Format 25x28 cm, 272 Seiten, 130 Abbildungen, davon 70 in Farbe, Leinen mit farbigem Schutzumschlag.
Im Jahre 1904 wandte sich eine Gruppe junger Maler vom Naturalismus ab und entwickelte eine neue Ausdrucksweise, die man ein Jahr später als »fauve«, d.h. »wild« bezeichnete. Die Fauves betrachteten die Natur nicht mehr als Gegenstand der Kunst, sondern als Ort, an dem Zeichnung und Farbe sich mit größter Freiheit ausdrücken können. Die fauvistische Malerei ist ein lyrischer Ausbruch, dessen hervorstechendsten Merkmale die leuchtenden intensiven Farben und anstelle der Raumillusion ein durch die Phantasie umgesetzter Raum sind. Vor allem in den Landschaftsbildern der Fauves wird deutlich, wie sie der Realität begegnen und die Wirklichkeit im Gemälde, gestützt auf ihre künstlerische Einbildungskraft, neu erfinden.
Ausgehend von einer genauen Definition des Fauvismus untersucht Marcel Giry, Professor für zeitgenössische Kunstgeschichte an der Universität Besancon und einer der besten Kenner der Fauves, das künstlerische Werk von acht Malern : Georges Braque, Andre Derain, Kees van Dongen, Raoul Dufy, E. Othon Friesz, Albert Marquet, Henri Matisse und Maurice Vlaminck. Ursprünge, Entwicklung und Bedeutung dieser Gruppe von Malern werden eingehend dargestellt, wobei der Autor ihre Werke in den Mittelpunkt seiner Analyse rückt und ihren Platz in der Geschichte der Malerei des 20, Jahrhunderts bestimmt. Besonderer Wert wird darauf gelegt, die einzelnen Gemälde genau zu datieren und in eine chronologische Ordnung zu bringen, die die Grundlage einer kritischen Analyse des Fauvismus bildet.
Auf zahlreichen Abbildungen erscheinen die Meisterwerke des Fauvismus und lassen die präzisen Analysen des Autors für jeden Leser nachvollziehbar werden. Der Kunstfreund findet hier eine zuverlässige Gesamtdarstellung einer der wichtigsten Bewegungen in der Malerei des 20. Jahrhunderts.