eleanor an die Wand gefahren hat, flüchtet der 24-jährige Anton von Hamburg nach New York. Er jobbt im Imbiss von Jimmy, eines Ex-Lovers seiner Mutter, und verfällt nach Dienstschluss mehr und mehr dessen Geschichten. Jimmy erzählt ihm von der legendären Gefängnisinsel Alcatraz und dem großen Ausbruch im Jahr 1962. Haben die drei Antihelden die Flucht wirklich überstanden und leben heute inkognito in New York? Doch Anton wird nicht nur von detektivischem Spürsinn angetrieben, denn die Geschichten aus dem Gefängnis veranschaulichen ihm seine eigene Lebenssituation. Leberts schmalen Roman hat man nach wenigen Stunden schon wieder zugeklappt. Doch in seine spannende Geschichte baut er Gedanken ein, die für lange Zeit zum Begleiter werden, etwa wenn er Toni Morrison zitiert: "Es ist ein reiner Glücksfall, wenn uns jemand fehlt, lange bevor er uns verlässt oder wir ihn verlassen haben." Wenn diesen Roman ein Jungautor geschrieben hat, wer ist dann bitteschön kein Jungleser? (cs)

Kurzbeschreibung

Mit seinem neuen Roman zeigt Benjamin Lebert, dass er eine feste Größe in der deutschen Literatur geworden ist.

Benjamin Lebert, vor zehn Jahren die literarische Sensation mit seinem Debütroman "Crazy", erweist sich als versierter Erzähler mit einem genauen Gespür für Atmosphären und Abgründe, scharfem Blick für Situationen und Befindlichkeiten, feinem Humor und kompositorischer Raffinesse.
Anton hält nichts mehr. Eleanor hat ihn verlassen, sein Job als Altenpfleger bietet keine Perspektive, und in Hamburg fühlte er sich noch nie zu Hause. Sein Ausweg: Pfannkuchen backen bei Onkel Jimmy in Manhattan.
Onkel Jimmys Luncheonette, das sind 30 geflieste Quadratmeter, 10 Stühle, drei Angestellte, 150 Gerichte auf der Speisekarte, Hektik am Grill, ein ständiges Kommen und Gehen - und trotzdem so etwas wie ein Zuhause. Das liegt vor allem an Jimmy, der alles im Griff und immer ein freundliches Wort für den Gast hat, und am prompten und zuvorkommenden Service, der selbst die abwegigsten Sonderwünsche zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Jimmys Welt besteht neben der Luncheonette, dieser Insel im Trubel Manhattans, aus einer anderen, der Öffentlichkeit lange nicht zugänglichen Insel: Alcatraz. Alles, was es über die legendäre Gefängnisinsel in der Bucht von San Francisco an Informationen gibt, findet sich in Jimmys großer weißer Kiste - und abrufbereit in seinem Repertoire von Fakten, Theorien und Anekdoten. Sein Hauptinteresse gilt dem berühmten Ausbruchsversuch von 1962, bei dem es drei Häftlingen tatsächlich gelang, die Gefängnismauern zu überwinden. Jimmys vehement vertretene Mindermeinung: Sie haben es geschafft, an Land zu kommen und eine neue Existenz zu führen. Anton gerät in den Sog dieser Geschichten und stößt dabei auf Stationen seiner eigenen Vergangenheit, denen er lieber auch entkommen wäre. Und er erkennt, warum es lebensnotwendig sein kann, daran zu glauben, dass man den Verhältnissen entfliehen kann.

Über den Autor

Benjamin Lebert, Jahrgang 1982, lebt in Hamburg. Er hat mit zwölf Jahren angefangen zu schreiben. 1999 erschien sein erster Roman, "Crazy", der in 33 Sprachen übersetzt und von Hans-Christian Schmid fürs Kino verfilmt wurde.
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