....alle klassischen bekannten Handlungen, die wir alle schon kennen und die ein Haus zu einem wirklichen Geisterhaus machen: menschliche Schatten, die in der Ecke stehen und dich beobachten, Stimmen von Verstorben, Gegenstände, die ihren Platz wechseln, Türen, die sich plötzlich öffnen oder schließen, Lichter, die an oder ausgehen, die Silhouette einer Person am Fenster, wenn sich eigentlich niemand im Haus befindet oder eine Hand, die dich im Schlaf berührt und so weiter.
All das haben wir irgendwann schon einemal gelesen oder im Film gesehen, wenn wir Barbara Erskines "Der Fluch von Belheddon Hall" zur Hand nehmen und die Geschichte um dieses Geisterhaus zu lesen beginnen. Und doch: Erskine schafft es mit ihrem Schreibstil den Leser von der ersten Zeile an zu fesseln und in ihren Bann zu ziehen.
Die bei Adoptiveltern aufgewachsene Joss macht sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern und stößt dabei auf das Testament ihrer Mutter, in dem ihr ein wirklich altes, großes und herrschaftliches Gutshaus vererbt wird. Trotz aller Warnungen der Dorfbewohner, dass es in dem Haus spuken soll, zieht Joss mit ihrem Sohn und ihrem Mann auf Belheddon ein, als sie schon ziemlich bald die ersten Spukerscheinungen wahrnehmen kann. Auch ihr kleiner Sohn scheint die "Schatten" zu sehen, einzig Joss`Mann findet die Befürchtungen lächerlich und schreibt die Erscheinungen dem angeschlagenen Gesundheitszustand seiner Frau zu.
Mit einem alten Freund, einem Geschichtswissenschaftler, beginnt Joss auch anhand alter Tagebücher ihrer Mutter, ihre eigene Familiengeschichte und die Belheddons Hall zu recherchieren und stößt dabei auf unglaubliche Tatsachen. Offenbar hat niemals ein Mann lange an diesem verwunschenen Ort leben könnnen. Alle männlichen Bewohner verstarben durch unglückseelige Unfälle oder Vorfälle....und plötzlich bekommt Joss Angst um ihren eigene Familie. Kann das Haus oder ein sich in ihm befindlicher Geist wirklich töten? Schweben womöglich ihr kleiner Sohn oder ihr Gatte in Gefahr?
Obwohl an manchen Stellen einfach zu viele Klischees bemüht werden, obwohl das Ende wirklich dick aufgetragen ist und obwohl wirklich nichts neu ist an diesem Buch, kann ich "Der Fluch von Belheddon Hall" Liebhabern von schaurig, gruseligen Romanen nur wärmstens empfehlen.
Erskine schafft es eine Dauerspannung zu erzeugen, die niemanden kalt lässt. Ich selbst habe nachts beim Lesen das eine oder andere mal zur dunklen Tür geschaut und gehofft, da jetzt keinen Schatten sehen zu müssen. Die Autorin erzeugt mit ihrem Stil eine Atmosphäre des gespenstigen Gruselns und verliert dabei nie den roten Faden, so dass man diesen Roman Ruck Zuck durchgelesen hat. Leichtflüssig und unkompliziert wird der Leser durch die Geschichte geführt, an einigen Stellen hätten Wiederholungen nicht sein müssen und ein paar Gruselszenen weniger hätten keinen Abbruch getan sondern ganz im Gegenteil, dem Leser zwischendurch wieder ein bisschen Raum für die eigene Fanatasie gegeben und dadurch womöglich eine noch höhere Spannung erzeugt.