Arne Hoffmann etabliert sich mittlerweile als einer der wichtigsten Medienkritiker unseres Landes, als einer der wenigen, die noch an die Notwendigkeit des mündigen Bürgers für eine funktionierende Demokratie fordern. Obwohl das Buch zeitnah nach dem Kerner-Skandal erschien, ist es alles andere als ein "Schnellschuss", sondern ein präzise, mit zahlreichen Quellen belegte Dokumentation, Analyse und gut verständliche medienwissenschaftliche Betrachtung der Manipulationsmechanismen der modernen Medien. Die zeitnahe Veröffentlichung war ja dringend geboten, da das ZDF sehr schnell reagiert auf die wohl unerwartet heftige Kritik reagierte und manipulierte Fassungen der Talk-Sendung verbreitete.
In fünf Kapitel also stellt Hoffmann den Fall dar. Er zeigt an zahlreichen Beispielen, wie Feminimuskritiker öffentlich diffamiert und bedroht wurden und werden, liefert eine komplette Chronologie der Medienkampagne, beschreibt und analysiert jene Talk-Show, die einen Gipfelpunkt öffentlich-rechtlicher Manipulation markiert, gibt einen fundierte Übersicht über die wichtigsten Medienreaktionen und analysiert zu guter letzt die Ursachen dieses Medienverhaltens. Das er in seine Buch "Warum Hohmann geht und Friedemann bleibt" schon einmal ausführlich den Einsatz der falschen Nazivorwurfs analysiert hat, der in Deutschland ja gerne verwendet wird, um den Meinungsgegner zu diffamieren, kommt seiner Analyse sehr entgegen, da er hier auch hochinteressante Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Medienkampagnen analysieren kann.
Zusammenfassend ist diese Buch sehr wichtig für alle, die noch an die Ideale der Demokratie und Meinungsfreiheit glauben und diese erhalten wollen, aber auch für jene, die die manipulativen Methoden der Medien durchschauen wollen.
Wäre ich an der Gestaltung der Lehrpläne für Politik, Sozial- und Medienkunde an den Schulen zuständig, so wäre dieses Buch Plichtlektüre für den Unterricht. Einziger Mangel ist, dass ein Sachwort-, wichtiger noch ein Personenregister, fehlt.
Es wäre diesem Land zu wünschen, dass es mehr kritische und mutige Medienleute vom Range eines Arne Hoffmann hätte. Kauft dieses Buch, Leute!