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Der Fall Neruda: Cayetano Brulé ermittelt
 
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Der Fall Neruda: Cayetano Brulé ermittelt [Gebundene Ausgabe]

Roberto Ampuero , Carsten Regling
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 378 Seiten
  • Verlag: Bloomsbury Berlin (27. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827008662
  • ISBN-13: 978-3827008664
  • Originaltitel: El caso Neruda
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.009 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Roberto Ampuero Espinoza
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Chile 1973. Der alte und kranke Pablo Neruda kehrt nach Jahren als Botschafter in seine Heimat zurück. Angesichts des nahenden Todesquält ihn eine tiefsitzende Ungewissheit. Er beauftragt Cayetano Brulé mit Nachforschungen über eine geheimnisvolle Frau. Die Suche nach ihr führt Cayetano von Mexiko nach Kuba, dann in die DDR. Immer wieder scheint sie ihren Namen, ihre Identität gewechselt zu haben ... Währenddessen spitzt sich die politische Lage in Chile dramatisch zu, Salvador Allende gerät zunehmend unter Druck, und ein Militärputsch wird immer wahrscheinlicher. In seiner Heimat avancierte Cayetano Brulé rasch zur Kultfigur. Der Fall Neruda kündigt an, alle Erfolgserwartungen noch zu übersteigen - und ist schon jetzt das meistgelesene Buch über Pablo Neruda.

Über den Autor

Roberto Ampuero, 1953 in Valparaíso/Chile geboren, lebt heute in den USA, wo er an der University of Iowa Creative Writing unterrichtet. Er ist einer der erfolgreichsten Autoren Chiles. Sein Werk, in zahlreiche Sprachen übersetzt, wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Fall Neruda stand in seiner Heimat mehrere Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Valparaiso im Sommer 1973. Die Stadt gleicht einem Hexenkessel. Noch herrscht Allende in Chile, doch die Gerüchte um einen Militärputsch wollen nicht verstummen. Sozialisten, Kommunisten und aufmüpfige Bürger suchen einen Ausweg aus der Lage. Gerade zu dieser Zeit begegnet Gayetano Brulé dem alten und kranken Dichter Pablo Neruda auf einem Fest bei Freunden. Anschließend bittet Neruda den jungen Mann, für ihn nach Mexiko zu reisen, um einen Arzt zu suchen, der sich mit Kräutern und Heilmethoden gegen Krebs auskennt. Neruda hatte ihn aus den Augen verloren. Gayetano schließt daraus, dass Neruda Hilfe für die eigene Krebserkrankung sucht. Weit gefehlt aber bekommt er nur geheimnisvolle Aufträge, ohne das Ziel der Suche wirklich zu kennen.
Er macht sich auf eine Reise, die ihn außer nach Mexiko noch nach Kuba, in die DDR und nach Bolivien führt.
Abenteuerlich und spektakulär mutet die Reise an, in der Gayetano mit zahlreichen Menschen ins Gespräch kommt und Erfahrungen macht,von denen er zuvor keine Vorstellung hatte. Schließlich erfährt der Reisende, dass er eine ehemalige Geliebte des Dichters ausfindig machen soll!

Um den Plot einer Liebesaffäre Pablo Nerudas ist ein fiktiver Roman entstanden, der kriminalistische Ausmaße gewinnt. Die politischen Machtstrukturen in den unruhigen Regionen Südamerikas bieten den Handlungsstrang, der um die persönliche Geschichte Pablo Nerudas in seinen letzten Lebensjahren kreist. Chile und die kurze Zeit unter Allendes Führung mit dem anstehenden Militärputsch durch das Militär sind ebenso Teil der Erzählung, wie Mexiko mit seiner langen Kulturgeschichte und den prachtvollen Bauten und Bildnissen aus der Zeit der Azteken. In der DDR findet Gayetano ein strenges Regiment mit bedrängender Beaufsichtigung vor, und in Bolivien wird es erst recht mühsam mit der Suche nach der unbekannten Frau aus Nerudas Vergangenheit. Der Dichter ist krank, und die Zeit drängt, was zur Steigerung der Spannung beiträgt.

Roberto Ampuero hat einen gehaltvollen und mit kriminalistischen Spuren ausgestatteten Roman entworfen. Geschichte und politische Verhältnisse zu Zeiten Allendes und Pinochets in Chile bekommen Gestalt und Stimme, so dass man sich lebhaft in die Region hinein versetzt fühlt. Die vollen Strassen, das gesellige Treiben und die versteckte Angst vor dem, was kommen wird, machen sich an der Handlung der Figuren und anhand der politischen Vorkommnisse fest. Bunt und lebhaft ist das Treiben in den Strassen und Gassen, sind die verfallenen Häuser in Kuba und die farbige Vielfalt in Mexiko. Mit einer immer wieder kehrenden Geste erkennt man den Hauptdarsteller, der sich versonnen über den Schnurrbart streicht. Anklänge an Maigret in Frankreich sind unübersehbar, wenngleich hier ein Laie agiert, der nicht vertraut mit der Arbeit eines Detektivs ist. Brulé lernt ständig dazu und man beobachtet seinen Werdungsprozess, der ihn klüger und täglich vorsichtiger werden lässt.
Dieser Roman bietet eine Fülle von Anschauungsmaterial und ist dicht und aufregend konzipiert. Sprachschönheit ist gekoppelt an eine anspruchsvolle Handlung, die jeden Literaturfreund begeistern wird.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Sohn eines chilenischen Eisenbahnarbeiters sah sich als Erneuerer der Dichtung seiner Heimat und zugleich als Sprachrohr des kleinen Mannes. Durch seine Liebesgedichte und Erzählungen stieg er zum anerkannten Dichter und Diplomaten nicht nur des chilenischen Volkes auf. Pablo Neruda verstand es auf einzigartige Weise, Lyrik und Politik zu einem beeindruckenden Werk mit universaler Aussagekraft für ein weltweites Massenpublikum zu verbinden. 1971 wurde sein Lebenswerk durch die Verleihung des Nobelpreises für Literatur gekrönt. Sein Leben war geprägt von der Suche nach dem richtigen Weg zu Wahrheit und Gerechtigkeit, aber er verirrte sich des Öfteren in Abwege und Widersprüche.

Niemand anderer als dieser chilenische Intellektuelle wird der Auftraggeber für Cayetano Brulés ersten Fall. In einem Café seiner Wahlheimat Chile, in dem Hafenstädtchen Valparaíso, erinnert sich der gebürtige Kubaner, mittlerweile ein recht erfolgreicher Privatdetektiv, an seine 33 Jahre zurückliegenden Anfänge, die alles andere als rosig waren. In einer großen Rückblende schaut er auf das schicksalhafte Jahr 1973.

Salvador Allende und die Unidad Popular leiten zwar noch die Regierungsgeschäfte, aber erste Anzeichen des Militärputsches sind allerorts zu spüren. In den Tagen des zügellosen sozialen Aufbegehrens, das jedoch nicht in das mündete, was das Volk sich erträumte, sondern in die Diktatur des Generals Pinochet, lernt Brulé bei einer Gartenparty den chilenischen Dichter kennen, der ihn für einen seltsamen Auftrag gewinnen möchte. Er soll einen Arzt ausfindig machen, von dem sich Neruda Heilung für seine fortgeschrittene Krebserkrankung erhofft. Doch auf der Suche nach dem ominösen Mann, die ihn zuerst nach Mexiko, dann nach Havanna, in die DDR und schließlich nach Bolivien führt, wird immer ersichtlicher, dass es dem sterbenden Dichter um etwas ganz anderes geht: eine ehemalige Geliebte und deren gemeinsames Geheimnis - ein Kind.

Die Idee zum Roman, der bereits der sechste Teil einer Cayetano-Brulé-Serie ist, zog der Autor aus einem Vers von Nerudas Gedichtband "Die Verse des Kapitäns" (Versos del capitán, 1953). Dort fragt das lyrische Ich nach dem Verbleib seines Sohnes. Ampuero überträgt dieses Sehnen nach einem Nachkommen auf seinen fiktionalisierten Neruda. Das Kind soll ihm ein fleischliches Weiterleben garantieren, das sich von der Unsterblichkeit seines Werks substanziell unterscheiden würde.

Mit einfachen Worten, aber trotzdem viel Feingefühl, entwirft Roberto Ampuero Nerudas Charakterbild. Er zeichnet eine widersprüchliche Figur, politisch wie im Privatleben: sehr menschlich, sehr ehrgeizig und großzügig, sehr leidenschaftlich und dabei fähig, Frauen auszunutzen. Wohltuend verzichtet der chilenische Autor auf Anklage und Rechtfertigung.
Gleichzeitig vermag er durch eine klar verständliche Darstellung der Inhalte die politische Stimmung des Jahres 1973, das gesellschaftspolitische Umfeld der rastlosen Umbruchszeit vor der Machtergreifung Pinochets eindrucksvoll wiederzugeben.
Mit der Figur des Cayetano Brulé arbeitet Ampuero wiederum die verschiedenen Seinsweisen und Gefühlslagen der Lateinamerikaner heraus.

Fazit:
"Der Fall Neruda" ist keine klassische Detektivstory und schon gar kein Genreroman, sondern eine Ermittlung in der Zeitgeschichte: ein ruhiges, reflexives und stimmungsvolles Buch, ein "Defilee von Masken", menschlicher wie auch gesellschaftspolitischer. Geschickt verknüpft Roberto Ampuero geschichtliches Wissen einer anarchistischen Zeit mit einer großen Figur dieser Epoche - den chilenischen Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Cayetano fühlte sich machtlos. Die jüngsten Ereignisse bereiteten ihm Sorgen: Ein Oberst griff in der Hauptstadt nach der Macht, Angela war im Begriff, nach Kuba zu reisen, ihre Ehe stand vor dem Aus, der Dichter war krank, und er hatte den Auftrag, den einzigen Arzt zu finden, der ihn noch retten konnte. Er befürchtete, dass sich der Aufstand so schnell im Land ausbreiten würde wie die bösartigen Krebszellen im Körper des Dichters." (S. 84)

Der Dichter ist nicht irgendwer, sondern Pablo Neruda, chilenischer Nobelpreisträger für Literatur, überzeugter Sozialist und Bewunderer Stalins, enger Freund und einer der letzten Unterstützer Salvador Allendes. Außerdem ist Neruda erster Auftraggeber von Cayetano Brulé, einem gebürtigen Kubaner, der nach einigen Jahren in Miami nun seit zwei Jahren sein Leben in Valparaiso an der chilenischen Pazifikküste fristet. Cayetano findet sich in Chile so wenig zurecht wie in seiner langsam dahinbröckelnden Ehe mit Angela, einer aus reichem Elternhaus stammenden, revolutionär begeisterten Castro-Anhängerin.

Von Valparaiso, über Mexiko, Havanna, Berlin und Leipzig, schließlich LaPaz und Santiago de Chile führt uns Ampuero auf die Spur derjenigen Frau, die Nerudas Gedanken während seiner letzten Lebenstage gefangen hält. Schnell wird Brulé klar, dass Neruda ihn nicht auf die Suche nach einem Wundermittel für seine körperliche Gesundung geschickt hat.

Das Genre des Kriminalromans ist zurecht dafür bekannt Orte, Regionen und Gesellschaften für die nachfolgende Generation zu bewahren. Auch Ampuero bedient sich einer kriminalistischen Rahmenhandlung, um sich als Chronist betätigen zu dürfen. Chile in den letzten Tagen der Allende-Regierung, ein Land vor dem tiefen Fall in Jahre der Unterdrückung und Verfolgung, bildet die Kulisse der Geschehnisse. Zugleich erlebt der Leser die vermeintliche Blütezeit des lateinamerikanischen und real existierenden Sozialismus. Brulé (Ampuero) ist ein genau Beobachter und scharfzüngiger Berichterstatter dessen, was er in Kuba, Bolivien und der DDR vorfindet.

"Der Fall Neruda" ist der bisher einzig ins Deutsche übersetzte Ampuero Roman aus dessen Cayetano Brulé Serie. Dem Roman ist kommerzieller Erfolg zu wünschen, so dass Übersetzungen weitere Ampuero-Romane folgen werden.
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