Eine Jagdhütte. Ein Mann tot und mit verzerrter Fratze im Schlafraum. Die blasse Zunge
zwischen den Zähnen. Das ist das Ende von Mr. Harrisons Leben und einer Dreiecksbeziehung.
Doch wie kam es dazu? Margret ist jung und naiv, dies führt nach ihrer Heirat mit
dem älteren, zynischen und als recht schwierig bekannten Mr. Harrison zu Problemen. Als
dann auch noch der ebenfalls sehr junge Künstler Lathom in das Haus zieht, ist das Chaos
vorprogrammiert. Denn mit ihm kann sich die neue Mrs. Harrison über all die
Themen unterhalten, über die sie nicht mit ihrem Mann zu reden vermag und die sie auch
wirklich interessieren. Trotz all der geäußerten Warnungen wird der junge Lathom ihr
Geliebter, dennoch versteht er sich mit dem alten Harrison prächtig. So gut, dass dieser ihn dann auch in seine Jagdhütte einlädt, wo Harrison an einem Pilzmahl stirbt. Und die quälende Frage
auftaucht: Mord oder zufällige Vergiftung?
Autorin und Krimikönigin Dorothy Sayers nutzte in diesem Buch mal eine andere Erzählform:
Die Protagonisten sowie auch die indirekt beteiligten Charaktere berichten über ihr Erlebtes und tragen so die einzelnen "Puzzlestückchen" zusammen. Denn "Der Fall Harrison" wirft ein ungeahntes Interesse der verschiedensten Leute auf. Auch wenn einige Passagen beim Lesen langweilig und nebensächlich erscheinen, versteht es Dorothy Sayers, eine spannende Geschichte zu präsentieren.
Im Vergleich zu ihren anderen Werken wirkt dieses gediegener, was aber keinesfalls einen Leistungsabfall bedeutet. Für Liebhaber des englischen Krimis ist dieses Buch eh ein sensationelles Meisterwerk, welches im Bücherregal seinen festen Platz hat.