"Ich mag den Film nicht noch mal gucken, der ist soo langweilig." Das war der Kommentar unserer 4-jährigen Tochter. Und ihr Papa fragte sich, ob der gute Václav Vorlícek ("Drei Haselnüsse für Aschenbrödel") wohl als Alibi-Regisseur an den Drehort gekarrt wurde und im Übrigen das Stehgreifspiel von Schauspielen abgefilmt wurde.
Als Fernsehunterhaltung zur Nachmittagsstunde mag "Der Feuervogel" durchaus unterhalten. Als ernsthaftes Märchenspiel für Kinder und Erwachsene auf der Großleinwand versagt er.
Die Dialoge wirken auf uns über weite Strecken hölzern und unlebendig. Es gelingt den Schauspielern leider auch nicht, ihnen mit Minenspiel und Körpersprache etwas mehr Leben einzuhauchen.
Auch die verwendeten Videotricks wirken an den Maßstäben anderer Produktionen gemessen etwas unbeholfen. So erscheinen und verschwinden Märchengestalten, indem die ganze Szene mal eben kurz abgedunkelt wird. Das Wolkenpferd reitet sogar durch die Lüfte als liefe es über eine Tischplatte.
Das Bild ist in dieser Ausgabe von Euro Video (2004) auf der Großleinwand eine Katastrophe. Unser hochwertiger Interlacer war nicht davon abzubringen, die Zeilen verkehrt zusammenzusetzen, so dass schräge Kanten im progressive Scan deutliche Treppen zeigen. Aber auch gerade Linien wirken oft flimmerig und unscharf, als seien beim Mastering gerade und ungerade Zeilen miteinander vertauscht worden.
Das fiel nicht nur den Erwachsenen auf, sondern auch die Kinder waren vom schlechten Bild irritiert.
Postiv erwähnenswert ist die atmosphärische Filmmusik von Ondrej Soukup und die diesmal recht gute deutsche Synchronisation. Beides kommt sehr schön im sauber abgemischten DolbyDigital-Audiotrack herüber (Stereo).