1868 in Madrid - die Stadt brodelt, Revolution liegt in der Luft, das Ancien Regime könnte hinweggefegt werden. Don Jaime Astarloa, der Sohn eines Hidalgo aus Aragon, hat mit politischen Umtrieben nichts zu schaffen. Er ist ein Mann unverrückbarer Grundsätze - heute würde man sagen "Code of ethics" - die vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß sind, aber auch ein Raster von Sicherheit vermitteln. Und er ist der letzte Fechtmeister, ein Mann des Degens und Floretts, und dieser Kunst hat er sein Leben geweiht. Ein spät geborener Don Quijote, der die Zeit nicht mehr und den die Zeit nicht mehr versteht. Aber eines Tages holt ihn die Gegenwart von Politik, Wirtschaft, Konspiration und Verrat ein. Eine schöne junge Dame, geheimnisvoll und unbekannt, ersucht ihn, ihr Fechtunterricht zu erteilen, und sie seinen berühmten und tödlichen Florettstoß zu lehren. Als Don Jaime nach anfänglichem Zögern zusagt, gerät der reine Tor in einen Strudel von Machenschaften, die er nicht versteht und auch nicht verstehen will.
Ein einfühlsames Kammerspiel mit dem alten Fechtmeister als Protagonisten, der bezaubernden Adela de Otero als Schülerin und dem Marques de los Alumbres als Repräsentanten von Staat und Gesellschaft. Ein Drehbuch nach Puccini, wunderbar geschrieben, einfühlsam, mit humorvollen Genreszenen aus dem Cafe Progreso. Ganz sacht entwickelt der Autor die Handlung zum tödlichen Show down, bei dem der Fechtmeister ein letztes Mal seine ganze Kunst wird aufbieten müssen. Vielleicht gelingt ihm endlich der alles entscheidende, unparierbare und geniale Degenstoß, nach dem er sein Leben lang gesucht hat. Ein Roman über Ehre, Rechtschaffenheit und Trauer über eine unwiederbringlich verlorene Zeit in - wie immer - hervorragender Übersetzung.