Die Reihe "Drachenhof Feuerfels" ist fester Bestandteil der Buchreihen, deren Erscheinungstermine wir immer wieder beachten, um ja nichts zu verpassen. An sich haben wir die Buchreihe nur durch Zufall gefunden. Die Abenteuer stellen dabei eine tolle Mischung aus Pferderoman (statt Pferde Drachen), Mädchenabenteuer (natürlich gibt es auch eine konkurrierende Jungenbande) und je nach Band (Kinder-)Krimi/Thriller/Abenteuer dar.
Drei Mädchen, jede von ihnen (die draufgängerische Ju, die eher ängstliche Alchemieschülerin Lilja und die reiche, stets adrett gekleidete Rosabella) kann an sich als Indentifikationsfigur dienen, auch wenn die eigentliche Hauptfigur Ju, die Tochter eines Schmiedes mit verschwundener Archäologen-Mutter, ist.
Diese drei leben in einer Welt, in der sich Technologie des 19. Jahrhunderts mit mittelalterlichen Dingen und klassischen Fantasyelementen mischen. So gibt es einen Drachenritterorden, der die Ordnung aufrecht erhält, die Stadt Grinfjörd ist bilderbuchmäßig mit Stadtmauern und Stadtwachen versehen, gleichzeitig reitet man auf Drachen und reist über weite Entfernungen mit einem Reisezeppelin/Luftschiff. Die Gegenspieler können durchaus mal einem mechanischen Arm mit magischer Energieversorgung haben (Band 2).
Im vorliegenden dritten Band wird eine abenteurliche Schatzsuche beschrieben, während der Ju mit den "Schatten ihrer Vergangenheit" konfrontiert wird. Das hört sich jetzt sehr problembeladen an, ist aber ein wirklich spannendes, jugendgeeignetes Abenteuer der drei Mädchen, in dem sie mit einer skrupelosen Schatzsuchertruppe, einem verdeckten Feind, einer unterirdischen Stadt und längst vergessenen Artefakten eines untergegangenen Volkes in Kontakt geraten.
Das Buch ist ohne Einschränkung zu empfehlen und durchweg spannend. Es hat insbesondere während der Erforschung der unterirdischen Stadt den "nur ein kleines Stückchen noch, dann ist wirklich Schluss"-Effekt :).
Das Buch bekommt von uns allerdings "nur" vier Sterne, weil eine Sache schade ist und den Lesespaß für meine Tochter am Schluss etwas getrübt hat: Die grundsätzliche Geschichte ist verwoben mit der Rahmenhandlung der vor vielen Jahren verschwundenen Mutter von Ju. Wir sind ohnehin nicht gerade davon begeistert, dass in modernen Jugendbüchern die Eltern/Elternteile der Heldinnen stets tot (Unfall/Krebs u.ä.), verschwunden, vermisst usw. sind, aber auf anderem Wege scheint ein Kind in einem Roman nach Meinung einiger zeitgenössischer Autoren wohl nicht selbstständig werden zu können.
In diesem Band von Drachenhof Feuerfels wird eben dieses auch hier vorhandene Kindheitsproblem Jus aufgegriffen, aber nicht wirklich befriedigend gelöst (aus _Kindersicht_, d.h. es bleiben für ein Kind genauso viele Fragen wie zuvor, nichts wird "aufgelöst", die Sache nicht zu einem Abschluss gebracht). Meine Tochter hatte die ganze Zeit auf ein Happy-End gehofft oder wenigstens auf eine Erklärung, wo die Mutter denn nun ist, und war -obwohl sie das Buch insegsamt super fand- in diesem Punkt enttäuscht. Vielleicht kommt ja aber in einem späteren Band noch etwas dazu (?).
Ich würde die ersten Bände als Grundlage unbedingt empfehlen, das erhöht den Spaß, auch wenn es für das Verständnis der Handlung nicht nötig ist.