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Der Europäische Adel: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart
 
 
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Der Europäische Adel: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart [Broschiert]

Walter Demel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2., durchgesehene Auflage (22. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406508790
  • ISBN-13: 978-3406508790
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 81.298 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Adel hat die europäische Geschichte in einzigartiger Weise über mehr als tausend Jahre geprägt. Das vorliegende Buch bietet einen Überblick über zentrale Strukturen und prägnante Entwicklungsetappen des Adels. Es informiert über Bevölkerungsanteil, Hierarchien, Privilegien, eigene Kulturformen und wirtschaftliche Grundlagen des Adels; es zeigt dessen Heiratskonzepte und eigene Erziehungsvorstellungen und es gibt einen Ausblick auf die Rolle des Adels heute.

Über den Autor

Walter Demel, geboren 1953, Studium der Geschichte, Germanistik und Jura in München. 1989 Berufung zum Professor an die Universität der Bundeswehr München für "Geschichte der Frühen Neuzeit".

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
"Ich stamme nur von mir ab."
(Vicomte de Pelleport)

Aus der welthistorischen Perspektive betrachtet handelt es sich bei der Adelsherrschaft um ein Phänomen, welches alleine für die europäische Geschichte charakteristisch ist. Die einzige nennenswerte Parallele gab es lediglich im isolierten Inselreich der Japaner. Aristokratie kann als bloße Denkform oder als realistische gesellschaftliche Elite verstanden werden. Als Europa ist hier ein im Westen des Kontinents gelegener geographischer Raum zu verstehen, mit flukturierenden Grenzen und besonders im Osten und Südosten gelegenen breiten Übergangszonen. Dieser europäische Gesamtraum zeichnet sich durch politische, wirtschaftliche, soziale und vor allem kulturelle Gemeinsamkeiten und Verbindungen aus....

....wie die frühmittelalterliche Christianisierung auch bei den orthodoxen Serben und Bulgaren Adelsstrukturen hervorbrachte, die sich mit denen anderer europäischer Länder vergleichen ließen. Die osmanischen Eroberungen des 14. und 15. Jahrhunderts zerstörten jedoch diese Strukturen, da das osmanische Lehnswesen weder Erblichkeit noch Standesprivilegien kannte. Bis zum 19. Jahrhundert besaßen sie praktisch keinen Adel mehr und unterschieden sich daher aus sozialgeschichtlicher Perspektive grundsätzlich vom übrigen Europa....

....das seit dem Frankenreich seine Adelstrukturen ausprägen konnte. Neben Königtum und Klerus bildete sich im Mittelalter der Adel als zweiter Stand heraus. Rittertum und höfische Kultur spielten hierbei eine wichtige Rolle. Nur die soziale Oberschicht konnte zu Pferde kämpfen, weil sie sich ein Streitroß und die hierzu erforderliche Bewaffnung leisten konnte....

Der promovierte Historiker und Professor an der Universität der Bundeswehr München beschreibt in "Der europäische Adel" die über tausendjährige Geschichte eines gesellschaftlichen Standes in fünf Kapiteln. Nach einem Vorwort und grundlegenden Überlegungen zum Selbstverständnis des Erbadels und der Entstehung des Dienstadels aus den Ministerialen des Mittelalters, widmet sich der Schwerpunkt des Bandes in seinem dritten Kapitel dem "Adel der frühen Neuzeit", d. h. im 16. - 18 Jahrhundert. Der Autor beschreibt hier, was adelig war und wie man adelig wurde. Er nennt Zahlen zur Adelsdichte und Adelshierarchie in verschiedenen Ländern und beschreibt aristokratischen Privilegien, sowie die Adelskultur mit ihrer standesgemäßen Lebensweise und Ehre. Daneben werden Erziehung, Ausbildung, Eheschließung und die wirtschaftlichen und herrschaftlichen Grundlagen des Adels erörtert.

Im vierten Kapitel kommt es mit der französischen Revolution zunächst zu einer Zäsur, die in der Abschaffung des Adels gipfelt. Mit Napoleon Bonaparte wird nicht nur ein neuer Adel erschaffen, auch der traditionelle Adel des Ancien Régime wird zum Teil restauriert. Auch außerhalb Frankreichs wird die Adelswelt erschüttert, kann sich aber nach dem Wiener Kongress wieder festigen. Nach einer Stabilisierung im 19. Jahrhundert folgt schließlich mit der Abschaffung Monarchien der totale Macht-, mitunter auch Titelverlust nach dem Ersten Weltkrieg. Besonders deutlich wird dies im einstigen Kaiserreich Österreich, wo der ehemalige hochadelige Monarch nur noch Karl Habsburg genannt wird.

Mit die "Kunst des Obenbleibens" gibt der Autor abschließend einen Ausblick auf den Adel im 20. Jahrhundert. Die Reduktion der Reichswehr auf 100.000 Mann raubte rund 9300 adligen Offizieren und ihren Familien die Existenzgrundlage. Manche wurden zu Gigolos, andere sympathisierten mit dem aufkommenden Nationalsozialismus. Mit dem Einmarsch der Roten Armee ging auch die Welt des ostelbischen Adels unter. Bodenreformen änderten Besitzverhältnisse und politisches Gewicht. Während die von Graf Coudenhove-Kalergi nach dem Ersten Weltkrieg gegründete "Paneuropa-Union" bis zum heutigen Tage für ein, durch eine kulturell-geistigen Elite geschaffenes, katholisch geprägtes Kontinentaleuropa wirbt, sieht der Autor in Ausstellungen wie "Deutschlands Schatzhäuser" (München 2004/2005) vor allem den Zweck, Touristen anzulocken und Staatszuschüsse zu erhalten, damit die (adligen) Besitzer ihre Schlösser erhalten oder sanieren können.....

Mit "Der Europäische Adel" ist Dr. Walter Demel eine besondere sozio-kulturelle Chronik Europas gelungen, die mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
"Ich stamme nur von mir ab."
(Vicomte de Pelleport)

Aus der welthistorischen Perspektive betrachtet handelt es sich bei der Adelsherrschaft um ein Phänomen, welches alleine für die europäische Geschichte charakteristisch ist. Die einzige nennenswerte Parallele gab es lediglich im isolierten Inselreich der Japaner. Aristokratie kann als bloße Denkform oder als realistische gesellschaftliche Elite verstanden werden. Als Europa ist hier ein im Westen des Kontinents gelegener geographischer Raum zu verstehen, mit flukturierenden Grenzen und besonders im Osten und Südosten gelegenen breiten Übergangszonen. Dieser europäische Gesamtraum zeichnet sich durch politische, wirtschaftliche, soziale und vor allem kulturelle Gemeinsamkeiten und Verbindungen aus....

....wie die frühmittelalterliche Christianisierung auch bei den orthodoxen Serben und Bulgaren Adelsstrukturen hervorbrachte, die sich mit denen anderer europäischer Länder vergleichen ließen. Die osmanischen Eroberungen des 14. und 15. Jahrhunderts zerstörten jedoch diese Strukturen, da das osmanische Lehnswesen weder Erblichkeit noch Standesprivilegien kannte. Bis zum 19. Jahrhundert besaßen sie praktisch keinen Adel mehr und unterschieden sich daher aus sozialgeschichtlicher Perspektive grundsätzlich vom übrigen Europa....

....das seit dem Frankenreich seine Adelstrukturen ausprägen konnte. Neben Königtum und Klerus bildete sich im Mittelalter der Adel als zweiter Stand heraus. Rittertum und höfische Kultur spielten hierbei eine wichtige Rolle. Nur die soziale Oberschicht konnte zu Pferde kämpfen, weil sie sich ein Streitroß und die hierzu erforderliche Bewaffnung leisten konnte....

Der promovierte Historiker und Professor an der Universität der Bundeswehr München beschreibt in "Der europäische Adel" die über tausendjährige Geschichte eines gesellschaftlichen Standes in fünf Kapiteln. Nach einem Vorwort und grundlegenden Überlegungen zum Selbstverständnis des Erbadels und der Entstehung des Dienstadels aus den Ministerialen des Mittelalters, widmet sich der Schwerpunkt des Bandes in seinem dritten Kapitel dem "Adel der frühen Neuzeit", d. h. im 16. - 18 Jahrhundert. Der Autor beschreibt hier, was adelig war und wie man adelig wurde. Er nennt Zahlen zur Adelsdichte und Adelshierarchie in verschiedenen Ländern und beschreibt aristokratischen Privilegien, sowie die Adelskultur mit ihrer standesgemäßen Lebensweise und Ehre. Daneben werden Erziehung, Ausbildung, Eheschließung und die wirtschaftlichen und herrschaftlichen Grundlagen des Adels erörtert.

Im vierten Kapitel kommt es mit der französischen Revolution zunächst zu einer Zäsur, die in der Abschaffung des Adels gipfelt. Mit Napoleon Bonaparte wird nicht nur ein neuer Adel erschaffen, auch der traditionelle Adel des Ancien Régime wird zum Teil restauriert. Auch außerhalb Frankreichs wird die Adelswelt erschüttert, kann sich aber nach dem Wiener Kongress wieder festigen. Nach einer Stabilisierung im 19. Jahrhundert folgt schließlich mit der Abschaffung Monarchien der totale Macht-, mitunter auch Titelverlust nach dem Ersten Weltkrieg. Besonders deutlich wird dies im einstigen Kaiserreich Österreich, wo der ehemalige hochadelige Monarch nur noch Karl Habsburg genannt wird.

Mit die "Kunst des Obenbleibens" gibt der Autor abschließend einen Ausblick auf den Adel im 20. Jahrhundert. Die Reduktion der Reichswehr auf 100.000 Mann raubte rund 9300 adligen Offizieren und ihren Familien die Existenzgrundlage. Manche wurden zu Gigolos, andere sympathisierten mit dem aufkommenden Nationalsozialismus. Mit dem Einmarsch der Roten Armee ging auch die Welt des ostelbischen Adels unter. Bodenreformen änderten Besitzverhältnisse und politisches Gewicht. Während die von Graf Coudenhove-Kalergi nach dem Ersten Weltkrieg gegründete "Paneuropa-Union" bis zum heutigen Tage für ein, durch eine kulturell-geistigen Elite geschaffenes, katholisch geprägtes Kontinentaleuropa wirbt, sieht der Autor in Ausstellungen wie "Deutschlands Schatzhäuser" (München 2004/2005) vor allem den Zweck, Touristen anzulocken und Staatszuschüsse zu erhalten, damit die (adligen) Besitzer ihre Schlösser erhalten oder sanieren können.....

Mit "Der Europäische Adel" ist Dr. Walter Demel eine besondere sozio-kulturelle Chronik Europas gelungen, die mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.
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