"Der Feuerthron" ist ein episch angelegter Fantasyroman für Jugendliche. Die Heldin des Romans ist die 14jährige, magisch begabte Mera, die gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und ihrem Ziehbruder Girdhan in einem beschaulichen Fischerdorf auf der Insel Ilyndhir lebt. Plötzlich passieren beunruhigende Dinge: Die Insel wird von den Gurrländern bedroht, Meras Großmutter verschwindet spurlos und es findet eine Hetzjagd auf die girdanischen Flüchtlinge statt. Mera begibt sich mit Girdhan und ihrem gemeinsamen Freund Kip in auf eine abenteuerliche Seereise, um die Großmutter zu finden. Bald müssen die Freunde erkennen, dass noch viel mehr auf dem Spiel steht: Die Inseln des Archipels sollen mit Hilfe eines uralten, mächtigen Artefakts, des Feuerthrons, versklavt werden. Obwohl die mächtigsten Magier und Armeen gegen die gurrländischen Eindringlinge versagen, begeben sich Mera und ihre bunt zusammengewürfelte Truppe trotzdem in die Höhle des Löwen...
Mit diesem Buch konnte ich mich leider gar nicht anfreunden. Die Geschichte ist weder besonders originell noch spannend. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, den dazugehörigen Roman zu einem Videospiel zu lesen. Einerseits ist der Schreibstil ziemlich einfach gehalten, wohl um die jugendliche Zielgruppe nicht zu überfordern. Auf der anderen Seite wird man mit Dutzenden von komplizierten Namen und vielschichtigen Beziehungen zwischen den einzelnen Völkern des Archipels bombardiert, so dass ich die Lektüre teilweise ziemlich anstrengend fand. Dass es ein Namensregister gibt, fand ich erst heraus, als ich das Buch fast fertiggelesen hatte - darauf hätte man am Anfang des Buches ruhig hinweisen können. Die Magie der Farben ist eigentlich eine originelle Idee, wird aber dermaßen überstrapaziert, dass es später nur noch nervt. Irgendwann konnte ich die ständige Erwähnung der Farben kaum noch ertragen: Die eine kann Grün nicht ab, der andere Weiß, die dritte reagiert auf Schwarz allergisch...immer und immer wieder. Ab ca. der Hälfte des Buches kommt kaum noch eine Seite ohne Farben aus. Ich hätte lieber mehr über die Beziehungen zwischen den Charakteren erfahren als über Götter und Farben, aber im Gegensatz zu ihrer magischen Umgebung bleiben die Figuren farblos. Die Handlung wirkte auf mich künstlich in die Länge gezogen, so dass die Lektüre die meiste Zeit von Langeweile geprägt war. Spannend wurde es eigentlich nie, der Showdown war ganz schnell vorbei und das Ende geriet nach dem Motto "Friede Freude Eierkuchen".
Fazit: Viel Magie, aber leider auch viel Leerlauf. Hier könnte man locker 150 Seiten weglassen, ohne dass es großartig auffallen würde.