"Dein Doppelgänger wird deine Seele heimsuchen!" Mit diesen Worten, da ist sich David Ballinger ganz sicher, hat ihn die alte Mrs. Bayfield verflucht. Dabei hatte er bei dem Diebstahl ihres Spazierstocks nicht das Blumenbeet zertrampelt, nicht die Limonade über ihren Kopf geschüttet, nicht die Fensterscheibe im Erdgeschoss eingeschlagen und auch nicht den Schaukelstuhl umgekippt. Er hatte noch nicht einmal den Spazierstock genommen. Das hatten alles seine Freunde gemacht. Er war lediglich für das Zeigen des Mittelfingers verantwortlich, und er hatte ihre schwarz-weiß gestreifte Unterhose mit roten Rüschen gesehen. Aber alles, was sie zu viert der alten Dame angetan hatten, passiert von nun an David selbst. Es musste ein Fluch sein!
David ist eigentlich ein normaler Junge mit normalen Eltern, Geschwistern und Freunden. Aber der scheinbare Fluch bringt alles durcheinander. Davids kleiner Bruder wendet sich von ihm ab, sein Kumpel wandert zu coolen Freunden über und dann verliebt er sich auch noch in ein Mädchen, von dem er nur den Nachnamen kennt. Als er beinahe auch noch "sein Gesicht verliert", lernt er zum Glück Larry und Mo kennen.
Louis Sachar erzählt eine kurzweilige Geschichte. Mit Witz und auch ein bisschen Grusel ("Sie ist eine Hexe. Sie hat ihrem Mann das Gesicht gestohlen.") wird der Leser Zeuge von Familienkrach, Freundschaften, erster Liebe, schlechtem Gewissen und Prügeleien. Genial sind die philosophischen Ansätze über die Bedeutung und Nicht-Bedeutung des Mittelfinger-Zeigens. Ohne das letzte, unnötig abgedrehte Kapitel ist es ein überaus gelungenes Buch über das Erwachsenwerden.