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Der Fall Shakespeare - Die Autorschaftsdebatte und der 17. Graf von Oxford als der wahre Shakespeare: Bisher bekannt als Das Shakespeare-Komplott
 
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Der Fall Shakespeare - Die Autorschaftsdebatte und der 17. Graf von Oxford als der wahre Shakespeare: Bisher bekannt als Das Shakespeare-Komplott [Gebundene Ausgabe]

Walter Klier
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Laugwitz, U; Auflage: 1., Aufl. (August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393307715X
  • ISBN-13: 978-3933077158
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 48.116 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Fall klärt sich 20. Juni 2010
Dieses Buch ist ein Muss für alle Anglisten, Englischlehrer, Anglophilen und Theaterfreunde. Berechtigte Zweifel an der Autorschaft des Stratforder Shakespeares gibt es schon seit langem; sie kommen aus unterschiedlichen Richtungen, von Wissenschaftlern und berühmten Schriftstellern. Walter Klier hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwachstellen des Shakespeare-Phantoms aufzuspüren; er entlarvt die Art und Weise, in der aus der kargen Faktenlage zu dem Stratforder Getreidehändler die ebenso karge Biographie eines Dramen -und -Sonettschreibers gebastelt wurde. Nebenbei erfährt man Aufschlussreiches über das Theaterleben und dessen gesellschaftliche Relevanz am Hofe Elizabeths I. und auch, dass das Problem der verborgenen Identität in der Literaturgeschichte gar nicht so selten auftritt.

Alle Dokumente, die über den Stratforder Getreidehändler erhalten sind, wurden von Walter Klier sorgfältig und mit Sachverstand recherchiert. Man glaubt als Leserin, inmitten einer realen Detektivgeschichte gelandet zu sein. Fragen werden beantwortet, die alle Shakespeare-Liebhaber eigentlich schon lange gepeinigt haben müssten, wie z.B. nach den Quellen der umfangreichen Bildung des Barden, nach seinen Kenntnissen der Bibel, der antiken Literatur, der Medizin, des Rechts usw. Ferner erklärt Klier die künstlerische Entwicklung des Dichters, seinen Wunsch nach dem Überdauern seiner Zeilen und nicht zuletzt biographische Bezüge in den Dramen und lyrischen Werken. So kommt Klier zu dem Schluss, dass der Stratforder Shakespeare nicht der Stückeschreiber gewesen sein kann. Daran gibt es keinen Zweifel.

Wenn Walter Klier der Frage nachgeht, warum Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, der bessere Anwärter für die Autorschaft der Stücke sein muss, vermag er, was für einen redlichen Wissenschaftler selbstverständlich sein sollte, den Konjunktiv vom Indikativ zu unterscheiden. Er stellt sich den gängigen Argumenten der Stratfordianer", verfällt aber nicht in deren Fehler, einen Shakespeare aufgrund von Wunschdenken zu basteln, nein, er führt einen Indizienprozess, dessen Beweislast so groß ist, dass man zustimmen muss.
Ein markantes Beispiel dafür ist die Geneva-Bible" aus dem persönlichen Besitz Edward de Veres: Die darin unterstrichenen Zitate tauchen 300 Mal in den Dramen und Sonetten auf, sei es als Anspielung oder als Verarbeitung in einer Metapher oder ähnliches. Schließlich wird auch der Grund, warum es für einen Adligen unmöglich war, sich als Dramenschreiber zu outen", plausibel dargestellt. Was aus de Veres Leben nicht vorschnell ausgewertet oder auf das Werk übertragen werden sollte, wird benannt und bleibt bei Klier als Frage stehen.

Der Verfasser geht auf alle diese Spuren mit wohltuender Sachlichkeit ein und verteilt dezente Seitenhiebe an die Stratfordianer, wenn sie wirklich angemessen sind. Insgesamt muss man konstatieren, dass es wenige wissenschaftliche Werke gibt, die mit so großer stilistischer Nuanciert- und Geschliffenheit geschrieben sind.
Der Unterschied von Sein und Schein ist ein Motiv in fast allen Shakespeare-(bzw. de
Vere-)Werken. Dass dies auch zur Biographie des Dichters gehört, hat Walter Klier verdienstvoll herausgearbeitet. Die großen Dichtungen werden durch dieses Standardwerk noch tiefer erlebbar.

Elke Brackmann, Wuppertal, 20. 6. 2010
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