Ich finde es schwierig, diesen Film zu bewerten. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich kein Fan klassischer Tragödien bin und ihn vielleicht deshalb nicht ganz verstehe. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass ich normalerweise nicht viele chinesische Filme sehe, aber in letzter Zeit nun mal Fan von Chow Yun-Fat geworden bin und mir den Film deshalb angeschaut habe.
Ich fang mal mit dem positiven an. Der Film ist visuell ein wahres Fest: Filigrane, dekorative Palastmauern, prächtige Kostüme, rasante Actionsequenzen. Auch die Handlung hat ihre brillanten und schockierenden Momente.
Aber was mir nicht gefallen hat, ist - und das versuche ich jetzt mal zu beschreiben, ohne zu viel von dem Film zu verraten - dass all die Spannung, die den ganzen Film lang aufgebaut wird, all die Handlungsstränge, all die schockierenden Entdeckungen, die gemacht werden, am Ende zu einem unzufriedenstellenden, um nicht zu sagen leeren Ergebnis führen. Am Ende sind viele Todesopfer zu verzeichnen, aber im Grunde hat sich nichts geändert. Die Königin ist ihrer Verdammnis ausgeliefert und der König ist der gleiche Bösewicht, wie er am Anfang war, nur dass er jetzt praktisch allein ist. Wie gesagt, vielleicht kenne ich zu klassische Tragödien, um den Sinn dieses Films zu verstehen. Aber meiner Meinung nach muss man bei einem wirklich guten Film kein Literaturexperte sein, um gut unterhalten zu werden. Ich hätte mir gewünscht, dass all die großen und kleinen Rebellionen, all die Intrigen, die während des Films gesponnen werden, zu einem irgendwie größeren Ende geführt hätten, an dem sich etwas Grundsätzliches ändert. Aber so führen sie ins Leere.
Ein abschließendes, wirklich großes Lob geht an die Darsteller. Gong Li spielt ihren Part überzeugend, sehr emotional und labil, aber dennoch stark, anmutig und königlich. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass sie eine fantastische Darstellerin ist. Man fühlt und leidet mit ihr. Chow Yun-Fat, normalerweise ein Gentleman, ein sanfter Charakter und liebenswerter Mann, hat mir in diesem Film eine Gänsehaut eingejagt. Bisher habe ich Philipp Seymour-Hoffmans Darstellung in "Mission: Impossible - 3" für den bösesten Bösewicht ever gehalten, aber Yun-Fat toppt ihn hier um Längen. Ist mal gut, ihn in einer anderen Rolle zu sehen, aber er macht einem wirklich Angst. Ein großes Kompliment geht auch an die drei Darsteller der königlichen Söhne, von denen glaube ich, einige Anfänger dabei sind, die aber ihre Sache großartig machen und ebenfalls überzeugen.
Am Ende möchte ich noch eine Warnung loswerden: Die Entwicklungen in der Handlung des Films als "krass" zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung, er ist teilweise wirklich nichts für zarte Gemüter, vor allem weil auch bei den Kampfszenen fröhlich geschlachtet wird, wenn ich das mal so formulieren darf. Machen Sie sich also auf Heftiges gefasst.