Waldstein, ein kleiner Ort, wird beherrscht von der Familie Vandenberg. Als eines Tages Maria Olson, Besitzerin eines Tante-Emma-Ladens stirbt und Briefe hinterlässt, die auf ein lange zurückliegendes Verbrechen hinweisen, und einige Zeit später ein Unwetter Teile des Ortes zerstört, Menschen verletzt und tötet, kommen Vorkommnisse ans Tageslicht, die zu lange im Verborgenen lagen. Brackmann, der als Polizist in Frankfurt krank wurde und sich ins beschauliche Waldheim versetzen liess, fängt an, die Fäden aufzuknüpfen.
Der Krimi ist mir zu simpel und glatt gestrickt. Die bösen Reichen sind bis ins Mark schlecht; Freiheitsberaubung, Erpressung, Nötigung, Mord, Vergewaltigung: Gibt es irgend ein Verbrechen, das nicht von diesen Leuten begangen wird? Und: Ein Brutalo bleibt immer und in jeder Situation ein Brutalo, und man kann sicher sein, dass er sich nicht ändern wird. Alte Männer, die in Kneipen sitzen, sind Trinker, unrasiert, ungepflegt. Eine Frau mit großem Busen, engen Kleidern und rotem Nagellack ist ein Vollblutweib. Von allem ist immer ein wenig zuviel vorhanden: Die Hysterische benimmt sich geradezu grotesk hysterisch, der Verständnisvolle besitzt einfach zuviel Verständnis. Ob eine voreheliche Schwangerschaft - das persönliche Problem ausgeklammert - in einer katholischen Kleinstadt noch heute so ein Skandal ist wie beschrieben, sei mal hinterfragt.
Hätte der Autor sich nicht seitenlang bei pedantischen Beschreibungen der Umgebung und der Personen aufgehalten und die Dialoge in eine verkürzte, dafür flottere Form gebracht, wie sie sich beispielsweise in ganz normalen Gesprächen abspielt, so wäre der Roman mit der Hälfte der Seiten ausgekommen und statt dessen kompakter und wahrscheinlich spannender geworden.