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Der Fall Arbogast
 
 
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Der Fall Arbogast [Gebundene Ausgabe]

Thomas Hettche
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 3 (8. November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832156216
  • ISBN-13: 978-3832156213
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.285.164 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Hettche
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Kriminalroman" wurde der neue Roman von Thomas Hettche ausdrücklich untertitelt, womit die Abteilung Literatur im DuMont Verlag ein deutliches Zeichen für die neue "Gesellschaftsfähigkeit" des Genres gesetzt hat. Doch um einen konventionellen Krimi nach herkömmlichem Strickmuster handelt es sich bei dem vorliegenden Text keinesfalls, obwohl eine Frauenleiche und ein Indizienprozess gegen den Tatverdächtigen die Ausgangspunkte des Geschehens bilden. Vielmehr ist Hettche ein großartiges und verstörendes Kammerspiel um Möglichkeiten und Grenzen der modernen Justiz gelungen, das den Leser zutiefst beunruhigt zurücklässt.

Der Geschäftsreisende Hans Arbogast gabelt an einem Septemberabend des Jahres 1953 eine Anhalterin auf. Noch am gleichen Abend schlafen die beiden heftig miteinander und plötzlich ist die junge Frau tot. Arbogast legt die Leiche am Straßenrand ab und kehrt nach Hause zurück. Kurze Zeit später meldet er sich bei der Polizei, die um Mithilfe der Bevölkerung gebeten hatte. Arbogast verwickelt sich zunehmend in Widersprüche, wird einem harten Verhör unterzogen und gesteht die Tat. Das Gerichtsverfahren nimmt durch das Gutachten des renommierten Gerichtsmediziners Maul einen überraschenden Verlauf -- aus Totschlag wird die Anklage Sexualmord. Arbogast wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Vierzehn Jahre später rollen der Journalist Sarrazin und der Anwalt Ansgar Klein den Fall erneut auf. Eine zentrale Rolle bei der Wiederaufnahme spielt das neue Gutachten der Ostberliner Gerichtsmedizinerin Katja Lavans, die im Prozessverlauf ein besonderes Verhältnis zu Arbogast entwickelt.

Hettche gestattet sich keine Verurteilung oder Heroisierung seiner Protagonisten, sondern zeigt den Fall in bedrohlich gleichförmigem und zurückgenommenem sprachlichen Duktus aus unterschiedlichen Perspektiven. Hier liegt der Kern der atemlosen Spannung, die sich für den Leser bis zum Finale stetig steigert. Beeindruckend ist vor allem die Schilderung der psychischen Veränderungen Hans Arbogasts durch jahrelange Haft. Nichts wird am Ende aufgelöst, einzig die Grenzen der Justiz und deren gefährliche Macht führt Thomas Hettche in seinem großartigen Roman eindeutig vor Augen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

„...diese Geschichte [ist] ohne Auflösung ein perfekter Kriminalroman: eine Überbietung des Genres, wie sie zuletzt vielleicht Dürrenmatts Geschichten zwischen 'Verdacht' und 'Justiz' gelungen ist. Man liest sie mit nicht nachlassender Spannung. (...) Die erzähltechnische Perfektion dieses Buches ist so auffallend, dass man manchmal befürchtet, sie auf der nächsten Seite als bloße Artistik vorgeführt zu sehen – und jedesmal wahrt der Erzähler gelassen die Balance." LITERATUREN „Wie Thomas Hettche Fakten und Fiktion, Dokumentation und Fantasie, Zeitgeschichte und Erzählkunst zum Einklang bringt, ist phänomenal, intelligent, atemberaubend spannend." TAGESANZEIGER „'Der Fall Aborgast' ist ein sehr gut geschriebener, leicht zu lesender, unterhaltender Roman, den der Autor raffiniert auf die Schollen sozialen Wandels gestellt hat. Wie beiläufig er biografisches Material und Zeit-Colorit zum Panorama der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft montiert, ist bewundernswert." LEIPZIGER VOLKSZEITUNG „Er beherrscht sein Metier meisterlich. Satz für Satz läßt er seine treffenden Worte uns ausgesuchten Metaphern am Leser vorbeidefilieren, artig knicksen und Platz machen für neue Artigkeiten. Thomas Hettche ist ein Virtuose des Stils, ein Schriftsteller, der seine Sätze so lange poliert, bis sie glänzen, als wären sie mit Lack überzogen." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG "Ein Buch über eine Liebe, die die Welt nicht versteht. Man bleibt schlaflos, bis man zu Ende gelesen hat." BUCHJOURNAL

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Hettches Buch hat mich von Beginn an überzeugt und ich konnte es jeweils nur schwer aus der Hand legen. Der 'Fall Arbogast' wird aus der Sicht einiger direkt und indirekt Beteiligter geschildert, am häufigsten aus der Sicht von Arbogast und seinen Anwalt, der versucht, das vor 14 Jahren gefällte Urteil gegen Arbogast zu revidieren. Bei den zahlreichen Figuren besteht die Gefahr, dass sie sehr ungenau bzw. oberflächlich dargestellt werden. Doch Hettche umgeht dies meisterhaft, selbst die 'Nebendarsteller' erscheinen dem Leser vertraut.

Die Beschreibung, wie Arbogast langsam in der Zelle zu Grunde geht sowie das Verhältnis seines Anwalts mit einer Gutachterin aus der DDR sind für mich die Highlights in dieser 'Kriminalgeschichte'. Sehr gefallen hat mir auch der etwas lakonische (Schreib-)Stil von Hettche.

Der sehr negativen Kritik des 'Spiegel' kann ich mich jedenfalls überhaupt nicht anschliessen. Mir scheint, dort gab eher eine Antipathie des Verfassers gegen Hettche als eine seriöse Auseinandersetzung mit dem Buch den Ausschlag für die Bewertung!

Ich kann den 'Fall Arbogast' nur jedem empfehlen, für mich war diese Werk ein Genuss.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Justitia mit Scheuklappen 23. Februar 2005
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Am Anfang der Fünfziger, als der Bundesgerichtshof noch jeden
außerehelichen Sex, auch zwischen Verlobten, als unsittliche
qualifiziert, wird im Städtchen Grangat eine Frauenleiche
gefunden. Bei der Obduktion finden die Mediziner bei der
fünfundzwanzigjährige Marie Gurth eine stümperhafte Abtreibung,
eine vernarbte Herzmuskelentzündung und eine weitere, akute
Herzmuskelentzündung. Sie finden außerdem eine ungewöhnliche
Weitung des Afters, aus der sie auf stattgefundenen Analverkehr
schließen.

Von einer Erdrosselung finden sie nichts.

Der Vertreter Hans Arbogast stellt sich kurz darauf der Polizei
und gesteht, er habe Marie im Auto mitgenommen und mit ihr
geschlafen. Dass er sie umgebracht habe, leugnet er, sie sei
wärend des Sexaktes tot zusammengebrochen.

Zunächst sieht es aus, als würde Arbogast, wenn überhaupt, dann
zu einer Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

Aber der ehrgeizige Staatsanwalt Oesterle zieht den renommierten
und angesehenen Gutachter Maul hinzu, der in seinem mündlichen
Gutachten im Gerichtssaal erklärt, Marie sei mit einem
Kälberstrick erdrosselt worden. Maul hat die Leiche nie gesehen,
er urteilt aufgrund eines schlechten Fotos.

Das Gericht verurteilt Arbogast zu lebenslanger Zuchthausstrafe.

Maul ist eine Koryphäe in der jungen Bundesrepublik. Niemand
wagt es, ihm zu widersprechen, niemand glaubt an Arbogasts
Unschuld. Die Anträge zur Wiederaufnahme des Verfahrens werden
abgelehnt.

So fängt Hettche seinen Kriminalroman an, der kein Kriminalroman
ist, sondern eher ein Justizthriller aus den Jugendjahren der
Bundesrepublik. Er zeigt, wie das Zuchthaus Arbogasts Charakter
zerstört, wie Seilschaften in Wissenschaft und Justiz arbeiten,
wie ein angesehener Wissenschaftler aus Starrsinn einen
eklatanten Fachfehler nicht zugeben mag, nicht vor sich, erst
recht nicht vor anderen.

Er zeigt, wie die "pikanten Details" des Falles Arbogast von
vorneherein zum Schuldigen gestempelt, Analverkehr, es muß ein
Perverser sein, es muss ein Lustmord sein.

Die Geschichte rollt langsam an, wird aber im Verlauf dann so
spannend, dass ich den Roman durchaus als Page-Turner bezeichnen
möchte, trotz eklatanter handwerklicher Mängel.

Hettche schildert manche Szenen, als wäre er ein blutiger
Schreibanfänger, da erinnern sich Personen an ihre eigenen
Gutachten und memorieren sie, damit der Autor dem Leser den Text
des Gutachtens zeigen kann.

Da lassen sich gleich mehrere Frauen schaudernd vor Lust (ist es
ein Lustmörder? ist er keiner?) mit Arbogast ein, darunter die
weltweit anerkannte Gutachterin aus der DDR, die in seinem
Revisionsprozess aussagt. Offenbar liebt Hettche solche Frauen. Dabei war der Originalgutachter ein Mann, der vom Westen in den Osten ging.

Da werden ab und zu dem Leser Schilderungen zugemutet, die aus
dem ersten Schreibkurs einer VHS zu stammen scheinen.

Da ist ein Stil, der anfänglich sicher und einfühlsam ist,
später aber Schnitzer enthält, die selbst mir sauer aufstoßen.

Egal. Hettche fesselt seinen Leser und beweist einmal mehr, dass
Leser auch handwerkliche Fehler verzeihen, wenn der Autor eine
Geschichte vorzuweisen hat und sie erzählen kann.

Und wenn er nicht nur eine Geschichte hat, sondern auch
Hintergrund, der mit der Geschichte verwoben, eine eigene
Spannung aufbaut. Der Starrsinn des westdeutschen Justizsystems,
das an einer einmal getroffenen Entscheidung siebzehn Jahre
festhält.

Der Starrsinn eines Wissenschaftlers, der Fehler begangen hat,
die selbst einem Anfänger der Gerichtsmedizin nicht hätten
unterlaufen dürfen. Der Starrsinn der Kollegen und die Furcht,
einer Koryphäe zu widersprechen, weil dies die Karriere kosten
würde.

Die genaue Schilderung gerichtsmedizinischer Sachverhalte,
manchmal auch interessante Abschweifungen. Was war das erste
Buch über Gerichtsmedizin? Ein chinesisches aus dem dreizehnten
Jahrhundert. In Europa kam dieses Fach erst sehr viel später zu
Ehren.

Der Fall Arbogast war in Wirklichkeit der Fall Hetzel, spielte
in Offenburg und der Gutachter war Professor Ponsold. Hetzel war
einer der wenigen Fälle der Fünfziger und Sechziger Jahre, in
denen eine Revision gelang. Aber auch das nur in der Aufbruchstimmung der ausgehenden Sechziger Jahre und nur mit
Hilfe eines Gutachters aus der DDR.

(C) Hans Peter Roentgen

War diese Rezension für Sie hilfreich?
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein absolut fesselnder Roman 2. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Obwohl ich eher der Kategorie der seltenen Leser angehöre hat mich die Geschichte dieses Buches dermassen gefesselt, dass ich keine 8 Stunden zur Vollendung der 351 Seiten gebraucht habe. Thomas Hettche versteht es, von der ersten Seite an interessante und faszinierende Umschreibungen und Schilderungen anzuwenden, so dass daraus eine Sucht entsteht und die Zeit herum vergessen lässt. Die Geschichte selbst ist mit tiefem Mitgefühl verbunden.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, es war das Beste welches ich seit langem gelesen habe.

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Der Fall Arbogast
Gute zeitgenössische Literatur über die deutsche Justiz und Nachkriegsgeschichte. Dem Autor Thomas Hettche gelang nach meiner Auffassung hier auch ein sprachliches... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Margit Pichert veröffentlicht
Der Fall Hans Hetzel
Hans Hetzel (hier: Hans Arbogast) wurde 1955 zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt und erst nach 14 Jahren Haft durch ein Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Ben veröffentlicht
Kein Jahrhundertwerk, aber solide Unterhaltung
Ich habs gern gelesen. Ich fands kurzweilig, der Schreibstil macht den Leser zum außenstehenden aber dennoch nahen Beobachter und lässt einen auch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. April 2010 von kleine_motte_50
Gute Geschichte aber mangelhafte literarische Umsetzung
GUTE GESCHICHTE ABER MANGELHAFTE LITERARISCHE UMSETZUNG (LUDWIG WITZANI)
Am ersten September 1953 lädt der siebenundzwanzigjährige Metzgergeselle Hans Arbogast die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2009 von Rheinischer Lesekreis
Ein Pageturner, ohne reißerisch zu sein
Der Verlag nennt dieses Buch, das ich an einem Tag verschlungen habe, einen Kriminalroman. Doch es ist kein klassischer Whodunit". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 von Floetelei
Von der Lust
Weniger ein Krimi als ein Gerichtsthriller legt Thomas Hettche mit dem Fall Arbogast vor. Selbst der ist nicht dem hollywoodtauglichen Erfolgsrezept eines Grisham verhaftet,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. August 2007 von Polar
Ein exzellentes Bild der deutschen Nachkriegsjustiz
Man schreibt das Jahr 1953; mitten im Wirtschaftswunder versucht sich Hans Arbogast als Vertreter für Billardtische. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Februar 2007 von Gernleser
Gute Geschichte aber mangelhafte literarische Umsetzung
Am ersten September 1953 lädt der siebenundzwanzigjährige Metzgergeselle Hans Arbogast die junge Anhalterin Marie Gurth in seinen Borgward Isabella ein und kurvt mit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. September 2006 von ludwigwitzani
Ein sehr guter Kriminalroman!
'Der Fall Arbogast'ist ein bemerkenswertes Buch über die Kriminalgeschichte der deutschen Nachkriegszeit. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. März 2006 von Hendrik Vadersen
Ganz gutes Buch mit ärgerlichen Fehlern
Ein Strafprozeß wegen Mordes, der zunächst am Landgericht verhandelt wurde, kann nach Wiederaufnahme nicht vor dem Amtsgericht landen (so aber der Autor in einigen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Juli 2005 von Jürgen Vasel
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