Jahrelang hat CIA-Agent Mitch Rapp sein Land verteidigt und sich dabei nicht nur Freunde gemacht. Als in Saudi-Arabien ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird und seine Frau einem Attentat zum Opfer fällt, eskaliert die Lage. Mitch Rapp ist nur noch von einem Gedanken besessen - Rache. Ohne Rücksicht auf die außenpolitischen Interessen der USA begibt er sich auf die Suche nach den Mördern. Sehr zum Leidwesen des neuen Geheimdienstkoordinators Ross, dem Rapp schon lange ein Dorn im Auge ist.
DER FEIND ist der sechste Band der Mitch-Rapp-Reihe und bietet abermals die gewohnt packende Unterhaltung, auch wenn der Roman der bisher schwächste der Serie ist. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist sicherlich, dass der Klappentext zu viel von der eigentlichen Handlung verrät, denn das Attentat dem Mitch´s Frau zum Opfer fällt, passiert erst nach gut dreihundert Seiten. Bis dahin passiert nicht wirklich viel, was den Leser überrascht. Der danach folgende Rachefeldzug von Mitch Rapp ist zwar spannend geschrieben, aber unterm Strich doch sehr vorhersehbar.
Sehr positiv sind wieder einmal die politischen Intrigen, die Vince Flynn sehr gekonnt in seine Handlung einwebt. Als Berater der ausgezeichneten TV Serie 24 hat er natürlich ein Händchen für interessante Figuren. So ist ihm mit Mark Ross, dem neu ernannten Geheimdienstkoordinator, eine Figur gelungen, die nicht nur in diesem Roman für einigen Wirbel sorgen wird.
Insgesamt ist auch DER FEIND ein lesenswerter Politthriller in bester Tradition von Robert Ludlum oder Tom Clancy, auch wenn der Rachefeldzug von Mitch Rapp einen etwas faden Beigeschmack hat. Bleiben unterm Strich 4 Sterne und die Hoffnung, dass der nächste Mitch-Rapp-Roman DER VERRAT (ab September 2008 in Deutschland) wieder ein absoluter Volltreffer wird.